September
2016 – Zum Obelisken in Weißenthurm am Rhein
Vom Durchreisenden kaum bemerkt, erhebt sich auf einer Anhöhe hoch über
dem Rhein mitten in der Stadt Weißenthurm ein acht Meter hoher Obelisk. Auf
seiner dem Fluss zugewandten Seite steht in erhabenen Lettern - aus dem
Französischen übersetzt - „Die Sambre-Maas-Armee ihrem Oberkommandierenden
Hoche“. Umgeben von einer gepflegten Parkanlage ruhen in dem an ein
etruskisches Rundgrab erinnernden Mausoleum die sterblichen Überreste des
französischen Generals Louis Lazare Hoche. Unter seinem Befehl überquerten im
Jahr 1797 während der Ostertage 40.000 französische Soldaten den Rhein, um
anschließend in der denkwürdigen Schlacht bei Neuwied die
österreichisch-preußischen Truppen zu besiegen und dadurch den politischen
Aufstieg Napoléon Bonapartes zu beschleunigen.
Fünf Monate nach diesen Ereignissen starb der hoch geachtete General in
Wetzlar, gerade einmal 29-jährig. Seine Soldaten spendeten einen großen
Geldbetrag, um das Grundstück auf dem Hügel am Rhein zu erwerben, von dem Hoche
zuvor seine erfolgreichen Operationen leitete. Sie ließen das bis heute bestens
erhaltene Monument errichten und sorgten für die entsprechende Pflege.
Bis 1978 galt das über 4.000 Quadratmeter große, bewachte Gelände als
exterritorial. Dank eines Vertrages zwischen dem französischen Staat und der
Stadt sind die schmiedeeisernen Tore mit den goldfarbenen Staatsinsignien
Frankreichs (RF = République Francaise) heute für jedermann geöffnet.
Lediglich die Grabkammer mit der Urne, sichtbar hinter der Gittertür am
Ende eines schmalen Ganges, bleibt verschlossen. Sehenswert sind die vier
großen Bronzereliefs auf den Seiten des Obelisken. Sie wurden im Jahr 1800 von
dem bekannten Pariser Bildhauer Louis Simon Boizot geschaffen und zeigen die
wichtigsten militärischen Erfolge Hoches: die Eroberung des Forts Ponthiève bei
Quiberon 1795, die Beendigung des Bürgerkrieges in der Vendée 1796, den Angriff
auf die Weißenburger Linien im Elsass 1793 und die berühmte Schlacht bei
Neuwied (1797).
Vom Obelisken hat man einen wunderbaren Blick auf das Rheintal mit der
eleganten „Raiffeisen-Brücke“ bei Neuwied, dem dahinter liegenden Schloss und
den Rheinhöhen bei Monrepos und Rengsdorf.
Je mehr ich nachlese und nachschlage, desto
mehr interessiert mich die Geschichte des Mannes, der auf jenem Hügel in
Weißenthurm, mit Blick auf den Rhein und Neuwied, seine letzte Ruhestätte
gefunden hat. Alt ist er nicht geworden. Mit nur 29 Jahre starb der
erfolgreiche hoch geachtete General der Napoleonischen Armee im Jahre 1797 an
einer schweren Lungen- bzw. Bronchialerkrankung.
Diese Geschichte scheint mir interessant
genug, um das Monument General Hoche einmal auf einer unserer Touren zu
besuchen.
Bei Thomas & Birgit
warten schon Brigitte mit SAM, Christine und Günter und ThomasK. Mit der kompletten Truppe treffen wir uns dann kurze Zeit später in Bedburg. Dieses Mal aber nicht auf der Raststätte Bedburger Land an der A61 – die Auffahrt Jackerath zur A61 ist
heute wieder einmal wegen Garzweiler II Bauarbeiten gesperrt.
Mal was anderes – Ute, Heike und Helmut und Paul & Mary warten an der Bäckerei
Kraus in Bedburg auf uns. Ist gar nicht so schlecht, wer noch einen Kaffee oder
ein Brötchen möchte wird hier gut bedient.
Unser Ziel wollen wir über die Höhen des Westerwalds erreichen und zu Mittag an der Gaststätte „Zur Isenburg“ sein.
Vorbei an den großen RWE-Kohlekraftwerken
Neurath und Niederaußem geht es bei Köln-Bocklemünd auf die Autobahn, im
Halbkreis um Köln herum und an der Abfahrt Sankt Augustin wieder runter von der
Bahn.
Ruckzuck ist so schon eine Stunde rum und es wird Zeit für eine erste Pause.
Die gibt’s beim Café Hard in der Netto-Filiale in St. Augustin.
Schnell haben wir die noch wenigen freien
Plätze für uns belegt – die Bäckereien haben den Outdoor-Bereich der Discounter
und Baumärkte schon längst erobert und sorgen mit duftendem Kaffee und frischen Brötchen und
Teilchen für allseits gute Laune :-)
Die wird nun aber doch noch getrübt als
Günter feststellt, dass sich am Vorderrad seiner GS eine kleine Pfütze
ausbreitet. Nach genauerer Betrachtung stellt sich dann heraus, dass das rechte
Federbein undicht ist und Öl verliert. Leider bleibt Günter jetzt nur übrig die
Tour abzubrechen und mit Christine im Geleit den Heimweg anzutreten. Schon
Anfang der Woche kann Günter uns dann mitteilen, dass sein freundlicher
BMW-Händler gleich beide Federbeine wieder auf neu gebracht hat.
Für uns geht es weiter über Asbach,
Neustadt (Wied), Niederbreitbach und Rüscheid, immer tiefer in den Westerwald
hinein.
Die Ortschaften die wir durchqueren wirken
ruhig und gepflegt.
