Sonntag, 21. April 2019

"Pässe" zwischen Vaalserberg und Losheimergraben

April 2019


Erste Passknacker-Tour 2019. Für mein PK-"Lebenswerk" kommen heute keine weiteren Punkte dazu - alle 13 Kontrollpunkte wurden schon einmal von mir angefahren. Aber es macht ja immer großen Spaß, mit dem Bike unterwegs zu sein.
Außerdem werde ich in dieser Saison versuchen, den Passknacker-Länderpreis für Belgien zu erringen. Das heißt, dass ich alle 75 Passknackerpunkt Belgiens in diesem Jahr anfahren möchte. Die ersten 5 Belgien-Passknacker sind heute schon mal dabei.
Die Tour, die ich für heute zusammengestellt habe, startet am Dreiländerpunkt B/D/NL auf dem Vaalserberg und endet, gegen den Uhrzeigersinn, am Frackersberg / Roggenläger zwischen Zweifall und Breinig. Das Routing zwischen den einzelnen Zielen überlasse ich mal komplett meinem Navigator TomTom - mit der Option: "Kurvige Route".

Schloss Honsbroek

Begleitet werde ich von Rainer und ThomasK, die mir den ganzen Tag, ohne zu murren, von einem Nachweisfoto zum nächsten, durch Süd-Limburg, Ost-Belgien und die Rur-Eifel folgen :)
Um 09:30 starten wir vom Parkplatz des McD-Hückelhoven, gleich darauf geht es auf die A46 in Richtung Heinsberg-Selfkant.
Der Selfkant ist die westlichste Region Deutschlands und durch die Anbindung der B56n an die A46  inzwischen Recht schnell für uns erreichbar. Wir nehmen die Abfahrt Gangelt und sind schon wenige Minuten später in Onderbanken in den Niederlanden.

Willkommen am Labyrinth Dreiländerpunkt

Wir passieren Schloss Honsbroek, Westenrade, Voerendaal, Ubachsberg, Trintelen, Eys, Witten, Mechelen und Vijlen, um dann, den Vaalserberg hinauf, zum Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien zu glangen. Bis hierhin schon mal eine tolle Tour durch die erwachende Natur im Süd-Limburger Land.

Grenzsteine - Aussichtsturm

Ausnahmsweise ist am geflaggten Grenzstein mal keine Besuchergruppe zu sehen - sonst ist hier immer so richtig was los und es wird strahlend in den Selfie-Modus der Smartphones gelächelt.
Dann kann ich ja mal meine "X" so abstellen, dass sie am Schnittpunkt dreier Länder steht - wobei sie strahlend, über die Schulter, in mein Smartphone schaut.

Dreiländerpunkt - mit 325m die höchste Erhebung der Niederlande

Dabei schauen mir meine Begleiter - ThomasK und Rainer - geduldig zu. Konzentriert, aber auch leicht amüsiert :)

Begleitung

Eigentlich würde ich jetzt den Vaalserberg auf der belgischen Seite hinunterfahren - ist aber für den nächsten Kontrollpunkt unpraktisch. Also fahren wir den Berg auf der niederländischen Seite wieder hinunter und nehmen den Weg in Richtung Gemmenich. Genau auf der Kuppe liegt die Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien - und auch der zweite Photo-Stopp.

Gemmenich in Ost-Belgien

Ich bin ja gespannt, wie sich TomTom heute im "Kurven-Modus" schlagen wird. Und das geht auch gleich schon super los. Kaum haben wir Gemmenich verlassen, geht's  nach links - auf der Strecke "Bellevue" - in die Landschaft.
Im Nachgang habe ich TomTom's Streckenführung mit dem Kurviger-Programm vergleichen - für mich ist TomTom der klare Sieger.

Von Gemmenich nach Plombiers

Bei uns stände am Anfang einer solch tollen Strecke erst einmal ein Verbotsschild für PKW und Krafträder. Das liebe ich an Belgien - außer Raserstrecken findet man hier alles, was ein Bikerherz erfreut. Dafür hat der  Straßenzustand leider keinen guten Ruf. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, da haben die Belgier in den letzten Jahren erheblich nachgelegt.
Am Ende der "Schöne Aussicht" Strecke kollidiere ich fast mit einem Enterich, der gerade aus seinem Teich steigt. Mit großem Geschrei schaltet er den Turbo ein und dewahrt uns beide vor einiger unschönen Kollision.

Schöne Streckenführung - bei Zweiradfahrern beliebt

Auf der Strecke Plombiers - Moresnet liegt unvermittelt der "Göltal-Viadukt" vor uns. 1107 Meter lang und 52 Meter hoch überspannt die gewaltige Eisenbahnbrücke das Tal der Göl.

