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Samstag, 15. März 2014

Juni 2013 – „Das Salz der Opalküste“ VI


Wir kommen vom Cap Blanc Nez.



Auf der anderen Seite des Caps geht‘s hinunter nach Calais.



Links von uns reiht sich hier Schiff an Schiff auf der Fahrt durch den engen Ärmelkanal.



„Sangratte“, schon mal gehört? Hier "überqueren" wir den „Eurotunnel“. 
Seit 1994 verbinden die drei 50,45 km langen Röhren England mit dem europäischen Festland.

Thomas wird später "schwören", dass genau unter uns ein Zug in Richtung England durchfuhr - 
so genau hatte er das gespürt ;-)

Mit dem Motorrad durch den Tunnel, geht das?

"Na klar, das geht auch"

Machen wir vielleicht demnächst mal bei: „Auf Rosamunde Pilchers Spuren“ durch Südengland.



"Calais" ist für uns die letzte Etappe entlang der Opalküste. Hier ist der wichtigste Hafen Frankreichs für die Passagierschifffahrt mit England.



Langsam Cruisen wir durch die interessante Stadt, die viel mehr zu bieten hat, als „nur“ das Sprungbrett zur Britischen Insel zu sein.



Ein Film und seine Folgen
 

"Bergues", im Norden Frankreichs erfreut sich einer gewissen Berühmtheit.



Wer den Film "Willkommen bei den Sch'tis" gesehen hat, wird den Ort gerne mit einem kleinen Zwischenstopp verbinden.



Im Schatten des großen Belfrieds kann man am Originalschauplatz der Dreharbeiten „Moules-frites“ genießen.



Zügig umfahren wir Brüssel. Hier ist Kolonnenverkehr angesagt. 120km/h sind zugelassen, muss man auch fahren. Eingeklemmt im dichten Verkehr bleibt einem gar nichts anderes übrig. Alle halten sich an die Begrenzung, denn auf der Rückseite fast jeder Brücke sind Blitzanlagen installiert.

Wir tanken noch einmal an einer Autobahnraststätte. Hier erlebe ich es zum ersten Mal, dass man seinen Sprit im Voraus bezahlen muss. Ich zahle 20€ und fülle meinen Tank damit bis zum Stehkragen. Mehr wäre auch nicht hinein gegangen. Und was wäre gewesen, wenn ich zu viel geordert hätte? Ok, hab ich dann erfahren. Dann hätte ich die Differenz an der Kasse zurückbekommen.

Unterwegs noch mal eine Pause, die Kilometer fordern  so langsam ihren Tribut. Hier verabschieden wir uns dann schon mal vorsorglich voneinander.



Bei Sittard überqueren wir die NL/D Grenze und sind kurz darauf in heimatlichen Gefilden.

Nach und nach löst sich unsere Truppe auf, bis wir zu dritt unsere Tour von den beiden Caps, nach 520 Kilometern, im McD-Hückelhoven beenden :-)



Donnerstag, 13. März 2014

Juni 2013 – „Das Salz der Opalküste“ V


Was nach dem Kreisverkehr hinter Boulogne-sur-Meer folgt, ist schon ein toller Anblick.



Das Bike auf Cruiser- Geschwindigkeit drosseln und den Anblick hinunter auf "Wimereux", solange es nur geht, genießen.



Für uns ist der Himmel tiefblau, die Sonne strahlend und die Brandung rollt bei Windstärke 6 immer wieder mächtig gegen die befestigte Uferpromenade an.



Der haushoch aufspritzenden Gicht verteilt sich zu tollen Lichtreflexen.



An der 900m langen befestigten Strandpromenade drängen sich die gut erhaltenen Villen der Belle Epoque. 
Die Wellen zerbrechen wuchtig am betonierten Schutzwall und der Wind zerstäubt die Gichtfontänen im Nu.



Endlich sind wir am Ziel. Wir schauen hinaus aufs Meer – dann schmecken wir's auf unseren Lippen  –
„Das Salz der Opalküste“ 


 „Im Land der beiden Caps“

Die „Hotspots der Steilküste am „Pas de Calais" sind die beiden Caps Gris-Nez – Graunase und  Blanc-Nez – Weißnase.



