Morgens beim Frühstück. Gerade höre ich noch so etwas wie - Motorradfahrer. "Alexa lauter"! Und so höre ich noch den Rest eines Beitrags - von WDR 2 Aachen - über die Polizei-Tour 2018 in der Eifel. Die Reporterin meint noch "wer Interesse an dieser Tour hat, der sollte sich auf der Seite der Polizei anmelden.
Das würde mich natürlich interessieren. Also gleich das Tablet eingeschaltet - und da ist sie auch schon - die PoliTour 2018.
Nur eines stimmt noch nicht so ganz - es handelt sich um den Bericht einer von der Polizei Düren durchgeführte Tour vom Frühjahr des Jahres.
Macht nichts - da melde ich mich einfach mal an.
Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Ja, die Polizei Düren hat im Frühjahr eine PoliTour durchgeführt, aber die Tour im Spätsommer kommt von der Polizei Aachen.
Macht auch nichts - dann schicke ich die Anmeldung eben an die Polizei Aachen.
Schnelle Antwort: Wir sind noch nicht so weit, aber schon bald wird die Tour auf der Seite der Aachener Polizei erscheinen.
Und schon bald ist es so weit.
Aachen/Eifelregion (ots) - Die Aachener Polizei bietet in diesem Jahr ihre erste sog. "PoliTour" an. Um Motorradfahrer auf die besonderen Gefahren der kurvenreichen Eifelstrecken und die Belastungen der Anwohner durch Motorradlärm aufmerksam zu machen, lädt die Polizei Aachen am 08. September 2018, in der Zeit von 09.00 bis 16.15 Uhr, zu einer begleiteten Motorrad-Tour durch die Eifel ein. Ob jung oder alt, langjähriger Fahrer, Neuling oder Wiedereinsteiger, Fahrer jeden Alters und Könnens sind herzlich willkommen. Auch Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach wird die diesjährige Poli-Tour besuchen.
Die Aktion wird durch die Kooperationspartner der Landesverkehrswacht, einer Fahrschule aus Eschweiler, dem Malteser Hilfsdienst und dem TÜV Rheinland aus Simmerath unterstützt.
Auf der ca. 90 km langen Tour werden sechs Stationen angefahren, an denen verschiedene Übungen und Informationen auf die Teilnehmer warten. Dazu zählen u.a. die Analyse der Unfallursachen, Präventionstipps, praktische Seh- und Reaktionstests, Fahrübungen auf einer abgesperrten Strecke und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Motorradunfällen. Die unterschiedlichen Themengebiete sollen den Motorradfahrern die Gefahren im Straßenverkehr nachhaltig bewusst machen und Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Gefahrensituationen vermitteln.
Wir bitten um Verständnis, dass die Teilnehmerzahl an diesem Termin zunächst auf 15 begrenzt ist.
Ende August dann die erfreuliche Nachricht - mit etwas Glück habe ich es unter die 15 ausgelosten Teilnehmer gebracht.
Samstag Morgen 9:00 biege ich auf den Parkplatz des Aachener Waldfriedhofs ein. Wann hatte ich das letzte Mal eine Anfahrt von ca. 50 Kilometern, um zu dieser Zeit an einem Tourentreff zu sein?
| Morgens auf der A44 |
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| Treff - Aachen Waldfriedhof |
Über Mularshütte geht es 20 Kilometer bis nach Zweifall. Dabei sind alle Ampeln für uns grün und alle Abzweigungen Vorfahrtstraßen - die Polizei-Bikes leisten ganze Arbeit als Konvoi Begleitung.
| Rott |
Anhand von Statistiken, Grafiken und polizeilichen Ermittlungen erfahren wir eine ganze Menge von dem, was beim Spaß am Motorradfahren leider auch dazu gehört - die Unfallgefahr durch Selbstüberschätzung und zu hohe Geschwindigkeit.
Motorradfahren ist eine Sache von Gefühlen, von denen man sich aber nicht alleine leiten lassen darf - Selbstkontrolle kann Leben retten.
Es folgt der Praxistest an der Laserpistole. Nachdem "wir" ein Fahrzeug mit der Optik des Messgerätes erfasst haben, kann es der Messung nicht mehr "entkommen" denn bis auf eintausend Meter Entfernung lassen sich die Handmessgeräte einsetzen. Ob Biker oder Polizist - wir alle können uns das Schmunzeln nicht verkneifen, wie sich Geschwindigkeit und Motorenlautstärke schlagartig verringern, sobald die, heute reichlich in die Eifel startenden Motorradfahrer, die Polizeifahrzeuge erblicken und schön artig an uns vorbeizockeln. Zu spät - die Messung wäre jetzt schon längst "im Kasten" ;)
| Mularshütte |
Die Strecke geht von Zweifall hinauf nach Raffelsbrand, hinunter ins Kalletal und gleich wieder hinauf nach Rollesbroich. Steigung - Gefälle - Kurven und Kehren. Für eine nicht aufeinander eingespielte Gruppe klappt das recht gut.
