Samstag, 22. September 2012

Charleville-Mézières – Die Stadt der Marionetten

September 2012 – Tour zum „Place Ducale“ in Charleville – Mézières
Die Tour führt uns – über die Grenzgebiete von Belgien und Frankreich – nach Charleville-Mézières. Durch eine Reportage in der Tageszeitung auf den „Place Ducale“ aufmerksam gemacht, steht diese Tour schon lange ganz oben auf der Wunschliste. Und da die alte Festungsstadt Sedan auch recht nahe an unserer Route liegt, sind wir schon sehr gespannt, die geschichtsträchtige Festungsstadt mit eigenen Augen zu sehen.

Um 09:00 geht es vom McD-Erkelenz los. Rund 500 km werden wir heute zurücklegen – ganz schön viel – aber wir sind sicher, dass es bei dem schönen Wetter eine tolle Reise wird.
Neun Bikerinnen & Biker begleiten mich auf dieser spannenden Tour – Thomas & Birgit, Ute, Christine, Günter, Utes Sohn Tobias, Matthias, Rainer und ThomasK.
Während der Saison haben wir genügend Kondition gesammelt, um die weite Strecke gut zu schaffen. Zeit und schöne Orte für kleine Pausen wird es auch zur Genüge geben.
Einen ersten kleinen Stopp legen wir nach ca. einer Stunde in einem kleinen Waldstück ein.


In der Falle - Straßensperre bei reichlich Gefälle

Typisch Belgien

Kaffeepause

Danach geht es durch schönste Ardennen-Landschaften nach Durbuy - "Die kleinste Stadt der Welt".
Durbuy ist uns ja nicht unbekannt - bisher aber noch die "La Ferme au Chene", welche die "Mikrobrauerei Marckloff" beherbergt. Die 1989 gegründete Minnibrauerei knüpft an die örtlichen Traditionen des 14. Jahrhunderts an.
Die kleine Brauerei, die insbesondere die handwerklichen Traditionen des Bierbrauens hochhält, verkauft ihre Bierspezialitäten direkt vor Ort.
Für uns gibt es natürlich "nur" Kaffee & Kuchen und eine Flasche des guten Markloff mit der schönen bernsteinfarbenen Farbe.


Chateau Durbuy

Durbuy

La Ferme au Chene

Blick über die Ourthe

Hinter Durbuy geht es nach Vresse sur Semois, von wo aus wir der tollen Semois folgend der Meuse (Maas) entgegenstreben.


Verfolger


Vresse sur Semois
Die Semois

Thilay

Bei Thilay lotst uns das Navi auf die Route des Eteignières - ein Glücksgriff wie sich herausstellt. Kilometerlang geht es über kleine Forstwege, bis wir bei Monthermé auf die Meuse stoßen.


Auf der Route des Eteignières


In die Büsche geschlagen

Kleiner Snack für zwischendurch



Foret Domaniale de Chateau--Regnault

Wir folgen der Meuse bis wir über Bogny-sur-Meuse "Charleville-Mézières"das eingebettet in vier großen Maasschleifen liegt, erreichen.


Typisch französisch

Grenzübertritt

Glücklich - Am Ziel

Was bei uns kaum jemand weiß: Einer der schönsten Plätze Europas liegt in diesem „fernen“ Charleville–Mézières in den französischen Ardennen.
Hier – im Departement Champagne-Ardennes – finden wir ein Glanzstück der Architektur – den „PlaceDucale“ – den Herzogsplatz.
Der beeindruckende Platz ist ganz ähnlich der "Place des Vosges" in Paris. Kein Wunder – beide Architekten waren Brüder.


Wohl einer der schönsten Plätze, an denen ich bisher gewesen bin.





Eingebettet in den Stadtkern von Charleville bemerkten wir den großartigen Platz erst in dem Moment, in dem wir ihn über eine der vier schmalen Zufahrtsstraßen erreichen.
Die Fassaden der Gebäude und die gleichmäßigen Gewölbe-Arkaden versetzen uns in eine vergangene Zeit.




