Sonntag, 12. August 2018

Route des Grandes Alpes & mehr - Tag 3/II

Juni 2018 - Acht Tage in den französischen Alpen - Tag 3 - Attention de très près - Gorges du Verdon - Teil II



Wir nehmen die südliche Route - fahren also im Uhrzeigersinn immer nahe am Abgrund - was nicht immer nur spaßig ist. Am Anfang sind wir ja noch knapp über dem Wasserspiegel des Verdon, aber später, auf der "Corniche Sublime" fahren wir so hoch oben in der Schlucht, dass wir den Grund meist nur noch erahnen können. So manchen Blick in die Tiefe erhaschen wir auf die Schnelle - aber dann geht der Blick auch ganz schnell wieder zurück - die schmale Fahrbahn am Abgrund erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit und konsequente Blickführung.





Kreuzritter oder Tempelritter?
Immer wieder lockt ein "Point de Vue" mit grandiosen Aussichten. Man möchte zwar gerne überall anhalten und schauen - aber in der flirrenden Hitze dieser Felswüste kann man als Motorradfahrer nicht immer und überall anhalten wo man möchte - unsere einzige Kühlung ist einzig der Fahrtwind.







Aber natürlich halten wir trotzdem an etlichen Aussichtspunkten. Besonders beeindruckend ist es am "Pont de l'Artuby". Ein schmuckloses, aber dennoch - oder gerade deswegen - beeindruckendes Stahlbeton-Ständerwerk überspannt den Canyon mit 110m Stützweite. Ein Anblick wie von einem anderen Planeten.









Einen weiteren Stopp legen wir am nicht ganz so hohen "Col d'Illoire"  964m / *** /SG2-3 ein. Leider wird der Parkplatz gerade von den Baumaschinen belagert, die ihn gerade besitzergreifend und lautstark erneuern. Der Ausblick über die Mauer ist auch hier sehr beeindruckend.













Irgendwann geht es ja auch mal wieder hinunter. Und am Ende der Schlucht liegt dann der „Lac de St.-Croix“ und der "Pont du Galetas" - der Eingang zur Schlucht. Gefühlt mehrere hundert bunte Tret- und Paddelboote streben der Stelle zu - oder kommen daher - wo der Verdon aus der Schlucht heraus in den  türkisfarbenen See fließt - ein bezaubernd buntes Bild.






Am rechten Ufer entlang geht es wieder aufwärts und schon bald sind wir im bildhübschen Bergdorf „Moustiers-Sainte-Marie“ angelangt. Wenn man dort einen Platz für sein Bike bekommt, ist hier ein schöner Platz für eine Pause mit einem Rundgang durch das bunte Dorfbild. Aber wie immer hatten etliche andere Besucher die gleiche Idee - trotz Vorsaison.








Auf der nördlichen Seite der Schlucht treten wir den Rückweg an. Es geht wieder aufwärts und kurze Zeit später schauen wir von oben auf den Eingang bzw. Ausgang der Schlucht und die vielen - jetzt winzigen - bunten Boote. 
Trotz Halteverbot haben viele Besucher ihre Fahrzeuge am Rand der engen Fahrbahn abgestellt um noch näher an die schöne Aussicht heranzukommen. Eine Kurve weiter stellt dann die Gendarmerie mit ernster Miene  Strafzettel aus. Martialisch wie immer in Frankreich - mit Maschinenpistolen-Absicherung im Hintergrund. Wir werden durchgewunken - gute Biker.








Es geht um Kurven :)
Noch zweimal halten wir kurz am Col d'Olivier und am Col d'Ayen, dann erreichen wir den Touristenort La-Palud-sur-Verdon. Hier steigt die Personendichte sprunghaft an, aber schon am uralten Schild „Corniche des Cretes“ sind wir wieder alleine unter uns. 






Jetzt befinden wir uns auf dem 25 Kilometer langen abenteuerlichen Rundkurs - auf dem Berg innerhalb der Schlucht. Auf spektakuläreren Wegen geht es dort hautnah an die Abbruchkanten der Verdon-Schlucht heran. Mehrmals halten wir noch für unsere Foto-Stopps - Wahnsinn, was sich da für Ausblicke auftun.




Tief unten - wie eine giftgrüne Schlange - der Verdon






Die Fahrbahn und das Gelände der Runde sind schon anspruchsvoll und hin und wieder überholen wir langsame PKW's und Wohnmobile. Sobald ThomasK - unser RL - dann vor dem überholten Fahrzeug im Rückspiel auftaucht, drehen wir wieder gemeinsam den Gashahn auf.







Nach ca. 150 km haben wir die Schlucht einmal komplett umrundet, die Corniche des Cretes vollendet und Castellane wieder erreicht.
Auf dem Boulevard Saint Michel finden wir eine Tankstelle, an der wir unsere Rösser versorgen können - Ute ist sichtlich erleichtert - der Sprit hat wieder mal gereicht.




Das Kreuz - auf oder hinter der Brücke?
Gleich auf dem Gelände der Tankstelle finden wir auch für uns etwas passendes - die Friterie Belge - "Pit-Stop". Ein nach Frankreich ausgewandertes belgisches Paar hat hier ein Bistro mit belgischen Spezialitäten - wie wir sie gerne mögen - eröffnet.


Erstellt mit Google Street View
Bleibt noch die letzte Etappe des heutigen Tages. Noch einmal klettern wir über  den Col d'Allos und sind wieder rechtzeitig zurück zum Abendessen.

350 Kilometer, 09:00-19:00 Uhr
Route / Grafik erstellt mit Tyre / RouteConverter und Google Maps


Viel Spaß & tolle Touren

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