Überhaupt ist die Gegend
sehr abwechslungsreich und das Landschaftsbild wechselt ständig zwischen
schönen Wäldern und tollen Aussichten auf den Höhenzügen – ein ideales Gebiet,
um mit seinem Motorrad eine Menge Spaß zu haben.
Wo ist er nur – der Wind – der so kalt über die Höhen des Westerwalds pfeifen soll? Aber das macht er wohl nur im
Winter ;-)
Von Thalhausen aus fahren wir, immer am
Iserbach vorbei, schon seit einiger Zeit durch ein dichtes Waldstück. Vorne
rechts steigt Rauch auf und ein herzhafter Geruch nach geräucherten Forellen
dringt in unsere Nasen. Im Vorbeifahren sehen wir die „Fischerhütte
Meißel“ in einer Lichtung am Fischteich liegen.
Wenn wir uns nicht auf die „Gaststätte zur Isenburg“ gefreut hätten, wären wir
jetzt zur Fischerhütte abgebogen – aber was nicht ist, das wird ganz bestimmt
noch einmal werden ;-)
Im Biergarten sitzen wir gemütlich unter großen Bäumen und „erholen“ uns bei einem
leckeren Mittagessen von den Strapazen der bisherigen Tour :-)
Günter hat uns
mittlerweile per WA mitgeteilt, dass Christine und er sicher Zuhause
angekommen sind und dass sein Bike schon auf dem Hof seines BMW-Händlers steht.
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Gastraum Zur Isenburg
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Bikerinnen-WC
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Vergessen
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Die Strecke von Isenburg nach Wittgert ist
eine sehr schöne Strecke. Wald wechselt sich mit saftig grünen Feuchtgebieten
ab, durch die sich die kleine L304 schlängelt.
Nun geht es wieder weiter südlich Richtung
Alsbach. In der Nachbetrachtung war es dann Grenzau
– dieser schön gelegene Ort am Brexbach – mitten im Westerwald und zu Füßen der
800 Jahre alten Burg Grenzau.
Über die Raiffeisen-Brücke fahren wir über
den Rhein, von Neuwied nach Weißenthurm. Nach der Einsamkeit des Westerwalds ist
hier auf der Brücke schon mächtig was los.
In Weißenthurm sind wir – fast – am Ziel
unserer Reise angekommen. Da es am Monument nicht genügend Stellplätze für
unsere Bikes geben soll, halten wir auf dem Parkplatz der Realschule auf der
Kirchstraße.
Von hier aus brauchen wir jetzt „nur“ noch die
Stufen bis zum Grab-Denkmal hinaufzusteigen. Da machen aber, bei den heutigen
Temperaturen, die Gefährten nicht mehr mit ;-) Es ist zu heiß – der
Weg zu weit – viel zu steil – und überhaupt könnte man doch bestimmt auch bis
ganz nach oben fahren :-)
Na gut, dann fragen wir mal die Passanten,
wo es hier mit den Bike eine Straße höher den Hügel hinauf geht. Und zu unserer
Überraschung hat hier niemand eine Ahnung, wo sich das Denkmal mit dem acht
Meter hohen Monolithen befinden soll – noch nie gesehen oder davon gehört :-o
Unsere „Rettung“ ist ein Mitarbeiter der
Stadt Weißenthurm, der unsere Umfrage mitbekommen hat. „Natürlich kenne ich unseren Hosch und wenn ihr wollt, fahre
ich vor und zeige euch den Weg hinauf“
Und das machen wir dann auch und einige
Minuten später sind wir an der Rückseite des Monuments und können dort
bequem unsere Bikes abstellen. Nochmals vielen Dank an den freundlichen „Führer“
der Stadt Weißenthurm – er hat mich – eventuell – vor einer Meuterei meiner
Gefährten bewahrt ;-))
Der Besuch eines Denkmals, wie
die Grabstädte des General "Louis Lazare Hoche", ist immer ein Blick in die
Vergangenheit und was seitdem daraus geworden ist.
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| Auf dem Weg zur Grabkammer |
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| Zwei der vier großen Bronzereliefs |
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| Abgang zur Grabkammer |
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| Türe zur Grabkammer |
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| Die verschlossene Gittertüre des Mausoleums |
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| Blick auf die Urne in der Grabkammer |
Nun sind wir auf dem Rückweg. Neuwied,
Datzeroth, St. Katharinen und durchs Siebengebirge kommen wir nach Königswinter, wo wir zunächst unsere mechanischen Rösser versorgen.
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| Tankwart SAM |
Danach genießen wir auf der Rheinallee ein
Eis und den Blick auf den Rhein.
Im Vorfeld macht man sich Gedanken darüber, wo man hier wohl die Bikes parken kann – ging aber ganz prima zwischen den
Bäumen – man muss sie nur weit genug nach vorne stellen, damit sie die
Straßenbahn nicht umfährt ;-)
Am Anleger warten wir auf die nächste Fähre
nach Bad Godesberg, bei Rheinbach geht es auf die A61 und gegen 20 Uhr sind wir,
nach ca. 400 tollen Kilometern, wieder Zuhause.
Es hat Spaß gemacht durch den Westerwald zu
biken, wieder einen tollen Tourtag zu erleben, und dem Bericht Birgits Bilder zuzufügen
:-)
Die Datei zur Tour gibt's - "HIER"
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| Erstellt mit Tyre und Google |
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Start: Bedburg - 5 Sankt Augustin - 10 Asbach - 22 Isenburg - 24 Grenzau - 27 Am Hoche - 36 Königswinter - Ziel: AD Jackerath
Erstellt mit Motorrad Tourenplaner |
Viel Spaß & tolle Touren wünscht HerBert ;-)