Mittwoch, 27. April 2016

„Halde Rheinpreußen“

17.04.2016  Wie die Grubenlampe auf den Berg kam


Es sind doch immer die coolen Ideen, mit denen Künstler uns auf ihre oft faszinierenden Werke aufmerksam machen.

2005 bekam der Künstler "Otto Piene" den Auftrag, auf der Abraumhalde der ehemaligen "Zeche Rheinpreußen" eine Landmarke als ein bedeutsames Symbol des Bergbaus in der Region zu schaffen, dass die Arbeit der Bergleute im Ruhrgebiet entsprechend würdigen sollt.

Dazu entwickelte er eine beeindruckende Idee für die „Halde Rheinpreußen“

Er verlegte den Arbeitsplatz der Bergleute aus der Tiefe der Grube auf die Höhe des Berges, den sie mit dem steinernen Abraum der Kohleförderung hier aufgeschüttet hatten.

Symbolhaft setzte er auf die Spitze, die aus dem tiefsten Gestein der Grube besteht, eine überdimensionale Grubenlampe und nannte sie "Geleucht"

So wie die Grubenlampe ein unverkennbares Zeichen der Bergleute ist, so leuchtet der 30 Meter hohe Aussichtspunkt in leuchtendem Rot von Moers am Rhein bis weit ins Ruhrgebiet hinein.

Die wahre Leuchtkraft entwickelt diese außergewöhnliche Landmarke, seit ihrer Einweihung am 17.09 2007, dann in der Dunkelheit. Nicht nur die Grubenlampe leuchtet rot auf der Spitze der Halde, das gesamte Umfeld erstrahlt in rot illuminiertem Licht.

Vom Parkplatz, am Fuße der Halde aus, führt ein leicht zu begehender Weg hinauf zur Spitze. Dabei hat man einen beeindruckenden Blick auf die Industrieanlagen, die im weiten Umkreis von Duisburg, auf der anderen Rheinseite, zu sehen sind.

Wer sich schon einmal gefragt hat, wo die gewaltige Industrieanlagen unseres Landes liegen, der sollte sich einmal diesen Ausblick gönnen. Von der Plattform der Grubenlampe ist der Ausblick einfach faszinierend – ähnlich wie vom „Tiger & Turtle“, von dessen rasanter Achterbahn man auch einen ähnlich beeindruckenden Ausblick hat.


Sonntagmorgen und ein wenig Zeit für eine kleine Motorradtour.

Was habe ich denn, im Umkreis von 75 Kilometern, so passendes in meinem Tourenvorrat?

Schnell stellt sich heraus, dass ich heute Lust auf eine Erkundung der Halde Rheinpreußen in Moers am Rhein habe. Da Entfernung und Fahrzeit stimmen und auch noch Zeit für eine Pause bleibt, ist die Route schnell vom Rechner gezogen und in meinem TomTom abgespeichert.




Zur Mittagszeit liegt der „Lamershof“ in Kempen/Tönisberg an der Strecke. Also lenke ich die „X“ auf den Parkplatz des umgebauten Bauernhofs. Hier ist es immer voll, denn der Lamershof ist bekannt und beliebt für seine gebratenen Hähnchen.




Hier gibt es keine halben Sachen, hier werden ganze Hähnchen serviert – bei angenehmen Außentemperaturen auch auf der großen Außenterrasse.



Mit Lukas, dem Lokomotivführer, bin ich schon einmal hier gewesen. Seine jährliche Gockeltour ist Kult bei den „WestSideBikern“. Hungrig, von der Suche nach den Kurven am Niederrhein, kehrt er dann hier mit seiner Meute ein ;-)





Wie schon gesagt, gibt es am Fuß der Halde Rheinpreußen einen Parkplatz, den man für sein Bike benutzen kann.





Gegen eine Fahrt bis zur Spitze sprechen zwei Absperrpfosten und ein Verbotsschild für Kraftfahrzeuge.




Natürlich kann man mit Zweirädern mühelos bis ganz nach oben fahren, was Mountainbiker und Radler auch gerne machen.





Hat man aber einen Verbrennungsmotor an seinem Bike, kann es am Ende auch schon mal Schimpfe geben.




Aber, wie gesagt, es ist auch kein Problem sein Bike auf dem Parkplatz abzustellen und die paar hundert Meter bis zur Spitze zu gehen  ist wirklich nicht so weit.





Der Ausblick, den man während der kurzen Wanderung hat, entschädigt für die kleine Mühe :-)


Für eine Erfrischung gibt es ganz in der Nähe ein
Café del Sol
Rheinberger Straße 201
47445 Moers




Auf dem Rückweg halte ich noch einmal kurz am Parkplatz der Halde Norddeutschland, aber da sich der Himmel nun bedrohlich mit schwarzen Wolken bezieht, verschiebe ich deren Besteigung lieber auf ein anderes Mal.




