Samstag, 21. August 2010

Komm zur Ruhr

Im August 2010 starteten wir zu unserer Tour "Komm zur Ruhr". Eine beeindruckende Reise in die Industriekultur des Ruhrgebiets - eine Tour, an die ich mich gerne zurückerinnere.

Rheinorange Duisburg                                                                                                                                                    Copyright by Bjoerg C.

Kohle und Stahl, Kumpelehre und Revierstolz - Das Ruhrgebiet war immer mehr als nur der „Kohlenpott“ Deutschlands.

Westwards „Komm zur Ruhr“ zeigt, was man vom Ruhrgebiet gesehen haben muss - Die Geschichte der Industrialisierung, die Architektur historischer Industriebauten - Top-10-Stätten der Industriekultur.

Und das alles eingebettet in der außerordentlichen landschaftlichen Vielfalt des mittlerweile „Bunten Potts“.

Auf unserer Tour „streifen“ wir einige bedeutende Denkmäler der Industriegeschichte des Ruhrgebiets.

Alle diese Orte genauer zu erkunden ist aus zeitlichen Gründen leider nicht möglich - das würde gleich mehrere interessante Tage benötigen.

Was wir aber auf jeden Fall von dieser Tour mitnehmen ist die Basis für weitere Besuche  - zu späteren Gelegenheiten.

Wehrhahnmühle Duisburg Innenhafen                                             Copyright: Dieter Golland
km 0 - Polo Jüchen
km 55 - Innenhafen Duisburg (A)
Mit Mühlenwerken und Speichern entstand um 1900 am Duisburger Innenhafen das Zentrum des deutschen Getreidehandels. Nach dem 2.Weltkrieg verlor der  Innenhafen seine Bedeutung, in den siebziger Jahren drohte den alten Getreidespeichern der Abriss. Heute gestalten Architekten, Künstler und Stadtplaner ihn zu einem attraktiven Stadtquartier um, das Arbeiten, Wohnen und Freizeit miteinander verbindet. Besondere Attraktionen sind: Die attraktive Gastronomiezeile, das Kultur- und Stadthistorische Museum sowie die Rundfahrten durch den größten Binnenhafen der Welt vom Steiger Schwanentor aus. Maritimes Flair verbreitet die "Marina Duisburg" mit 133 Liegeplätzen.
Beim Verlassen des Innenhafens und der Überquerung der Ruhr sehen wir links von Ruhrort „Rheinorange“, eine überdimensionale Stehle, die die Einmündung der Ruhr in den Rhein markiert.
LaPaDu-Im Rausch der Farben                                                                 Copyright: Sharkingo
km 65 - Landschaftspark Duisburg-Nord (B)
Industriegeschichte, Ökologie, Erholung, Freizeit und Kultur - der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein ganz besonderer Park. Den Mittelpunkt bildet die 1985 stillgelegte Meidericher Eisenhütte. Auf dem 200 Hektar großen Gelände sind zahlreiche Attraktionen entstanden, etwa der Kletterpark in den alten Erzbunkern. Ein ehemaliger Gasometer bietet gar Gelegenheit zum Tauchen. Der Besucher kann einen Hochofen besteigen oder an unterschiedlichen Führungen teilnehmen. Auch als ungewöhnliche kulturelle Spielstätte hat der Landschaftspark längst einen guten Namen. Abends verwandelt eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park das Hüttenwerk in ein faszinierendes Lichtspektakel.