Schon seit langer Zeit haben wir Cap Gris-Nez, das kleinere der beiden Caps, im Blickfeld. Grau leuchtet es aus der blauen See zu uns herüber.



Noch ist es eine weite Strecke bis wir an der Spitze des Caps stehen, denn vorher haben wir noch ein Treffen mit der deutschen Geschichte in Nord-Frankreich.



Nach links folgen wir dem Schild „Batterie Todt“



Kurtz darauf liegt sie vor uns, die ehemalige deutsche Geschützstellung aus dem Zweiten-Weltkrieg. Mächtig, in Beton gegossen liegt sie da, mit gewaltigen Geschützrohren, die auf die andere Seite des Kanals gerichtet sind. Die 38-cm-Schiffsgeschütze hatten eine Reichweite von bis zu 55,7 km – bis zur andere Seite des Kanals. Hier war während des zweiten Weltkriegs auch der Schriftsteller Heinrich Böll stationiert.

Die Batterie kann, auch im Innenbereich, als zeithistorisches Denkmal besichtigt werden. Zur Erfrischung gibt's im Außenbereich ein kleines Bistro.



Uns genügt wie immer eine ganz laaaangsame Runde mit unseren Bikes ums Areal , ein paar Fotos von unserer Top-Tour-Fotos-Sozia-Birgit und ab geht’s zum Cap Weißnase.



Ein paar Kilometer fahren wir aufs Kapp hinaus, dann ist am großen Parkplatz Schluss, weiter geht's nur noch zu Fuß. Danke noch mal an Ute, die die erste Wache übernommen hat. Unbeaufsichtigt sollte man seine Bikes in dieser Einsamkeit nicht zurücklassen.



Holzstege führen durch die Dünen bis ganz nach Vorne ans Kap, wo ein hölzernes Podest einige Meter über die Steilküste hinausragt. Unter uns tobt das Meer und der Wind bläst mit Windstärke 6 mächtig um unsere Ohren.



Von hier aus trifft unser direkter Blick hinüber nach England und im Dunst liegt das Shakespeare-Cliff bei Dover. Mit 33 km ist dies die engste Stelle des Kanals, die „Straße von Dover“.



Was für ein tolles Gefühl, hier am "Cap Gris-Nez"am Ziel unserer Reise, zu stehen.



Erstaunlich, wie gut von hier aus die Verbindung nach zu Hause ist. Ach, kein Wunder. Mächtig erhebt sich über uns der Leuchtturm, der den Schiffen vor uns den Weg durch die viel befahrene Seestraße weist und für uns natürlich auch eine Mobilfunkantenne besitzt.




Nächster Punkt, nächstes Cap.
Doch zuvor gibt’s noch eine kleine Kaffeepause in einem der tollen, urgemütlichen Cafés zwischen den Dünen.



145 Meter über dem Meeresspiegel reckt "Cap Blanc-Nez" anmutig seine Kreidenase in die Höhe.



Anmutig leuchtet vor uns die Landspitze in der Sonne über dem opalfarbenen Wasser des Ärmelkanals.



Langsam schrauben wir uns den Hügel hinauf bis wir den Parkplatz auf der Kuppe des Caps erreicht haben.



Hoch oben, auf der Spitze des Caps erblicken wir einen eindrucksvollen Obelisken.



Er und sein Gegenstück auf der anderen Seite bei Dover, erinnern an die „Dover Patrol“, an die gute Zusammenarbeit der französischen und englischen Verteidiger des Ärmelkanals im 1. Weltkrieg.....



Donnerstag, 6. März 2014

Juni 2013 - "Das Salz der Opalküste" IV


Heute geht es endlich ans Meer.

Dazu starten wir gemeinsam um 09:00 in Buigny-Saint-Maclou von der Ferme „Wastinne“ in der Birgit & Thomas und ThomasK übernachtet haben.

Das heißt für Ute und mich 7:30 Frühstück, 8:30 Abfahrt von unserer Unterkunft.