Kurz erwischt mich noch ein heftiger Hagelschauer – dann bin ich aber auch schon, nach 150 Kilometern und mit dem restlichen halben Hähnchen vom Lamershof im Gepäck, wieder zu Hause.



Viel Spaß & tolle Touren
wünscht
HerBert :-)



Samstag, 23. April 2016

"Klosterhof Knechtsteden & Hitdorfer Biergarten"

 Samstag, 23.04.2016 – Bikers Wetterlotto



Gefühlte 2°C im ursprünglich geplanten Zielgebiet an der Mosel – da muss ich mir ja Sorge machen, dass die Gefährten hinter mir erfrieren :-|

Per Wetter-App die „wärmste“ Region in der näheren Umgebung ermittelt – in Zons am Niederrhein soll es morgen ca. 10 Grad „warm“ sein und auch nur einen Schauer soll es dort geben.

Okayy... dann eben noch einmal Niederrhein – ein paar weiße Flecken habe ich da ja auch noch auf der Landkarte.

Schnell ist die Route zusammengestellt und den Gefährten für ihre Navis eingestellt. Start 11 Uhr, die Strecke ca. 170 Kilometer lang.

Samstagmorgen  – dunkle Wolken und nasse Straßen. Oh Mann, das zieht mich echt runter.

Ich sage die Tour ab.

Eine Stunde später hat es sich etwas aufgehellt, die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor und die Straßen sind auch schon wieder trocken.

Nun will ich aber doch noch unbedingt fahren.

Ein wenig später als ursprünglich vorgesehen treffen wir uns bei Birgit & Thomas mit ThomasK und fahren dann gemeinsam zum TP2, am P&R Jackerath.





Dabei führt uns unser Weg noch einmal durch das todgeweihte Immerath.





Die Silhouetten der Braunkohle-Bagger sind schon drohend am Horizont zu erkennen.




Kurz nach uns treffen dann auch Ute und Christine und Günter am P & R ein. Ein frohes „Hallo“ – drei Wochen hatten wir uns seit der letzten Tour nicht mehr gesehen – und schon geht’s los in Richtung Kloster Knechtsteden.





Das Gebiet, das wir nun durchstreifen, ist Braunkohle-Gebiet.




Ganz nah fahren wir an den riesigen RWE-Kraftwerken Frimmersdorf, Neurath und später noch Niederaußem vorbei.




Beeindruckend alleine durch ihre Größe und die bis in den Himmel steigenden weißen Dampfschwaden ihrer Kühltürme.




Wir nähern uns nun dem Kloster Knechtsteden und unserem ersten Pausenstopp, dem Klosterhof Knechtsteden.




Links geht es von der Straße ab auf den schön angelegten Parkplatz. Vor über 100 Jahren wurde der „KlosterhofKnechtsteden“ erbaut, um die nicht zum sehenswerten „Kloster Knechtsteden“ gehörenden Besucher zu Bewirten und unterzubringen.




Das schöne Gebäude verfügt über mehrere gastliche Wirtsräume in historischem Stil und einen tollen Biergarten unter Bäumen, in dem man sich das hier ausgeschenkte Knechtstedener Schwarzbier, das es nur hier im Ausschank gibt, schmecken lassen kann.




Nachdem wir zuerst unsere Rösser versorgt haben, geht es hinein ins Gasthaus, wo wir auch sogleich freundlich empfangen werden.




Trotz des eher ungemütlichen Wetters ist die Schankstube gut besucht. Wir sehen dort Reisende, die mit ihrem vierrädrigen Gefährt vorgefahren sind, Radler und auch Wandersleut. Für meine Gefährten und mich ist gerade noch ein langer Tisch mit Bank und Stühlen an der mit dunklem Holz getäfelten Wand frei.




Schnell stehen die Getränke auf dem Tisch und auch die bestellten Speisen lassen nicht lange auf sich warten. Da ThomasK die Speisekarte immer schon zu Hause studiert, weiß er schon wieder einmal im Voraus, worauf er Appetit hat. Aber natürlich findet sich auch für jeden von uns das rechte Gericht.




Gut gestärkt und auch wieder frisch aufgewärmt geht es zurück zu unseren mechanischen Rössern, zu denen sich einige Exemplare der Version 1.0 gesellt haben. Es ist wirklich schön hier, bei angenehmeren Temperaturen werden wir ganz bestimmt wiederkommen.




Über Nievenheim und Stürzelberg nähern wir uns dem Naturschutzgebiet „Zonser Grind“, das auf einer Halbinsel am Rhein zwischen Stürzelberg und Zons liegt.




Entlang des Rheinufers befindet sich dort ein schmaler streifenförmiger Weichholzauwald, in dem zahlreiche Bäume der heimischen Schwarzpappel wachsen.




Vor Jahren, zu Anfang meiner Motorradzeit, bin ich schon einmal mit einem Tourguide hier gewesen – heute möchte mir das gerne noch einmal ansehen.