Beeindruckend das geschlossenes Bild der ockergelben Natursteingebäude und die dunkel eingedeckten Schieferdächer.
Die vielen Restaurants, Bistros und Cafés laden uns und viele andere Besucher zum Verweilen ein - es gibt immer etwas zu sehen und langweilig wird es hier nie.





Und noch eine Attraktivität hat dieses Städtchen zu bieten.
Wohl an keinem anderen Ort hat man je so viele Marionetten, in allen nur möglichen Größen, Formen und Farben gesehen. Im zweijahres Rhythmus, jeweils im September, treffen sich hier weit über 100 Puppenspieler-Gruppen aus ca. 25 Ländern und lassen dort für 10 Tage die Puppen tanzen. Über 150.000 begeisterte Zuschauer bevölkern dann das beschauliche Provinzstädtchen.
Einfach überall treten die Marionetten auf, Ob in den Fußgängerzonen, auf dem Herzogsplatz, im Theater, in den Sälen oder in der Kirche - an allen Ecken und Enden faszinieren die Marionetten und ihre Spieler mit ihrem bunten Spektakel.
Das nächste „Festival Mondial des Théatres de Marionnettes“ findet 2019 statt.


Les marionnettes copyright ©

Weltfestival des Figurentheaters copyright©

Aber es gibt hier noch etwas sehr interessantes - was Marionetten betrifft. Dazu gehen wir zum nicht weit entfernten „Place Winston Churchill“ - und staunen.
In eine Hausfassade eingebaut steht eine gigantische, sicherlich zehn Meter hohe Spieluhr - die einmalige „Grand Marionnettiste“.
Zu jeder vollen Stunde öffnet sich der „Bauch“ der Spieluhr und gibt eine kleine Bühne frei. Dann öffnet sich der Vorhang - und das Spiel beginnt.


Grand Marionnettiste copyright©

Eine halbe Stunde, nachdem wir wieder aufgesessen sind, erreichen wir "Sedan". Das Wahrzeichen der Stadt ist die größte "Festungsanlage" Frankreichs, deren Ausmaße die  Stadt zu erdrücken scheint. Kriegswirren und Zerstörung   schlimm wurde der Stadt von der Geschichte mitgespielt.
Heute ist die größte Burg Europas ein Museum und Spiegelbild der Militärbaukunst und ein wahres Besuchermagnet.


Hotel de Ville Charleville-Mézières, Grand Est

Sedan


Veranstaltung an der Burg


Größte Festungsanlage Europas

Kurz darauf sind wir wieder in Belgien. Über Bouillon, wo sich die Stammburg Gottfrieds von Bouillon befindet, St. Hubert und La Roche en Ardenne erreichen wir wieder Eupen an der deutsch-belgischen Grenze. Noch ein kurzes Autobahnstück um Aachen herum - dann sind wir wieder Zuhause.


Stammburg Gottfrieds von Bouillon

Unser Hotel - Ardennen 2010

Bouillon

St. Hubert

Der Hirsch - das Wahrzeichen von St. Hubert
Unterwegs


Immer wieder gerne - Pause in La Roche-en-Ardenne

Belgien und der Rad-Rennsport

Typisch Belgien

Zeit - nach Hause zu kommen

Ein schöner Tag mit eindrucksvollen Erlebnissen und bleibenden Eindrücken - danke an meine Gefährten für die immer fröhliche Begleitung und besonders an Birgit, für ihre tollen Tourbilder.


Tour Charleville-Mezieres - 500 km

Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert


Sonntag, 19. August 2012

„BigEde“ – Im Land der 1.000 Berge II


August 2012 – Tag Zwei von Zwei - Vom Sauerland zum Edersee und zurück zum Niederrhein



Vom Biggesee bis zur Edertalsperre - eine erlebnisreiche Tour durch äußerst reizvolle Landschaften.




Gut geschlafen. Georg und ich hatten je ein Zimmer im etwa 300 Meter entfernten Gästehaus bekommen.
Einerseits schade, nicht mit allen zusammen im gleichen Haus zu sein,  andererseits hatten wir die ruhigere Lage erwischt.
Die Gefährten hatten am Abend noch lange kein Auge zugemacht  so lustig wurde vor ihrem Hotel das Schützenfest gefeiert.




