Samstag, 23. Mai 2020

Oleftalsperre - Deutlich unterhalb des Wasserspiegels

Tour am Sa. 23. Mai 2020 - Oleftalsperre

Deutlich unterhalb des Wasserspiegels

Gerade wurden die Kontaktbeschränkungen soweit gelockert, dass wir endlich wieder eine Gruppentour fahren können - das waren acht Monate seit der letzten, der Ehrenburg Tour.
Inzwischen dürfen Restaurants und Cafés wieder öffnen - unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht.
Aber nach Belgien, in die Ardennen, können wir immer noch nicht fahren. Da müssten wir anschließend für 14 Tage in Quarantäne. Aber die Eifel bietet ja auch immer wieder schöne Ziele. Heute haben wir die Oleftalsperre im Visier - die habe ich tatsächlich noch nicht gesehen. Grund genug, dort einmal vorbeizuschauen. Also geht es heute in Richtung Hellenthal.
Unser erster Treff ist in Erkelenz Lövenich, unser zweiter am McD Aldenhoven. Dort ist unser Team dann komplett - alle sind gekommen!
In gut einer Stunde sind wir über Hamich, Gressenich, Mausbach, Zweifall, Rollesbroich und Mützenich am Parkplatz "Reichensteiner Brücke", in Sichtweite des Klosters Reichenstein. Mit Hilfe von Google Maps habe ich mir einige Wanderparkplätze, entlang unserer Route, ausgesucht - dieser ist einer davon.

Parkplatz "Reichensteiner Brücke", in Sichtweite des Klosters Reichenstein

Toll, was man mit Google so alles vorplanen kann - unbezahlbar ... habe ich wohl schon  mit meinen Daten bezahlt.
Ganz nostalgisch hat jeder etwas zu essen und zu trinken an Bord. So bleiben wir unter uns und vermeiden größere Ansammlungen. Mit Abstand gibt es viel zu erzählen - was so war, und was noch sein wird.
Während wir noch, mit Abstand und in kleinen Grüppchen, so lustig erzählen, verlassen zwei honorable Wanderpärchen die kleine Schutzhütte im Hintergrund. Eine der Silberdamen streift uns im Vorbeigehen mit strafenden Blicken - Böse Biker.

Böse Biker?

Wir befinden uns hier ganz in der Nähe von Kalterherberg und die Temperaturen machen diesem Namen alle Ehre. Da ziehe, nicht nur ich, vor der Weiterfahrt noch ein zusätzliches Kleidungsstück über.
Durch das Rurtal geht es nach Rurberg und Einruhr, vorbei an Vogelsang, in Richtung Dreiborn, vorher scharf links in Richtung Schleiden, am Tempelchen vorbei nach Harperscheid. Jetzt noch schwungvoll hinunter nach Hellenthal - dann geht's dort auch schon rechts ab zur "Oleftalsperre".

Die Anwohner werdens schon wissen

Sehr eindrucksvoll steht sie da so einfach vor uns und trennt die riesigen Wassermassen, die sich auf der anderen Seite auftürmen, von uns. Es ist schon etwas anderes, auf einer Staumauer zu stehen, als an ihrem Fuß ganz nah dran zu sein. Ich find's ein wenig gruselig. Die Leute hier in Hellenthal haben sich natürlich daran gewöhnt ... oder so.

Wir laufen ein wenig auf dem Gelände herum

Wir packen wieder unsere" Lunchpakete" aus und laufen ein wenig auf dem Gelände herum. Ein paar überdimensionale Wasserarmaturen und eine Schautafel über die Lage der verschiedenen Stauseen im Bereich der Rur-Eifel vermitteln einen Eindruck, was der Wasserverband Eifel-Rur so bedeutet. Die Vorab-Recherche im Netz war auch schon recht informativ.

Wassermassen auf der anderen Seite

Parkplatz vor der Staumauer

Wir packen unsere Lunchpakete aus

Überdimensionale Wasser-Armaturen

Talsperren des Wasserverband Eifel Rur

Den gleichen Weg, den wir in Hellenthal hinein gefahren sind geht es zunächst auch wieder hinaus. Vorbei an der Greifvogelstation & Wildfreigehege Hellenthal biegen wir später ab in Richtung Schleiden, Herhahn und Gemünd. Dort fahren wir hinauf nach Wolfgarten, vorbei an der Abtei Mariawald und wieder hinunter nach Heimbach.
Jeder Motorradfahrer hat mal langsam angefangen - so auch der junge Mann, der sich mit seinem Bike und dem ihm folgenden Fahrschulwagen im Kreisverkehr in Heimbach vor uns setzt. Langsam tuckern wir durch Heimbach und Hasenfeld hinter unserem zukünftigen Bikerkollegen her, in der Hoffnung, dass er blos nicht auf die tollen Kurven in Richtung Schmidt abbiegen möge. Tut er aber doch.