Immer wieder ein toller Anblick bei Monzen im Göltal

Im Jahr 2000 traf ich zum ersten Mal auf dieses imposante Bauwerk, damals noch vor seiner Sanierung.
In den Jahren 2002-2004 wurde das - doch sehr marode wirkende - Viadukt aufwändig saniert. Es war ein interessantes Erlebnis, beim Austausch des ersten Fachwerkträgers dabei gewesen zu sein. Unvergesslich, die Technik hoch oben, und das tolle Volksfest am Fuße der hohen Pfeiler.
Wir unterqueren das Viadukt und fahren auf der anderen Seite wieder aus dem Göltal hinaus.

Fachwerkträger-Viadukt

Über Lontzen erreichen wir Eupen, die Hauptstadt des deutschsprachigen Ost Belgiens.

Vorbei am Fußballstadion des KAS-Eupen geht es hinunter zum Kreisverkehr der Unterstadt und dort nach links in Richtung Monschau.
Jetzt übertreibt es TomTom aber doch ein bisschen. Er navigiert uns für eine kurze Wegstrecke von der Monschauer Straße weg durch ein ruhiges Wohngebiet um dann wieder auf die Monschauer Straße zurückzukehren. Durch diese Action vermisste ich den Kreisverkehr zur Wesertalsperre - den haben wir so wohl umfahren.
Jetzt sind wir also wieder auf der Monschauer Straße.  Nach gefühlten zwei Jahren Bauzeit ist die Strecke endlich wieder freigegeben. Und was für eine tolle Strecke ist aus der schrecklichen alten Betonplatten-Rüttelpiste geworden! Nagelneu, schnurgerade, höhergelegt, tiefschwarz mit leuchtend-weißen Markierungen, mitten durch den Wald.

Neu mit tollem Grip

Auf halber Strecke läd das Naturparkhaus "Haus Ternell" zu einer Rast ein.

Haus Ternell

Und kurz vor Mützenich sind die Ausblicke auf das Hochmoor "Hohes Venn" doch sehr beeindruckend.

Das Hohe Venn

Zum nächsten Fotostopp halten wir am Wanderparkplatz Nahtsief. Von hier starten Wandereungen durch das Königliche Torfmoor des Brackvenns, über den Entenpfuhl und Kaiser Karls Bettstatt. Interessante Wanderungen durch das Hohe Venn kann man von unterschiedlichen Stellen aus starten - für mich immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Wanderparkplatz Nahtsief nahe Mützenich

Es wird Zeit für eine Kaffeepause - und Kalterherberg ist nicht mehr weit.
Auch jedes schlägt TomTom den weitaus schöneren Weg ein. Rechts ab auf den Mützenicher Vennweg, Kleinbüchel und dann über die Reichensteiner Straße, am Kloster Reichenstein vorbei. Dabei schrauben wir uns schön hoch nach Kalterherberg und erreichen schon bald die Bäckerei Moss.

Blick auf den Eifel-Doom in Kalterherberg

Während unsere Bikes - schön aufgereiht draußen auf uns warten - sitzen wir drinnen und wärmen uns bei Kaffee und Kuchen gerne etwas auf. Die 10° Marke hat Kalterherberg - wie der Name schon sagt - im Moment noch nicht erreicht. Da war es, auf unserer Tour Ende Februar, schon deutlich wärmer hier.

Draußen aufgereiht

Drinnen aufgewärmt

Auch jetzt weiß unser Navigator eine kleine, feine Alternative für die Weiterfahrt. Am "Doom" rechts ab kommen wir nach Leykaul und zum Endpunkt der "Hohes Venn Railbike". Wer mag, kann hier einmal mit einer Draisine fahren, oder auch nur - im alten Eisenbahnwaggon mit angebauter Panoramaterrasse - frische Waffeln mit Erdbeeren und Sahne schlemmen.

Leykaul - wieder in Belgien

Endstation der Hohes Venn Railbike

Der Waffel-Waggon aus den 1950ern

Die Strecke nach Sourbrodt führt in weiten Schwüngen durch Wald und Hochmoor. Den Belag kenne ich nun schon seit gut zwanzig Jahren - von schlecht nach gut  -und jetzt wieder mal schlecht. Der Winter scheint hier, im Hohen Venn, doch recht heftig am Bitumen zu nagen. Nichts desto trotz - diese Strecke verführt zum Fliegen - da muss man sich schon mal zusammenreißen.


Das "Pietkin Denkmal" bei Sourbrodt, links im Bild, weckte schon vor zwanzig Jahren mein Interesse
Am Kreisverkehr mit Armee-Fahrzeug geht's rechts ab in Richtung Sourbrodt. Kurz vor Bos Venn gibt es nun die "Friterie WELCOM". Da werde ich demnächst mal einkehren.
TomTom bietet mir wieder einige schöne kleine Straßen zur Umgehung von Bos Venn und Sourbrodt an.