In Rollesbroich sind es wieder die Polizei-Motorräder und die beiden Begleitfahrzeuge am Ende, die unsere Gruppe in einem Zuge auf die B266 geleiten. An der Bikerranch schaut man uns mit großen Augen nach. Man sieht förmlich die Frage in den Gesichtern - was war das denn jetzt?
| Zweifall |
Hier besteht die Möglichkeit - wenn man es möchte - kostenlos einen Seh- Hör- und Reaktionstest im Servicewagen der Landesverkehrswacht NRW abzulegen. Nicht lange gefackelt - und mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Wobei - der gute Hörtest wird bei "C" zu Hause zu einer gewissen Nachdenklichkeit führen, wenn ich mal wieder etwas nicht verstanden habe.
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| Simmerath |
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| Landesverkehrswacht NRW |
Jetzt ist auch noch Zeit sich die beteiligten Bikes etwas genauer anzusehen. Im Grunde sind hier die Maschinen vertreten, die man auch auf seinen Touren so trifft - nur Supersportler und GS- Großfahrzeuge sind nicht vertreten. An die geht das Angebot wohl vorbei - oder hatten sie einfach nur Los-Pech?
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| Links zwei weiße Honda NC700 X |
Die beiden Maschinen unterscheiden sich nur in wenigen Einzelheiten des Zubehörs. Interessant für die Bikerin der NC sind die Navibefestigung und die Handprotektoren an meiner "X" und mich interessiert besonders die Sturzbügel an ihrer "X". Da müsste ich auch mal was machen - wenn sie dann einmal drann sind, dann kippt man ja bekanntlich auch nicht mehr um.
| Auf geht's |
| Kesternich |
| Kurvenlage |
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| Parkplatz Eifelblick |
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| Malteser Hilfsdienst |
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| Erste Hilfe |
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| Rurberg "Am Damm" |
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| Hütchenspiel |
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| Voll in die Eisen |
Der letzte Stopp der PoliTour liegt bei km 50 in Einruhr am Obersee. Hier begrüßt uns Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspachtel - alle persönlich mit Handschlag - und bedankt sich für die Teilnahme an der PoliTour 2018 der Polizei Aachen. Weitere Touren sind für die Zukunft geplant.
Zur PoliTour 2018 und unserem Zwischenstopp in Einruhr veröffentlichten die Aachener Nachrichten am 9. September 2018 den nachfolgenden Artikel:
Polizei und Biker Rad an Rad bei der PoliTour 2018
Von P.St.Um Motorradfahrer auf die besonderen Gefahren der kurvenreichen Eifelstrecken und die Belastung der Anwohner durch Motorradlärm aufmerksam zu machen, hatte die Polizei Aachen zu einer begleiteten Motorradtour ab Waldfriedhof Aachen durch die Eifel eingeladen.Auch Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach war bei der Tour zu Gast und suchte bei einem Zwischenstopp am Obersee das Gespräch mit den Teilnehmern. Die Aktion wurde durch die Landesverkehrswacht, eine Fahrschule aus Eschweiler, den Malteser Hilfsdienst und den TÜV Rheinland aus Simmerath unterstützt. Auf der ca. 90 Kilometer langen Tour wurden insgesamt sechs Stationen angefahren, an denen verschiedene Übungen und Informationen auf die Teilnehmer warteten, angefangen von der Analyse von Unfallursachen bis hin zu Fahrübungen auf einer abgesperrten Strecke und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Motorradunfällen.„Die unterschiedlichen Themengebiete sollen den Motorradfahrern die Gefahren im Straßenverkehr nachhaltig bewusst machen und Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Gefahrensituationen vermitteln. Auch wollen wir ein Gespür dafür erreichen, wie nervend laut für Anwohner Motorradgeräusche sein können“, erläutert Thomas Kremer. Der Polizeibeamte rennt bei den Bikern offene Türen ein, auch, wenn im Dialog durchaus kontroverse Standpunkte ausgetauscht werden.Bürgerinitiative zurückhaltend Vor Ort in Einruhr ist auch die Bürgerinitiative, die im vorigen Sommer durch einige spektakuläre Aktionen im Kampf gegen „Radau und Raser“ auf sich aufmerksam machte und am Ende erreichte, dass der bei Bikern hoch beliebte Treffpunkt an der B 266 bei Schöne Aussicht für Motorräder gesperrt wurde. In diesem Sommer verhielt sich die Bürgerinitiative eher zurückhaltend. „Wir sind nicht auf Eskalation bedacht“, sagt Helmut Kaulard aus Dedenborn, einer der Aktivposten in der Initiative. Kaulard betont an diesem Nachmittag mehrfach, „dass wir grundsätzlich nichts gegen Motorradfahren in der Eifel haben. Uns geht es um die etwa fünf Prozent der Biker, die sich einfach nicht verkehrsgerecht verhalten.