Tut er aber doch

Auf dieser tollen, kurvigen Strecke überholen - würde ich schon machen. Aber mit der ganzen Gruppe hinter mir macht das keinen Sinn.
So kann ich amüsiert beobachten, wie unsicher wir wohl alle einmal angefangen haben.
Am Ende der tollen Kurvenstrecke kennt der Fahrlehrer wohl eine kleine Bucht, in die er, über Funk, seinen Schülern hineinbeordert und anschließend auch seine Dose.
Im Vorbeifahren grüßen wir den wackeren Fahrschüler mit dem ausgestreckten rechten Bein. In der nächsten Saison braust er dann mit seinem Bike durch die Eifel und hat längst schon vergessen, dass er einmal Fahrschüler war.

Biken durch die Eifel

Von Schmidt aus geht es zügig in Richtung Brück-Nideggen. In den Abschlusskurven sucht und findet der Blick immer wieder das tolle Panorama der Burg Nideggen, hoch auf den roten Felsen. Da muss man schon schnell wieder den Blick losreißen, um die Ideallinie der nächsten Kurve nicht zu verpassen.

Gruß unter Burg Nideggen

Panorama Burg Nideggen

Von der Burg aus hätte man uns sehen können

Den nächsten Stopp am Wanderparkplatz auf dem Brandberg lasse ich aus. Er scheint mir vom Untergrund her nicht für uns geeignet.
Bleibt noch die Frage, ob wir zum Abschluss nicht doch das Café Flink anfahren sollen?
Ich muss mich schnell entscheiden, denn schon sind wir in Untermaubach und im Außenbereich des Cafés sehe ich genügend Plätze mit entsprechendem Abstand.
Erst einmal die Lage checken, wie das hier mit den Masken, dem Einbahnverkehr, der Sitzordnung und den Personalangaben funktioniert. Das klappt alles noch ganz gut, aber kaum stehen Kaffee und Kuchen vor uns auf dem Tisch, gibt es einen mittelprächtigen Eifler Landregen, ohne ersichtliche Vorwarnzeit.
Auf dieses Szenario sind wir - und wohl alle Anderen - nicht vorbereitet. Den Mundschutz hoch, den Teller mit dem Kaffee in die eine, den Kuchenteller in die andere Hand. Alles drängt sich vor dem Eingang zum Café, unter den nicht wirklich breiten Dachüberstand, an die Wand. Kurzfristig ist jeglicher Mindestabstand ohne Bedeutung - aber alle sind gut gelaunt.
In der guten Stube des Café Flink gilt es nun wieder als erstes, die Regeln möglichst schnell zu erkennen. Wo ist noch frei, wo darf man sich mit wievielen Personen hinsetzen. Alles gut organisiert. Nach unserer neuen Sitzordnung füllen wir sogar nochmals einen neuen Personalbogen aus. Essen und Trinken geht natürlich ohne Maske, nur nicht vergessen, sobald man den Tisch verlässt muss der Schutz wieder hoch. Soweit ich das beurteilen kann, macht das hier auch jeder.
Am Boden der letzten Kaffeetasse sind die Wolken weitergezogen. Wir verabschieden uns schon mal voneinander und wie immer geht es jetzt, ohne weiteren Stopp, nach Hause.

Gut geführt

Unsere erste Gruppentour im Coronajahr 2020

Wenn einem die Eifel (fast) direkt vor der Haustüre liegt, vergisst man leicht, welch wundervolle Strecken der Nationalpark Eifel für uns Biker bereithält. Die heutige Tour zur Olef Talsperre war vom Streckenverlauf wieder ein landschaftliches und fahrerisches Highlight. Auch auf der gastronomischen Seite findet man überall ein interessantes und reichhaltiges Angebot.
Heute sah nun einiges anders aus. Der ausgestreckte Arm mit der behandschuhten Faust ersetzte nur unzureichend die herzliche Umarmung zur Begrüßung. Immer Obacht zu geben auf den richtigen Abstand, nur vier Personen an einem Tisch und nicht vergessen die Maske aufzusetzen, wenn's mal zum Waschraum geht. 
Man spürt, dass Corona überall auf unserer Tour dabei ist - nicht schön - aber man wird sich wohl für längere Zeit dran gewöhnen müssen.
Wenn die Sonne scheint, holen wir uns die Unbeschwertheit wieder zurück.

Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert


Erstellt m. MyRouteApp u. Google Maps


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