Das hielt aber unseren Frühaufsteher Günter nicht davon ab, schon in aller Frühe nach unseren motorisierten Gefährten zu sehen und den Frühtau von den Sätteln zu wischen.




In unserem Bikerhotel geht es frühmorgens so zu wie in einem erwachenden Bienenstock. Und so summt es schon vor dem Öffnen des Frühstücksraums gewaltig auf den Fluren und Gängen, wird an der Rezeption schon mal schnell die Rechnung gezahlt, um später möglichst zügig auf die Piste zu kommen.




Wir gehen es etwas ruhiger an – 8 Uhr Frühstück und um 9 Uhr soll es dann so langsam losgehen.
Zeit genug für ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück mit Blick auf die emsigen  Bikerinnen und Biker, die so nach und nach in den tollen Tag starten.
Auch das Frühstück lässt im „Haus Wiesengrund“ keine Wünsche offen und so starten wir ein wenig später gut gelaunt in unseren zweiten Tourtag.


Zunächst geht es die gleiche schöne Strecke zurück, die wir Gestern aus entgegengesetzter Richtung gekommen sind. Einige Zeit später biegen wir dann auf unsere neue Route ab. Kleinste Wege zwischen grünen Hügeln – eine schöne Wiesen und Weidelandschaft. Aber die gewählte Abzweigung war nicht die Richtige. Und so endet unser Weg schließlich inmitten einer Blumenweide auf einem Hügel. Einfaches Wenden ist hier nicht drin, die Gräser und Wildblumen sind feucht vom Frühtau und der Boden ist weich und tief. Was tun? Unser Flügelmann Thomas macht‘s vor. Ganz langsam starten und in weitem Bogen über die bunte Weide fahren. So schaffen wir es nach und nach alle, wieder festen Boden unter die Läufe unserer Gefährte zu bekommen. Ich hoffe nur, der Bauer war später nicht sauer, als er unsere Spuren in seiner schönen Wiese sah ;-)

















Tolle Landschaften und Strecken sind das hier, die uns kurvig zum Edersee führten. Ein toller Anblick, als wir ihn zum ersten Mal sahen. Langsam cruisen wir am linken Seeufer entlang und genießen den Ausblick über das glitzernde Wasser.




Unser nächstes Ziel ist „Schloss Waldeck“ hoch über dem Edersee.

















Dazu biegen wir nach links vom Seeufer ab, winden uns die Anhöhe hinauf nach Waldeck und parken kurz darauf unsere Bikes am Aufgang zur Burg.




Von hier aus ist es nur noch ein kurzer Fußweg hinauf bis zum Burgtor.




Thomas "Hinter Schloss und Riegel" ;-)

















Herrlich ist es, hier oben zu stehen und auf den tiefblauen Edersee und die ausgedehnten Waldgebiete zu schauen.

















200 Meter über dem dunkelblauen Wasserspiegel stehen wir auf der mächtigen Trutzburg der Grafen von Waldeck.

















Lange Zeit können wir uns nicht von der Burg und ihrer beeindruckenden Ausstrahlung trennen.

















Wer weiß? Hätten wir ein Fässchen Pulver zur Hand gehabt – 
vielleicht wäre Birgit ja tatsächlich mit der Kanonenkugel bis zur Staumauer geflogen ;-)




So aber stiegen wir wieder gemeinsam auf unsere treuen Rösser 
und legten den Weg hinunter zum See in gemächlichem Trab zurück.




An der Ostseite der Staumauer ist so richtig was los und Parkplätze sind hier ziemlich rar.
Aber wir wollten ja sowieso an die Westseite der Mauer.

















Kurz vor dem "Zündstoff" biegen wir rechts ab und überqueren die Eder.
Auf der anderen Seite fahren wir, auf der "Straße Zur Sperrmauer", direkt bis zu unserem Ziel.
Dort ist es so richtig ruhig und schön.




Ein Gigant aus Kaisers-Zeiten – "Die Eder Talsperre"
Die Eder Talsperre wurde zwischen 1906 und 1914 fertiggestellt.
Mit Ihrer Kronenlänge von 400m und 47m Höhe ist sie ein imposantes, sehenswertes Bauwerk.