km 85 - Wood Pecker’s Roadhouse Bottrop - An der Grafenmühle (C)



km 160 - Schiffshebewerk Henrichenburg (D)
Das alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Es war bis 1970 in Betrieb. Heute ist es ein Standort des Westfälischen Industriemuseums. Das Museum bietet Einblicke in die Geschichte der Binnenschifffahrt und des Kanalwesens. In der Maschinenhalle können die Besucher die Welt der Technik und des Dampfes entdecken. Die Lebens- und Arbeitswelt der Schiffer lernt man an Bord eines Museumsschiffes kennen. Stationen auf einem Spaziergang am Oberwasser sind: Historische Helling, Schiffe und Arbeitsgeräte, Anleger und Verladestelle, Hafenkräne und Hubbrücke. Zu bestaunen gibt es ein in Europa einzigartiges Ensemble der Hebewerkstechnik.
Road Stop Hohensyburg                                                                                                     Quelle
km 200 - Road Stop Dortmund Hohensyburg (E)

km 230 - Henrichshütte Hattingen (F)
Die vor 150 Jahren gegründete Henrichshütte steht für den Beginn, die Blüte und den Niedergang der Schwerindustrie im Ruhrgebiet. Bis zu 10.000 Menschen waren in den verschiedenen Betrieben der Hütte mit der Koks-, Eisen- und  Stahlproduktion, dem Walzen, Schmieden und Gießen beschäftigt. Gegen den erbitterten Widerstand einer ganzen Region wurde 1987 Hochofen 3, der älteste im Revier, ausgeblasen. Heute ist die ehemalige Hütte ein Industriemuseums. Rundwege für Erwachsene und Kinder erschließen das 50.000 qm große Museumsgelände. Auf Fotos, in Filmen und Interviews begegnen Museumsgäste Menschen, die über ihre Arbeit auf der Hütte berichten. Eine Schaugießerei, Abendführungen mit Kulturprogramm, Vorträge und Sonderausstellungen ergänzen das vielfältige Angebot.
Lockparade                                                                   Copyright: Eisenbahnmuseum Bochum
km 240 - Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen (G)
Mit über 180 Fahrzeugen aus der Zeit von 1853 bis 1964 gehört das Eisenbahnmuseum heute zu den größten seiner Art in Deutschland. Einige Fahrzeuge sind sogar betriebsfähig. In einem original erhaltenen Betriebswerk mit 14-ständigem Ringlokschuppen und dazu gehörigen Nebenanlagen wie Drehscheibe, Wasserturm und Bekohlungsanlage kann man sie alle sehen, die kleine Industriebahnlok ebenso wie den eleganten Schnellzug-Renner.
Kräftige Güterzugmaschinen, wie sie für das Ruhrgebiet jahrzehntelang typisch waren, sind ebenso vertreten wie der "Akku-Blitz", ein Triebwagen, der früher auf vielen Nebenstrecken des Reviers den Personenverkehr besorgte.