  

Madame Chevot hat alles aufgeboten, was ein Frühstück in der Picardie zu bieten hat. Kaffee oder Tee so viel man möchte, Brot, Käse, Wurst, Marmelade, Joghurt, Müsli, Törtchen und Kuchen – einfach toll.
Super ist auch der Blick vom Frühstückstisch hinaus in den weiten Garten mit Wiesen und Bäumen – Schön ist es bei Madame Chivot. 

Leider hat es wieder angefangen zu nieseln. Dann müssen eben die Regenkombis drüber – und los geht’s.



Kleine niedrige Häuser stehen hier im satten Grün - sie scheinen sich im Regen und Wind zu ducken, genau wie die Weiden, die sich dem stetigen Westwind gebeugt haben. Unwirklich erscheint die Fahrt im Morgendunst, dem Rest unseres Teams entgegen.



Der erste Blick aufs Meer gelingt uns bei Le Crotoy, wo die “Somme” in einem großen Delta in den Ärmelkanal mündet. Links ist gerade noch der  historischer Ort "Saint-Valerie-sur-Somme" zu erkennen. Hier versammelte Anno 1066 Wilhelm der Eroberer seine Normannenkrieger um mit ihnen England zu erobern.




Der nächste Tankstopp - Ute wird schon wieder leicht nervös  - klappt zum Glück super.  Eine Tankstelle mit Supermarkt, hier ist sogar am Sonntag geöffnet. Die Tankstelle funktioniert aber nur mit Tankkarten. Und hier, was für ein Glück, sogar mit meiner EC-Karte. Die französische Anmeldeprozedur klappt natürlich nur mit Thomas freundlicher Unterstützung, dafür dürfen dann aber auch die restlichen Maschinen der Reihe nach ihre Tanks bei mir füllen. Dass gut 60 Liter eigentlich nicht in meine Kawa passen, ist dem Tankautomat zum Glück nicht aufgefallen.



Wir durchqueren das ehemalige Fischerdorf "Berck sur Mer", das heute, im französischen Sinne, ein Seebad und eine gut besuchte Badestadt ist.



Kurz darauf treffen wir in "Le Touquet Paris Plage" ein, einem der bevorzugten Seebäder der Pariser Bevölkerung.



Langsam rollen wir durch die lichten Kiefernwälder, die dem Luftkurort mit mondänem Flair umgeben.
Mit jedem Meter lichtet sich der Himmel und endlich, als wir im Schneckentempo auf die riesige tolle Strandpromenade einbiegen, zerteilen sich die Wolken und die Sonne strahlt zu uns herunter und bleibt für den ganzen Tag. „Du wirst mir langsam unheimlich, wie du das alles so organisierst“, sagt Thomas noch.„Glück – oder?“



 Weiter geht‘s, die Küste entlang in Richtung Boulogne-sur-Meer.



Aber erst noch ein kleiner Zwischenstopp in den Dünen - die Regensachen müssen runter. Die Temperaturen sind mittlerweile mehr als angenehm geworden.

Dann liegt "Boulogne-sur-Meer" vor uns, der größte Ort an der "Opalküste" und der größte Fischereihafen Frankreichs.



Langsam rollen wir von der Höhe herunter auf Boulogne-sur-Meer zu. Der Blick auf die oben liegende Stadt, mit der hoch aufragenden Kuppel der Kirche Notre Dame, ist einfach toll.

Nachdem wir die Brücke vor der Stadt überquert haben ist unser Ziel die von dicken Festungsmauern umgebene Altstadt. Von dort oben hat man einen weiten Blick aufs Meer.



Auf street view habe ich mir genau die Stelle in der Stadtmauer angesehen, an der wir mit unseren Bikes durchbrechen können. Die Vorbereitung klappt perfekt – kurz darauf sind wir mitten in der sehenswerten Altstadt.



Nun geht es wieder den Berg hinunter zum Hafen. Von hier aus starteten die Römer die Unterwerfung der Insel Britannien.



Entlang der beeindruckenden Uferpromenade mit hunderten geparkten Strandseglern, die wir wegen des starken Windes leider nicht in Aktion sehen können, verlassen wir die beeindruckende Stadt in Richtung Wimereux…..