Der 27km lange Eder See dient der Stromgewinnung,
der Schifffahrt und der Wasserspeisung des Mittelland-Kanal in den Sommermonaten.




Doch das Plakat der "Operation Chastise" erinnert daran,
dass es an diesem Ufer nicht immer so friedlich und sicher wie heute war.




Und der Blick von der Staumauer hinauf zur Burg, dem Wahrzeichen der Region Waldeck,
ist nun auch auf der Wunschliste abgehakt :-)




Nun geht es wieder westward, wir haben den östlichsten Punkt unserer Reise erreicht.



Über Frankenberg und Hallenberg streiften wir durchs Rothaargebirge bis sich, kurz vor Bad Berleburg, der große Hunger bei bei uns bemerkbar machte. Zum Glück wurden gerade jetzt  Birgit & Thomas auf ein Schild des „Landgasthof Wittgensteiner Schweiz“ aufmerksam. Der Hof lag, noch ein bis zwei Kilometer entfernt, mitten in der tollsten Landschaft.




Schon von weitem sahen wir, dass es sich bei dem Landgasthof um einen großflächigen Bäuerlichen Betrieb
mit weiten Wald und Weideflächen handelte.




Kaum hatten wir unsere motorisierten Gefährten auf dem Hof abgestellt,
wurden wir auch schon von der freundlichen jungen Chefin empfangen.




Auf Bikerart wurden schnell Tische und Stühle auf dem Hof zusammengestellt
und schon ging's ins Restaurant ans warme Buffet.


Hier kann man an Sonntagen „Essen so viel man möchte“  und das zu einem wirklich günstigen Preis.
Drinnen sind alle Plätze belegt – jeder aus der Umgebung, der sich am Sonn- und Feiertag nichts mehr selber kochen möchte, war hier sicherlich anwesend. Das erklärt auch die enorme Dosendichte auf dem Parkplatz neben den Stallungen.
Ein wenig erstaunt schienen die Damen und Herren schon, dass sich solch merkwürdige Fremde in ihr Resort verirrt hatten und mit ihrer Beute auf den Tellern wieder auf den Hof verschwanden.
Aber alle waren zurückhaltend freundlich und winkten uns fröhlich zu, als sie später an uns vorbeikamen um mit ihren Limousinen den Heimweg anzutreten.
Schön ist es ja auch immer, wenn sich einige der Herrschaften für unsere Bikes interessieren. Dabei stellt sich meistens heraus, dass so mancher „früher“ auch mal auf einer BMW oder DKW gefahren ist.
So bekamen wir auch noch den Tipp, dass wir ruhig noch ein Stück in den Wald hineinfahren könnten  der Weg führe auf jeden Fall zurück auf die K40 und später auf die L717 nach Bad Berleburg.
















Einen Mini-Stopp gibt's noch am "Rhein-Weser-Turm"  damit man mal dagewesen ist  und gut eine Stunde später haben wir dann Windeck-Schladern und das „Elmore’s“ an der Sieg erreichen.




"Betreutes Fahren" und "Ambient & Chillout-Musik" - 
im Elmore’s Biergarten & Lounge fügt sich beides perfekt zusammen ;-)

















Dort lohnt es immer eine Pause einzulegen,
um die einzigartige Atmosphäre und den Blick auf die „Siegfälle“ zu genießen.




Georg verabschiedete sich hier von uns. Er hatte noch einen Termin den er nur einhalten konnte, wenn er auf direktem Weg über die Autobahn nach Hause fuhr.

Wir anderen ließen es etwas gemütlicher angehen und waren am frühen Abend, nach 390 Kilometern, wieder in unserer Region.

Ein herzliches Dankeschön an meine Mittourerinnen und Mittourer  Es war wieder toll mit euch!

Und danke Birgit für deine schönen Bilder - Ich finds ja immer toll, wenn du mit deiner Trans Alp hinter mir fährst - deine Soziabilder vermisse ich aber auch ;-)

Und die „nicht enden wollende“ Schotterstrecke durch die Baustelle? - Ich hoffe, ihr habt sie mir verziehen ;-)





Die Tour zum Download gibt’s „Hier“


Viel Spaß & tolle Touren wünscht

Westward