km 250 - Bikertreff am Haus Scheppen (H)
Villa Hügel                                                                                                                          Quelle
km 255 - Villa Hügel (I)
Die Villa Hügel diente von 1873 bis 1945 der Industriellenfamilie Krupp als Wohnsitz und Repräsentationsort des Unternehmens. Das Große Haus war einst Hauptwohngebäude der Familie und beherbergt heute die Kulturstiftung Ruhr. Hier finden große, überregionale Kunstausstellungen statt. Im Kleinen Haus informieren Ausstellungen über die Geschichte der Familie und des Unternehmens Krupp sowie die Förderaktivitäten der Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die auch Eigentümerin der Villa ist. Die repräsentative Parkanlage lädt zu einem Spaziergang und zum Verweilen ein.
Margarethenhöhe                                                                                                                                                                            Quelle
km 265 - Margarethenhöhe (J)     
Die Gartenstadt Margarethenhöhe, benannt nach der Stifterin Margarethe Krupp, galt schon während ihrer Entstehungszeit zwischen 1909 und 1920 als Paradebeispiel einer zweckmäßigen und zugleich menschenfreundlichen Siedlungsbauweise. Noch heute üben die Häuser, von denen kaum eines dem anderen gleicht, nicht nur auf architektonisch Interessierte eine starke Anziehungskraft aus. Geschwungene Giebel und Laubengänge, Erker, Holzfensterläden und Natursteinsockel prägen den liebenswerten Gesamteindruck. Für einen Blick hinter die Fassaden wurde in der Stenstraße eine Museumswohnung eingerichtet.
Zeche Zollverein                                                                                                                Quelle
km 275 - Zeche Zollverein (K)
Der Eifelturm des Ruhrgebiets.
Das Wahrzeichen des alten und neuen Ruhrgebietes: Welterbe Zeche und Kokerei Zollverein Die Zentralschachtanlage Zollverein XII galt bis zu ihrer Stilllegung 1986 nicht nur als modernste, sondern auch als "schönste Zeche der Welt". Zusammen mit der Kokerei Zollverein und der Gründungsschachtanlage 1/2/8 gehört sie heute zu den Welterbestätten der Menschheit. Wo früher täglich 12.000 Tonnen Kohle gefördert, aufbereitet und weiter zu Koks veredelt wurden, befindet sich heute ein moderner, lebendiger Standort für Kultur und Design. Auf dem Museumspfad Zollverein und der Kokerei Zollverein können die Besucher in die industrielle Vergangenheit eintauchen. Zahlreiche Erlebnisführungen präsentieren Zollverein in all seinen Facetten.
Tetraeder Bottrop                                                                                                               Quelle
km 285 - Tetraeder Bottrop (L)
Bist du schwindelfrei? Das Tetraeder in Bottrop bietet einen phantastischen Blick über das Ruhrgebiet. Die dreiseitige Pyramide ist ein frei begehbarer Aussichtsturm auf der Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock. 60 Meter oberhalb der Halde leuchtet das Tetraeder auch nachts aus der Ferne. Die Stahl-Konstruktion ruht auf vier 8 m hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der ca. 120 m hohen Halde.
Der höchste Aussichtspunkt - 42 Meter über dem Haldengipfel – hängt auch noch bewusst "schräg".



km 295 - Gasometer Oberhausen (M)     
Der Gasometer Oberhausen, 1929 als Gas-Zwischenspeicher erbaut, wurde 1988 stillgelegt und 1993/94 zur größten und wohl außergewöhnlichsten Ausstellungshalle Europas umgebaut. Spektakuläre Projekte wie die Installation "The Wall" von Christo und Jeanne-Claude, stellten Besucherrekorde auf und machten den Gasometer überregional zu einem der bekanntesten Symbole des Ruhrgebietes. Seit März 2006 beherbergt der Gasbehälter in seinem über 100 Meter hohen Innenraum die  faszinierende Licht-Klang-Installation "Licht Himmel" der international  bekannten Künstlerin Christina Kubisch. Mehr als 200 Leuchten tauchen den Polygon in ein völlig neues Licht und erinnern an einen Sternenhimmel. "Licht Himmel" bildet gemeinsam mit dem einzigartigen Ambiente im Inneren der Industrie-Kathedrale den Rahmen für ein unvergessliches Erlebnis. Abgerundet wird der Gasometer- Besuch durch den grandiosen Blick von seinem 117 Meter hohen Dach auf das gesamte westliche Ruhrgebiet.

Zum Abschluss geht es noch einmal am Landschaftspark Duisburg-Nord vorbei. Im Vorbeifahren erleben wir die faszinierende bunte Beleuchtung der ehemaligen Eisenhütte.

km 360 Tourende Polo Jüchen


Erstellt mit: Google Maps


Viel Spaß & tolle Touren wünscht - HerBert ;-)


Samstag, 5. Juni 2010

"Drachenland"



Juni 2010 - Wir warten auf die Fähre nach Königswinter.




Mit 12 Bikes und 3 Sozia durch das Siebengebirge bis zu den Siegfällen in Windeck-Schladern.

Schon etwas länger her, aber immer wieder eine tolle Tour.



Nahe Königswinter, am Fuße des Siebengebirges, da wo der Rhein ins Flachland der Kölner Bucht fließt, ragt der gewaltige, sagenumwobene Drachenfels über dem großen Fluss empor.





