Sonntag, 8. Oktober 2017

Schottland in 8-Tagen - Tag 3/II

In den Grampian Mountains  Von Glendevon über Pitlochry nach Tomintoul
Teil II - Vom Zwischenstopp in Pitlochry nach Tomintoul




Von Pitlochry aus geht es weiter auf der A924 auf unserem Weg ins Glenshee.



Devils Elbow?



Nur etwa drei Kilometer hinter Pitlochry sehen wir, in einer scharfen Linkskurve, nach rechts ein Hinweisschild zur „Edradur Distillery“ – "weltberühmt" als die kleinste traditionelle Whistey-Brennerei Schottlands. Dazu zum Ende des Berichtes noch mehr.

In Kirkmichael wechseln wir von der A924 auf die A950 und schon sechs Kilometer weiter biegen wir auf die A93, die „Old Military Road“ nach Norden ab.



Das Asphaltband einfach auf die Landschaft gelegt





Die alte Militärstraße A93, die im Herzen des Cairngorms Nationalparks in den schottischen Highlands liegt, ist für uns die perfekte Biker-Straße. Sie führt uns genau durch DIE Landschaften, die wir bei unserer Fahrt durch Schottland erwartet haben.





Landschaftlich ist sie die schönste Strecke zu den Whiskey-Brennereien an der Speyside – verkehrsarm und kurventechnisch ein Genuss. Höhen und Tiefen wechseln wie auf der Achterbahn – ein fantastisches Straßenlayout.







Von „Glenshee“ aus, einem beliebten Wintersportgebiet Schottlands, steigt die A93 herrlich kurvig zum „Devils Elbow“ an und auf dem 665 Meter hohen „Cairnwell-Pass“ ist der Rundumblick auf die gut 1000 Meter hohen Gipfel äußerst eindrucksvoll.







Die eher wenigen Überholvorgänge können wir schon minutenlang im Voraus planen – so weit reicht der Blick in die beeindruckende Landschaft vor uns.






So haben wir auch immer wieder das Gefühl, wir befinden uns buchstäblich mitten im Nirgendwo. Pure Landschaften, endlose Blicke auf weite Berge und grüne Weiden, auf denen unendlich viele Schafe und Lämmer wie helle Felsen in der weiten Landschaft positioniert sind.






Später erreichen wir das 400 Seelen-Dörfchen „Braemar“. Dort schrieb „Robert Louis Stevenson“ einen großen Teil seines weltbekannten Romans „Die Schatzinsel“ und im September finden hier die wohl bekanntesten der vielen „Highland-Games“ statt.





Braemer Castle

Nicht weit entfernt, am ruhig fließenden River Dee, liegt „Balmoral Castle“, der Sommersitz von Königin Elisabeth II. Das Schloss im schottischen Baronial Style erbaut erhebt sich aus taufeuchten Wiesen.


Balmoral Castle?

Bridge of Dee
  
Zur Royal Lochnagar Distillery



Rechts geht's zum Balmoral Castle


Die Ladenbesitzer des kleinen Bilderbuchorts „Ballater“, am River Dee, schmücken sich mit dem königlichen Wappen und sind stolz auf die Bezeichnung: Hoflieferant. Die Höchstwertung sind drei Siegel, dann beliefern sie die Queen und den Prince of Wales die während des Sommers im benachbarten Balmoral Castle wohnen.





Schräg mit dem Hinterrad zum Bordstein - So parkt man sein Bike in Schottland - Sonst kippt es zur Rinne hin um!

Für eine kurze Pause halten wir auf dem Kirchplatz, kaufen in der Bäckerei Teilchen und Kaffee und lassen es uns gutgehen – bis ThomasK auf seine Uhr zeigt. ThomasK hat nämlich bei The Glenlivet den Tour-Termin gemacht und wenn wir rechtzeitig in unserem Hotel ankommen möchten, dann wird es aber so langsam Zeit aufzubrechen.




Königlicher Hoflieferant - Delicatessen - Wines & Spirits - Hardware - Calor Glas

Aber zuerst gilt es noch, die Tanks unserer Bikes zu füllen. Erst im dritten Anlauf gelingt es uns, die örtliche Tankstelle zu finden. Auf der Suche leiten uns unsere Navis immer wieder in eine Sackgasse. Erst auf Nachfrage bei einem Einheimischen löst sich das Rätsel. Die ehemalige Durchgangsstraße wurde zwischenzeitlich mit einem Haus zugebaut – diese Stelle muss man erst einmal großräumig umfahren – dann bekommen wir unseren Sprit beim königlichen Hoflieferanten von Ballater auf der Tullich Road.


 Königlicher Hoflieferant - Makers of the famous Balmoral Bread"


Der Kirch- und Marktplatz von Ballater

Heike on Tour - sonst auch auf dem Rücken der Pferde zu Hause


Wir nehmen Fahrt auf - bis zur Ortsgrenze von Ballater noch mit angezogenen Zügeln. Aber dann lassen wir unseren mechanischen Gefährten die Zügel schießen. Es wird knapp mit unserem Termin bei Glenlivet  - jetzt müssen es auch schon mal die Sporen sein :-]



"Blind-Summits" - jede Menge "Kuppen" hinter denen man nichts sehen kann

Durch die Cairngorms Richtung Tomintoul


Es ist wieder ein Wintersportgebiet, das da förmlich an uns vorbeifliegt. Aber die Weite gibt genügend Zeit, die grandiose Landschaft in uns aufzusaugen. Diese Zeit-Aufholjagd – erst hinauf zum Lecht Ski Centre und dann hinunter nach Tomintoul – ist eindrucksvoll und aufregend – ein fahrerisch tolles Erlebnis.


