Schlecht sah das Wetter in diesen frühen Maitagen ja nicht aus, aber zu unserer Kurztour ins Hohe Venn wurde es dann, nur für diesen einen Tag, doch etwas ungemütlich.
Aber, da wir ja nun mittlerweile bei fast
jedem Wetter fahren, wollten wir auch dieses Mal nicht hinter‘m warmen Ofen
hocken bleiben. Obwohl – der eine und der andere blieb, ob der ungünstigen
Prognosen, dann doch lieber zu Hause.
Und so machten sich fünf Unerschrockene mit
vier Bikes auf den Weg in die Rureifel, um von dort aus die höchste Gegend
Belgiens zu durchstreifen.
Aber zunächst blieb der Himmel trocken und es ging zügig
in die Eifel hinein. Am Rande von Stolberg vorbei und mitten durch Breinig
wählten wir dieses Mal eine etwas andere Anfahrt zum Rursee – auch eine ganz
tolle Strecke.
Breinig ist ein interessanter und sehenswerter Ort, mit vielen Natursteinhäusern
und einer ganz besonderen Ausstrahlung.
Bei Rurberg sichteten wir dann unseren Rursee, schraubten
uns die tollen Serpentinen hinunter und erreichten nach 90 Minuten unser erstes
Ziel, das „Café zur Post“ in Einruhr.
Waren die Straßen heute noch ziemlich leer, so ist es in
der Post doch gut gefüllt. Ein paar Biker und eine ganze Menge Wanderer haben
es sich hier gemütlich gemacht und wärmen sich von den kalten Temperaturen da
Draußen wieder auf. Knapp 10°C haben wir im Moment nur noch in der Eifel.
Schnell haben wir uns ein paar Schnitzel, eine Forelle
und ein leckeres Spargelgericht ausgesucht und bestellt – hier lässt es sich,
mitten unter den Wanderern, vorzüglich speisen und klönen :-)
Eine Stunde später sitzen wir wieder auf unseren Bikes
und starten Richtung Dedenborn und Hammer unsere zweite Tour-Etappe in Richtung
Belgien.
Neben uns windet sich auch die Rur in munteren Schwüngen durch die zauberhafte Natur.
Der nun einsetzende Regen liegt schwer auf den Blättern der Bäume und gibt der Landschaft ein anderes, sehr beeindruckendes Aussehen, als ich es hier von nur sonnigem und trockenem Wetter her kenne.
Eine scharfe Abbiegung nach Links und schon geht es hinauf nach Widdau und Rohren.
Vorsicht! Bei nasser Fahrbahn hatten wir vor
Jahren vor Widdau schon zweimal einen Umfaller – die Spitzkehre ist nicht so
leicht zu nehmen.
Alles klappt bestens und nach einiger Zeit erreichen wir
Kalterherberg – den kältesten Ort der Eifel.
Eigentlich fahre ich hier immer die gleiche Strecke, am
Eifeldom vorbei über die Grenze nach Belgien.
Aber heute probiere ich an verschiedenen Stellen neue
Wege – und prompt folgt die Belohnung auf dem Fuße.
Wir überqueren die belgische Grenze bei Leykaul und passieren,
in Dunst und Nieselregen, einen Eisenbahnwagon, der hier auf der stillgelegten
Eisenbahnstrecke als „Waffel-Café“ abgestellt ist.
Sofort fällt mir Tanja ein, die mich vor einigen Jahren
nach einem "Pullmannwagen" fragte, der irgendwo in den Ardennen als Restaurant stehen
soll.
Ob ich nun hier endlich für Tanja fündig geworden bin
werde ich dann bei nächster Gelegenheit zu klären versuchen.
In weiten Schwüngen geht es nun durch das einzigartige
Hochmoor von Kalterherberg in Richtung Bosfagne – für mich die schönste Strecke
durch das Hohe Venn.
Nachdem wir den Lac de Robertville überquert haben, geht
es kurz vor der Staumauer nicht mehr weiter – im Regen sind wir auf das Gelände
eines Gutes gelandet. Der Fahrer des Rangerovers und sein großer schwarzer Hund
weisen uns freundlich zurück auf den richtigen Weg.
Wenig später fahren wir über die Barrage du Lac und sind
kurze Zeit später auf der Strecke Malmedy – Eupen, auf der mit 694m höchsten
Stelle Belgiens.
Auch diese Strecke durch das Hochmoor ist sehr
beeindruckend, einsam und unwirklich erscheint die karge Landschaft.
Heute wirkt das Gelände ganz besonders auf uns –
bedrohlich türmen sich schwarze Wolken am Himmel auf und schicken ihre nasse
Fracht auf uns hinunter. Die Temperatur ist noch einmal um 2° gefallen – gerade
mal 8° zeigt das Thermometer an.
Sollen wir – oder sollen wir nicht?
Nach links geht es auf die Rue de Hestreux, mitten durch
den Wald, nach Bètane.
Die Fahrbahndecke ist schon seit Jahren in einem
erbarmungswürdigen Zustand, aber die Landschaft ist einfach zu verlockend. Die Fahrt
über die 6km lange, mit Schlaglöchern übersäte Piste, durch den regennassen
Buchenwald, versetzt einen in die Zeit, in der Robin Hood noch mit seinen
Gefährten durch den Sherwood Forrest streifte.
Unten angekommen, auf der fast lieblichen Straße nach
Membach, kann ich mich eines erleichterten Kraftausdrucks nicht erwehren – alles
gut gegangen - die Anspannung musste einfach mal raus ;-)
Hinter Membach passieren wir „Camping Wesertal“ – wieder einmal
kreuzen wir „Svenjas“ Spuren, die noch vor kurzer Zeit mit ihrem „Funny“ –
Scout in dieser Gegend bikte.
Nach Eupen befahren wir wieder deutschen Boden und es
wird dringend Zeit, uns bei einem Pausenstopp wieder aufzuwärmen und neue Kraft
für den Endspurt zu sammeln.
Im Eiscafé Primavera in Walheim, neben der Aral-Tankstelle, finden wir diesen gastlichen
Ort – ein Eis, einen Kaffee, eine heiße Schokolade – und schon ist die Welt wieder in bester Ordnung.
Eine Stunde später sind wir, nach 235 km, wieder zu Hause,
die Schutzkleidung ist fast schon wieder trockengefahren und überhaupt – es war
wieder ein toller Tag auf 4x2 Rädern.
Danke an Thomas & Birgit und Christine und Günter, die sich nicht vom Wetter haben schrecken lassen. Und danke an Birgit für ihre schönen Erinnerungsfotos, die schon wieder unter erschwerten Wetterbedingungen gemacht werden mussten ;-)
Viel Spaß und tolle Touren
wünscht
Westward ;-)






