Das sieht schon interessant aus, wie die hohen Schwarzpappeln inmitten der sich wiegenden Gräser stehen. Da die Gräser von den Bauern gemäht werden, fehlt komplett das Unterholz – so kennt man ja eigentlich keine Wälder.




Wir fahren bis zur Spitze der Halbinsel Grind wo sich das „Fährhaus Pitt Jupp“ befindet.




Neben Gastronomie mit Biergarten gibt es hier einen großen, naturnahen Campingplatz. Zur Zeit sieht alles noch nicht so schön Grün aus, wie es demnächst wohl sein wird.




Einige Camper stehen vor ihren Dauerplätzen und machen eher einen fröstelnden Eindruck. Ich würde, bei den jetzigen Temperaturen jedenfalls, nicht mit ihnen tauschen mögen.




Schön langsam geht es durch das Naturschutzgebiet zurück und dann nach Zons. Die „Feste Zons“ wäre natürlich auch immer einen Besuch wert. Dazu gibt es einen großen Parkplatz zwischen der Rheinfähre und der historischen Altstadt – aber Reiter laufen ja nicht so gerne – und wir waren auch alle schon mehrmals dort – also lieber gleich zur Zonser Fähre :-)




Ganz schön was los auf dem Rhein. Wind, Wellen, Strömung.




Stromauf kämpfen die Frachtschiffe gegen die Kraft des Wassers an, Stromab haben sie einen gehörigen Zacken drauf.





Alle Achtung!




Um den Fluss, mit uns als Passagiere, überhaupt queren zu können fährt der Kapitän erst mal bis zur Mitte des Stroms und wartet ab, bis ein entgegenkommender Frachter an uns vorbeigefahren ist.




Das dauert gehörig lange und ist mit komischen Geräuschen, irritierenden Fahrmanövern und einer 180° Wende in der starken Strömung verbunden.





Zu allem Überfluss rät mir darauf mein TomTom, mitten auf dem Fluss, ich möge doch bitte wenden :-|




Also irgendetwas ist da wohl schief gelaufen. Als wir, nach erstaunlich langer Zeit, auf der anderen Seite anlegen, müssen alle Autos die Fähre rückwärts verlassen und wir unsere Bikes auf dem glatten Riffelblech wenden. Auch mal eine schöne Übung.




Die Autofahrer haben ein ersichtliches Problem, die starke Uferböschung rückwärts hinaufzufahren um oben neben dem wartenden Gegenverkehr zu wenden.




Da nutzen wir dann jede sich bietende Lücke und machen uns davon durch die "UrdenbacherKämpe“ – war schon merkwürdig mit der Fähre :-o




Im „Krankafe“ in Leverkusen Hitdorf wäre bei schönem Wetter auf einen Kaffee mit Kuchen eingekehrt, aber da sind die Läden fest verschlossen.
Ein paar hundert Meter weiter bietet sich eine gute Alternative – der „HitdorferBiergarten“ – heute nur ohne Biergarten.




Drinnen ist es gemütlich warm und da bei unserem Eintreffen ein paar Gäste aufbrechen, bekommen wir auch noch einen schönen Platz mit Aussicht auf die Hitdorfer Fähre.
Die Bedienung ist freundlich, Kaffee und Kuchen schmecken vorzüglich und das Ambiente ist gemütlich  –  für den Guide gibt es sogar einen Stuhl mit Armlehnen ;-)




Die Blechteller an der Decke erinnern uns sofort an unser tolles Erlebnis bei der „Blechdosensammlerin“, das sich tief in unser Gedächtnis eingefügt hat.




Bei lustigen Gesprächen haben wir jede Menge Spaß, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht und es Zeit wird wieder auf die andere Rheinseite zu wechseln.




Während wir auf die nächste Fähre warten kämpft sich mühsam das Frachtschiff Bolero VI vorbei, auf das wir schon an der Zonser Rheinquerung warten mussten.





Erstaunlich, wie lange so ein Schiff Stromauf braucht, während wir gemütlich im Café sitzen :-)




Auf unserer Rückfahrt macht sich Ute bei nächster Gelegenheit auf den Heimweg.




Christine und Günter verlassen uns an der A61 bei Jackerath, Thomas & Birgit verabschieden sich in Erkelenz – danke für die Bilder :-) – und kurz darauf fährt ThomasK, im Kreisverkehr Granterath, eine Ausfahrt weiter als ich.




Danke für eure Begleitung auf einem dann doch noch tollen Tourtag.




ThomasK hat extra seine neue Regenkombi mitgenommen um sie zeitnah zu testen. Dazu hätte er sich aber schon in den Rhein stürzen müssen – wir haben glücklicherweise keinen Tropfen Regen abbekommen :-)






Viel Spaß & tolle Touren
wünscht
HerBert :-)