Die beeindruckend schöne Landschaft und die sich um den Drachenfels rankenden Sagen und Geschichten, haben dazu beigetragen, dass einst das „Drachenland“ zu einem der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele des Rheinlands wurde.




Von der Rheinfähre bei Mehlem - Königswinter hat man den direkten Blick auf das Siebengebirge - mit Drachenburg, Petersberg und den Drachenfels.

„Drachenland“ – einfach „Sagenhaft“ dieser Blick.





Vom Anlegeplatz der Fähre geht es geradewegs ins Siebengebirge. Aber zuerst noch eine kleine Kaffeepause.





Im Biergarten des „Altes Fährhaus“ gibt es Platz für die Bikes, ein angenehmes Ambiente und einen schönen Ausblick auf den Rhein.




Das Siebengebirge.

Warum gerade Sieben? Das scheint nicht eindeutig geklärt. Immerhin sind es an die 50 Erhebungen die in diesem Gebirge auf uns warten. Vielleicht sind ja nur die 7 höchsten gemeint? Oder Sieben, als die alte, immer wieder vorkommende magische Zahl? Oder abgeleitet von „Siepen“, von Nass und Feucht? Ist aber auch nicht so ganz wichtig für uns - die Landschaft ist zum Touren einfach nur klasse.





Kurz hinter Oberdollendorf sehen wir die Chorruine - Kloster Heisterbach. Das ehemalige Zisterzienserkloster aus dem 13. Jh. besaß die größte romanische Kirche im Rheinland nach dem Kölner Dom. Sie wurde während der französischen Revolution zerstört. Die Chorruine ist heute ein Kulturdenkmal von europäischem Rang.





Eine Reise in die „putzige“ Fachwerkstadt Blankenberg gleicht einer Reise in eine andere Zeit. 




Hoch über der Sieg liegt die mittelalterliche Stadt, in der Burgruinen alte Stadtmauern und Tortürme von einer Zeit der Ritter und Burgherren erzählen.





Am Fuße des Berges, unten in der Schlucht, liegt die „Mühle zum Blankenberg“. Direkt neben dem plätschernden Mühlbach sitzt man im Schatten des Blankenbergs und genießt im Biergarten seine Mittagspause.





Weiter geht es den Windungen der Sieg entlang bis wir Windeck - Schladern erreichen. 




Hier ist der Besuch des außergewöhnlichen „Elmores“ ein absolutes „Muss“.







Vom Biergarten der ehemaligen Elmores Kupferwerke blickt man, aus verschiedenen Perspektiven, auf das Panorama der „Siegfälle“.




Dieser besondere Platz und die außergewöhnliche „ Ambient & Chillout-Musik“ machen einen Stopp bei Elmores immer zu einem besonderen Erlebnis.






Zurück geht es auf schnittigen Straßen, durch schnuckelige Dörfer und natürlich durch ganz viel Landschaft. Über die Sophienhöhe bringt uns die Drachenfelsstraße wieder zurück nach Königswinter zur Fähre Niederdollendorf – Bad Godesberg.





Nach der Rheinüberquerung lockt, vom Biergarten der Bastei-Terrasse, ein letzter Blick auf das eben noch durchquerte Siebengebirge.





Tourstart: Rheinfähre Mehlem-Königswinter, Tourende Rheinfähre Königswinter-Bonn, Tourlänge: ca. 200 km, Reine Fahrzeit: ca. 5 Stunden, Tourcharakter: Mittelschwere Landschaftstour, Fahrerprofil: Normaltourer mit sicher Beherrschung des Bikes.

Die Tourdatei zum Download gibt’s bei MyRouteApp unter:

  
Danke auch noch mal an meine Mittourerinnen und Mittourer:
Birgit - Thomas - Matthias - Horst & Heike - Georg & Verena - Rainer - Peter - Uli - Carsten & Liane - Uschi - Helmut