Donnerstag 5. August 2021 - Drei Wochen nach der Flut
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| Friterie du Village in Gemmenich |
Während unserer Schwarzwaldtour hatten wir uns zur Juli-Tour auf einer Fahrt in die Lütticher Ardennen verabredet. Am Donnerstag, 15. Juli 2021 trafen die Fluten in West- und Mitteleuropa auch die Menschen der Provinz Lüttich in Belgien schwer. Dort starben 41 Menschen in den reißenden Fluten, Häuser wurden fortgerissen, Straßen und Infrastruktur zerstört. Unsere geplante "Route des Sources" hätte uns genau in dieses Katastrophengebiet geführt. Ich fühle sehr mit den Opfern, die so vieles verloren haben.
Durch das anhaltend schlechte Wetter der nächsten Wochen fiel unsere Juli-Tour dann endgültig aus. Erst am Do. 05. August startete ich, bei schönem Wetter, zu einer Passknacker- Solotour in die Provinz Lüttich im Osten Belgiens. Für die heutige Tour trage ich vier PK-Punkte und einen Imbiss-Stopp im Planungsprogramm TomTom MyDrive ein und wähle die Einstellungen Motorrad und Rundtour. Das Ganze dann im Modus Nervenkitzel. Als gpx Datei geht die Planung ins Navi - und los geht's. Wo genau es lang geht, das überlasse ich TomTom - mal sehen wie er sich schlägt.
Über Geilenkirchen geht es nach Übach-Palenberg und dort über die Grüne Grenze nach Rimburg in den Niederlanden.
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| Würm bei Geilenkirchen |
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| Rimburg in den Niederlanden |
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| Café Zahl d'r Eck in Rimburg - schön für einen Kaffee |
Weiter geht's in Richtung Kerkrade. Rechts liegt das Kasteel Erenstein und der Gaia Zoo. Dann geht's durch Simpelveld. Hier bin ich schon recht oft durchgefahren. Besonders cool ist hier der Bahnhof der Miljoenenleijn. Da muss ich bald noch mal hin.
Overeys, Mechelen, Vijlen und Wolfhaag. Auf der Passhöhe, an der Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien, liegt der erste Passknackerpunkt des heutigen Tages.
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| Pas van Wolfhaag |
Den Pass hinunter komme ich nach Gemmenich in Belgien. An der Kreuzung mit Springbrunnen, Denkmal und Marienverehrung biege ich links ab, dann fällt mein Blick auch schon auf die Friterie du Village. Hier verwöhnt Dany Bonten seine Kunden schon etliche Jahre mit leckeren Belgischen Friten und anderen Spezialitäten der schnellen Küche.
Schon seit dem ich die Lütticher Ardennen, vor gut zwanzig Jahren, für mich entdeckt habe, versuche ich hier, wenigstens einmal im Jahr, eine kulinarische Pause einzulegen.
Auf den Schaufenstern des Imbiss strahlt ein grüner Siegerkranz - 35 Jahre Dany. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
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| Dany Bontens Friterie du Village |
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| Belgische Friten ... |
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| ... immer ein Genuss |
Von Gemmenich aus geht es in einigen schönen Kurven hinauf zum Dreiländerpunkt - B, D, NL - bei Vaals, der gleichzeitig auch mit seinen 323m der höchste Punkt der europäischen Niederlande ist. Hier ist immer was los und es ist immer interessant hier oben anzuhalten und den obligatorischen Fotoshootings zuzusehen.
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| Pk Aux Trois Bornes / Vaalserberg |
Den Vaalser Berg fahre ich auf der Niederländischen Seite wieder hinunter. Danach führt TomTom mich wieder in Richtung des Pass von Wolfhaag, biegt dann aber rechts ab und es geht durch Wolfhaag hindurch nach Raren wo ich auf die mir bekannte Epenerbaan treffe. Das war ein schönes Stückchen, dass ich noch nicht kannte.