“Rückblickend auf die zu Ende gehende Motorradsaison findet er, „dass die Situation ein wenig besser geworden ist“. Die häufigen Kontrollen der Polizei verfehlten offenbar nicht ihre Wirkung. Während des einstündigen Aufenthaltes in Einruhr im Rahmen der „PoliTour 2018“ spannte die Bürgerinitiative zwei Transparente mit den Forderungen „Gemeinsam gegen Lärm und Radau“ und „Lärm macht krank“ auf.Die Gruppe der Unbelehrbaren unter den Bikern bereitet auch dem Polizeipräsidenten Sorgen. Dirk Weinspach fand deutliche Worte an die unverantwortlichen Raser, die es übrigens nicht nur in der Eifel gebe: „Es gibt Leute, die schalten ihr Gehirn aus, sobald sie den Motorradhelm aufsetzen.“ Außerdem könne man wohl kaum das Naturerlebnis in der Eifel genießen, „wenn man ständig am Limit fährt“.Dirk Weinspach wünscht sich, „dass wir auf gesetzgeberischer Ebene zu Ergebnissen kommen. Warum gibt es überhaupt Zubehörteile auf dem Markt, die ein Motorrad lauter machen?“, lautet für Weinspach eine der zentralen Fragen. Die Polizei verfüge nicht über die entsprechenden Messgeräte, die einer gerichtsfesten Prüfung der festgestellten Lärmwerte standhielten. Weinspach machte weiterhin deutlich, dass eine gewisse Gruppe von Motorradfahrern über eine „unglaubliche Dreistigkeit“ verfüge. Hier gelte es einzuschreiten.„Permanente Hetze“ In diesem Punkt aber regte sich Widerstand bei einigen Bikern, die finden, „dass der Motorradfahrer doch wohl nichts dafür kann, wenn gesetzlich zulässige Produkte auf dem Markt angeboten werden.“ Es handele sich eher um ein „Verursacher- als um ein Verbraucherproblem“. Einige Teilnehmer der Tour bedauerten, „dass wir offenbar in der Eifel nicht mehr willkommen sind.“ Dieser Vorwurf zielte auch in Richtung Bürgerinitiative, deren Aktionen auch zu einer „permanenten Hetze“ gegen Biker geführt hätten.Doch der Polizeipräsident stellte sich schützend vor die Initiative: „Niemand will hetzen; wir wollen den Dialog und eine differenzierte Betrachtung“, betont er, wobei ihm sehr wohl klar sei, dass die Gruppe der Biker, die an der „PoliTour 2018“ teilgenommen hätten, „eigentlich nicht die Angesprochenen sind“.Drei tödlich verlaufene Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Bikern gab es in diesem Sommer. Das sind nicht nur aus der Sicht der Polizeipräsidenten „drei zu viel“. Dirk Weinspach versprach, „dass die Polizei auch weiterhin mit betroffenen Bürgern in der Eifel zusammenarbeiten will und deren Sorgen ernst nimmt“.In freundschaftlicher Atmosphäre ging man dann am Obersee auseinander, und die Teilnehmer der „PoliTour 2018“ brachen zu ihrer Abschlussetappe durch Rur- und Grünental in Richtung Aachen auf — ohne heulende Motoren...
Die Abschlussetappe geht noch einmal über die schönsten Strecken der Rur-Eifel über Woffelsbach (mit Polizeieskorte heute mal gestattet) Dedenborn und Imgenbroich, die "Himmelsleiter" hinunter durch Roetgen und über Lichtenbusch zurück zum Waldfriedhof Aachen - insgesamt wurden wir gut 100 Kilometer cool & sicher durch die Eifel eskortiert.
| Woffelsbach |
| Applauskurve |
| Rurtal L106 |
Den Fragebogen zur PoliTour 2018 füllten wir alle gerne aus - das war eine tolle, lehrreiche, aber auch nachdenklich stimmende Tour - da waren wir uns alle einig. Was man noch besser machen könnte? Na - natürlich noch mehr fahren!
Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert













Na, das ist ja eine tolle Aktion... da habe ich ja noch nie von gehört. Schade nur, dass sich diejenigen, die es am meisten angeht, nicht dafür interessieren werden.
AntwortenLöschenDas trifft es genau - wir waren natürlich nicht das Zielpublikum. Da setzt sich der Trend vom Kindergarten über die Schule fort - die, die zum Elternsprechtag kommen sollten, kommen nicht ;)
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