Unterwegs auf kleinsten Wegen

Etwas später kommen wir am Fotostopp "Signal der Botrange" an.
Das wir uns hier, bei 694,24 Metern, am höchsten Punkt Belgiens befinden, wollte mir noch nie so richtig einleuchten. Das muss wohl daran liegen, dass wir uns hier auf einem Hochmoor befinden, auf dem jeder andere Bezugspunkt fehlt. Ein wenig höher geht es aber schon. Der hier aufgeschüttete Baltiahügel bringt uns sogar auf glatte 700 Meter Höhe.

Signal de Botrange ersetzt den bisherigen Kontrollpunkt Mont Rigi, nur ein paar Kilometer weiter.

Die Botrange ist mit 694m die höchste Erhebung Belgiens

Ein Stück auf der Route zurück, dann geht's durch das ruhige Nidrum und am Stausee Büttgenbach vorbei. Über Berg und versteckte Feld- unduWaldwege erreichen wir die Windräder der Werether Höhe.


Windräder auf der Werether Höhe - unterwegs auf kleinen, einsamen Wegen

Wirtsfeld, Nürtingen, Losheimergraben - am Hotel Schröder sitzt man bei warmem Sommerwetter auf der Außenterrasse und beobachtet den Verkehr nach Hellenthal / Schleiden oder Stadtkyll.


Hotel Schröder am Losheimergraben

Ein paar Meter weiter sind wir wieder in Deutschland und nach einigen Kilometern am "Weißen Stein". Auf 690m Höhe erfreuten sich hier noch vor kurzem Rodler und Skifahrer beim Wintersport.


Wieder in D

Aussichtsturm am Weißen Stein

Noch kein Blatt am Baum in der Schneeeifel zu sehen

Das war schon klar, zum Waldparkplatz Wahlerscheid soll ich nun wenden und zurück, über Losheimergraben und Mürringen, die Strecke über Rocherath nehmen. Ich möchte aber lieber über Hollerath und Hellenthal fahren. So muss ich mir dann eine Zeit lang TomTom's Nörgelei anhören, bis er klein beigibt und auf die neue Route umschwenken. Hat sich auf jeden Fall gelohnt - die Strecke ist schön flüssig.


Waldparkplatz Wahlerscheid

Ein Stück die letzte Strecke zurück, dann geht's in Richtung Gemünd. In Dreiborn fällt mir das "Café Kupp 19" ins Auge. Jeden ersten Freitag im Monat gibt's dort sogar einen Reibekuchen-Tag - da fahre ich demnächst mal hin!
Schöne Kurven hinunter nach Gemünd und dann wieder hinauf in Richtung Heimbach. Am Haus Kermeter gibt's  dann wieder ein Foto.


Haus Kermeter

Die Strecke hinunter zur Staumauer am Rursee ist  deutlich mit Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgestattet. Auch ein ziviles Polizeimotorrad mit Mess- und Videotechnik kommt, rund um den See, zum Einsatz. Trotzdem - wer sich an die Begrenzungen hält, wird von manchen Zeitgenossen überholt, als stünde man auf der Fahrbahn!


Regelkonform hinunter zur Staumauer Schwammenauel

Als ich die weiße Rursee-Flotte in Schwammenauel liegen sehe, kann ich nicht anders - ein kurzer Stopp muss her. Zwei Fahrgastschiffe liegen am Kai und warten auf ihren Einsatz ab Ostern.

Stopp an der Rursee-Staumauer

Von Schwammenauel aus geht es die tollen Kurven hinauf nach Schmidt - an der Kirche gibt's den zehnten Nachweispunkt.


St. Hubertus Schmidt

Auf unserem Weg zur Bikerranch folgen wir, im Windschatten, dem vor uns fahrenden Porsche - hat Spaß gemacht :)


Safety Car

Die "Bikerranch" in Simmerath-Strauch ist immer einen Stopp wert. Bei einer Erfrischung oder Stärkung ist Zeit für Benzingespräche und Begutachtung von Bikes und Bikern.


Bikerranch in Strauch

Objekte aus denen Benzingespräche entstehen

TomTom sucht uns noch schnell eine Tankstelle in Simmerath - ThomasK's Triumph läuft so langsam trocken. Dann geht's zum Fringshaus auf der Himmelsleiter von Rötgen nach Konzen.


Die "X" in D - das Fringshaus in B

Wieder ein kurzes Stück zurück auf der Strecke, dann holen wir uns den vorletzten Punkt zwischen Lammersdorf und Zweifall. Hier führt uns ein Quad - die Dinger gehen auch ganz schön ab.


Quad fährt voraus

Da habe ich mir wieder einmal die Stiefel versaut :(

Jetzt noch schnell den letzten Punkt bei Zweifall sichern - dann haben wir es für heute geschafft!
5 von 75 Länderpunkten für den Länderpreis Belgien sind eingefahren.


Gefährten

319,6 Kilometer

Erstellt mit Tyre und OpenStreetMaps
Die Strecke zwischen Eupen und Mützenich wird noch nicht richtig angezeigt
Rang 110 - da geht noch was!
Viel Spaß & tolle Touren 
wünscht HerBert


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