Dienstag, 4. März 2014

Juni 2013 – „Das Salz der Opalküste“ III


Nach 450 Kilometern, 4 Pausen, 1 Tankstopp und 10 Stunden Reisezeit landen wir punktgenau um 18 Uhr auf der Place de l’Eglise in Saint-Riquier.



Die kleine Stadt, mit 1200 Einwohnern, besitzt eine schöne Kathedrale mit einer alten Abtei, deren Geschichte bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann.

Von hier aus wollen wir uns auf unsere drei verschiedenen „Ferme de France“ verteilen und uns später wieder hier, im Restaurant „ESPRIT GOURMAND“, zum Abendessen treffen.

Birgit & Thomas, unsere beiden Experten in „Französischfragen“,  reservieren noch schnell  einen Tisch für uns und ab geht’s zu den Unterkünften.

Ute und ich haben 2 Zimmer mit Frühstück in der „Ferme du Scardon“ in  Neufmoulin gebucht. Bis dahin sind es gerade mal 4 Kilometer in südwestlicher Richtung.



Wir biegen von der kleinen Dorfstraße ab, dann knirschen unsere Reifen über die dicke Schicht Kies in der Einfahrt der „Ferme du Scardon“

Schön romantisch sieht‘s hier aus. Schmiedeeisernes Gitter, rechts das alte Farmhaus, links das neue geschmackvolle Gästehaus. Und in der Mitte eine große Trauerweide.

Gerade haben wir unsere Bikes abgestellt, da werden wir auch schon freundlich von Madame Chivot begrüßt.

Zur Verständigung wird alles herangezogen was man so auf Französisch, Englisch, Deutsch und mit Händen und Füßen zusammenbekommt – na klappt doch.



Von den Zimmern, die uns Madame Chivot nun zeigt, sind wir sofort angetan. Utes Zimmer liegt im Neubau und ist geschmackvoll und mit Liebe eingerichtet. Mein Zimmer ist im Dachgeschoss des alten Farmhauses. Ich mag diese alten Dielen und Balken und den Blick auf den Hof mit der großen Trauerweide.

Viel Zeit bleibt uns nicht unsere Sachen in den Zimmern zu verstauen.
Und "fein" brauchen wir uns auch nicht machen, es geht ja mit den Bikes zurück zum historischen Stadtkern von
"Saint-Riquier"



Als wir unsere Maschinen auf dem alten Kopfsteinpflaster der Place d’Eglise parken, hat der Regen endlich aufgehört und warme Sonnenstrahlen brechen durch die weißen Wolken am blauen Himmel.



Das Kopfsteinpflaster, das Denkmal, die Bistros rundum, dies alles von alten Bäumen überschattet - und im Hintergrund die großen Abbaye - was für ein toller Platz.



Und mittendrin, einfach filmreif, sitzen Ulrike & Matthias unter der Markise eines der Bistros, mit einem Glas Wein in der Hand und genießen die tolle Atmosphäre. Auch sie hatten es nicht weit. „La Nicoulette“ in Gapennes liegt nur 5 Kilometer nördlich von Saint-Riquier.



Den längsten Weg zum Abendessen haben Birgit & Thomas und ThomasK. Aber auch ihre Bikes treffen nach 12 Kilometern fast zeitgleich mit uns ein.

Nur ein paar Meter sind es hinüber zum „Esprit Gourmand“ wo wir vom Gastwirtspaar schon freundlich erwartet werden.



Die Speisekarte wird mit „großen Emotionen“ rauf und runter besprochen und hin und her übersetzt und am Ende weiß ich mal wieder erst, als mein Essen vor mir steht, was für mich bestellt wurde. Aber da ist auf Birgit & Thomas Geschmack immer Verlass :-)



Trotz der 0-Promillegrenze wird es ein fröhlicher Abend, an dem sich auch unsere Gastwirte rege beteiligen. Als der Chef de Cuisine noch von seiner Dienstzeit bei der Grand Arme in Berlin erzählt, sind wir alle schon längst bekennende Europäer.



Zu fortgeschrittener Stunde starten wir unsere Maschinen und fahren gut gelaunt zu unseren Unterkünften zurück. Madame & Monsieur stehen in der Türe ihres Restaurants und winken uns zu – ein wundervoller Abend…..