Der nächste PK-Punkt ist Signal de Botrange im Hohen Venn. Dazu wäre ich vom Vaalser Berg gleich südlich, in Richtung Eupen gefahren. Doch TomTom bringt mich weiter westlich über die Epenerbaan bis nach Terporten, kurz vor Epen.
Jetzt geht's aber konsequent nach Süden. Plaat, Sippenaeken, Hombourg, Gulpen und Henry-Chapelle. Dann Auweg - hier war ich noch nicht. Jetzt zeigt sich, was die Routenführung "Nervenkitzel", in unbekanntem Gelände bedeuten kann. Der Weg wird kleiner, der Belag weniger und am Ende bleibt nur noch ausgefahrener Schotteruntergrund übrig.
Mitten im freien Gelände taucht jetzt eine ziemlich lange Schutthalde auf. Äste, Bäume, Fernseher, Waschmaschinen, Möbel, Betten... Alles mit hellbraunem Schlamm überzogen.
Kurz darauf bin ich unvermittelt in Limbourg-Dolhain. Hier fließt die Vestre in einem großen Bogen durch das historische Stadtzentrum.
Auf der Rue Moulin en Rhuff ist die Fahrbahn notdürftig gereinigt, ansonsten ist alles voller Schlamm. Einige wenige Menschen sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Links öffnet sich eine große Freifläche in der sonst geschlossenen Häuserzeile. Dort türmen sich zerbeulte Autowracks übereinander. Das werden sicherlich mehr als einhundert Fahrzeuge sein.
Am Place Léon d'Andrimont hätten wir vor zwei Wochen unsere erste Pause auf der Route des Sources gehalten. Jetzt ist hier alles, in Erdgeschosshöhe, verwüstet.
Aber das Leben muss ja weitergehen. Der Platz wurde geräumt und eine Holzhütte dient jetzt als provisorisches Café, vor dem die Gäste auf Plastikstühlen sitzen und ihren Kaffee trinken.
Und wie steht's mit Fotos dieser Szenen? Ich war zu betroffen, um anzuhalten und Fotos dieser Katastrophe zu machen. Die Eindrücke und den eigenartigen Geruch werde ich wohl nie vergessen.
In Bètâne, wo die Gileppe in die Vestre fließt, biege ich rechts ab, hinauf zum Lac de la Gileppe. Dort oben, auf der Staumauer, blickt der steinerne Löwe, grimmig wie immer, hinunter ins Eupener Land.
Die Fahrt hinauf ins Hohe Venn ist wieder beeindruckend. Die Wegmarken sind Belle Croix, Baraque Michelle, Mont Rigi und schließlich
Signal de Botrange.
Da das Hohen Venn auf einer Hochebene liegt, sieht es hier nicht so aus, dass man sich jetzt, bei 694 Metern Höhe, auf der größten Erhebung Belgiens befindet.
Der Baltiahügel: Um Belgiens Höhe auf exakte 700 m auszumessen ließ der General-Gouverneur für die Ostkantone Baltia, um 1920, einen ca. 6 Meter hohen Hügel aufschütten und mit einer entsprechenden Inschrift versehen.
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| PK Signal de Botrange |
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| Aussichtsturm |
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| Höchster Punkt Belgiens ... |
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| ... auf ... |
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| ... 700 Meter |
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| Aber eigentlich sind's ja nur 694 Meter |
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| Die Ostkantone |
Der letzte PK Punkt für heute liegt bei den Windrädern an der Roderhöhe, am südlichen Rand des Militär-Camp Elsenborn.
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| Bei Surbrot |
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| PK Roderhöhe |
Jetzt geht's zurück. TomTom hat mich gut und spannend geführt. Aber, noch mehr kleine Straßen hätten es bei dieser Tour auch nicht sein dürfen. Irgendwie bin ich geschafft.
Viel Spaß & tolle Touren
HerBert
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| Gut zurück |
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| Platz 241 bei 18 Pässen |
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Geplant mit TomTom-MyDrive, MyRoute-App und Google Maps Legende: Rot-Stopp Gelb-Passknackerpunkt Grün POI
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Route kann abweichen
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