Auf der "Snow Roads Senic Route" fahren wir auf der höchst gelegenen Straße Großbritanniens

Die Stangen lassen es erahnen - im Winter scheint der Schnee hier wohl ganz schön hoch zu liegen

Lecht Ski Centre

Glenlivet Estate - im "Malt Whisky Centrum"

Schon bevor wir unser heutiges Ziel erreichen drosseln wir wie immer unsere Geschwindigkeit bis auf Schritttempo ab – der Adrenalinspiegel braucht Zeit wieder zu sinken, das Herz, das eben noch bis zum Hals schlug, muss sich erst wieder beruhigen, bevor wir in den Ort hineinfahren.




Auf dem "Malt Whisky Trail"

Dann kommen wir – mit nur 12 Minuten Verspätung – in „Tomintoul“, am „Richmond Arms Hotel“ an – geht doch :-)


Tomintoul - der höchstgelegene Wintersportort Schottlands

"The Whisky Castle"

"Richmond Arms Hotel"

Jetzt schnell zur Rezeption, die Zimmer beziehen und mit dem Taxi zu unserer Distillery-Tour nach „The Glenlivet“, die auf der Seite der „Whisky-Reisen-Schottland“ sehr positiv bewertet wird.
Eine Führung mit „3 Schlückchen Whisky“ und einem Erinnerungsglas. Da ist es schon besser, dass wir mit dem Taxi wieder zurück zu unserem Hotel in Tomintoul gebracht werden ;-)

Aber…das klappt so leider nicht :-(

Im höchstgelegenen Wintersportort Schottlands herrscht im Sommer tote Hose. Wer hätte denn damit rechnen können, dass nicht einmal EIN Taxi hier fährt. Auch die Bemühungen der freundlichen Dame an der Rezeption, einen privaten Transport zu organisieren schlagen leider fehlt.
Und noch einmal auf unsere Bikes zu steigen und die kurze Strecke selbst zu fahren ist mittlerweile auch keine Option mehr für uns. ThomasK bleibt nur noch uns bei Glenlivet zu entschuldigen – was dort auch anstandslos akzeptiert wird.
So kurz vor dem Ziel – und doch verloren :-\  Ach was – morgen früh fahren wir zu Glenfiddich, den größten seiner Art in Schottland – und schauen uns dort mal um :-)

Damit ist der heutige Tag für uns natürlich noch nicht zu Ende. Erst ein Bummel durch den Ort und dann auf einen Kaffee in den örtlichen Pub.


Die Häuser aus Naturstein gebaut

 Die Straßen wie leergefegt


Im Winter ist hier anscheinend mehr los

Ein Foto wie aus einem Schottland-Reiseführer :-)

Lagebesprechung in Pub. ThomasK kann's nicht fassen - die Whisky-Tour war so gut vorbereitet - und dann gibt's kein Taxi im Ort :-/

Und zum Abendessen geht’s ins „The Colckhouse Restaurant“. Dort hat‘s uns sehr gut gefallen und auch bestens geschmeckt.


Gegenüber des Richmond Arms Hotel

"The Clockhouse"
  
Was gibt's denn so auf der Karte?

Sieht gut aus


Schmeckt auch gut

Krabben & Chips

Burger & Pommes gehen immer in Schottland :-)

Und der Kaffee schmeckt auch sehr gut im "Clockhouse"


Und das Bier und das Ambiente - alles passt :-)

Auch wenn es mit unserer Whisky-Tour nicht geklappt hat, so hatten wir doch einen tollen Tag mit außergewöhnlichen Landschaften und dem supertollen Gefühl, durch die Highlights zu fliegen :-)

Jetzt geht's in die Betten im "Richmond Arms Hotel" und morgen geht es dann auf den Malt-Whiskey-Trail an der Speyside.



Ps.: Tomintoul liegt recht günstig, um am Ende der Tour bei „The Glenlivet“ die Whiskyherstellung zu besichtigen und auch ein wenig zu testen  wenn man denn ein Taxi bekommt.
Ansonsten empfiehlt sich während der Tour ein Besuch bei der „Edradur Distillery“ in der Nähe von Pitlochry. Dann wird am Whisky halt nur geschnuppert, nicht probiert ;-)


Glendevon - Tomintoul 240 Kilometer

Viel Spaß und tolle Touren

2 Kommentare:

  1. Mit dem Wisky vor Augen in Trance durch die tolle Landschaft;-)
    Ein schönes Abenteuer mit vielen Highlights in den Highlands.
    So etwas vergisst man nie mehr 😋

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  2. Sind die Straßen nicht ein Traum, vor allem wenn das Wetter mitspielt? Da habt Ihr ja richtig Glück gehabt. Was für eine schöne Tour, HerBert.

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