Samstag, 1. Juni 2019

Pässe an Semois und La Meuse

Juni 2019




Eine Woche nach unserer Tour nach Dinant zieht es mich wieder auf Passknacker-Tour nach Belgien, nach Bouillon in den südlichen Ardennen. Das Ziel ist anspruchsvoll, das weiß ich noch von den verschiedenen Malen, an denen der entfernte Ardennenort bereits ein Etappenziel für mich war. Rund 600 Kilometer mehr werden sich wohl, nach 10 bis 11 Stunden Tourzeit, auf dem Tacho meiner NC angesammelt haben - eindeutig eine Tour für leichtes Gepäck.
Blauer Himmel und Sonnenschein - ein tolles Gefühl, in den frühen Morgen zu starten.
Als schnelle Verbindung zum ersten PK-Punkt schlägt meine Routenplanung die Autobahn in Richtung Maastricht - Lüttich vor. Das sind 130 Kilometer bis zum ersten Foto-Punkt "Gros-Chene", den ich letzte Woche wegen des Regens ausgelassen habe.
Zunächst bin ich ziemlich alleine in Richtung Maastricht unterwegs - da ist ein Segelschiff auf der Autobahn schon eine interessante Abwechslung.


Ein Schiff auf der Autobahn

Unterwegs zum nassen Element
Deutsch-Niederländische Grenze - Nähe westlichster Punkt Deutschlands
Richtung Lüttich
An Maastricht und Visé vorbei geht es auf der E25 nach Lüttich. Hier endet die Autobahn am Stadtrand und es geht, an der Maas vorbei, spannend durch die Innenstadt. Zum Glück fließt der Verkehr ganz gut und es geht zügig voran.


Aacher-Maastricht Airport


Visé links - Wohnen - Bahn - Autobahn


Visé rechts - Die Maas

Lüttich Stadtrand
Lüttich an der Maas

Lüttich Centrum
Auf der N63 fahre ich am Universitätsviertel vorbei und erreiche nach ca. 100 Minuten  "Gros-Chene". Der Pass von Petit Han nach Verlée liegt auf 339 m und sieht so gar nicht nach einem "Pass" aus. Überhaupt liegt der höchste Punkt, den ich heute erreiche, auf "nur" 427 Metern. Da kann man, schon optisch, nicht von "wirklichen" Pässen sprechen. Aber, wer die Alpen nicht vor der Haustüre hat, ist mit den Ardennen schon mehr als zufrieden.

Pass von Verlée nach Petit Han

Pass von Petit Han nach Verlée
Kommentar einer sehr geschätzten Bloggerin: "Pässe knacken in Belgien hört sich an wie Muscheln sammeln in der Schweiz ;-)" - das hat was :-)
Es braucht weitere 50 Minuten bis ich den "Col des Cinquante Bonniers", auf der Höhe von Givet, erreiche. Kurz darauf überquere ich die Grenze zu Frankreich und schieße mein Nachweisfoto an der "Chemin Forestier de Rivage".


ArdennenWald

ArdennenOrt

Col des Chinquante Bonniers

Frankreich

Rue des Bogerales

Chemin Forestier de Rivage
Im anmutigen Ort Haybes überquere ich die  Meuse, halte mich rechts und in Fepin schlägt mir TomTom die kleine Rue de Mesnil zur Weiterfahrt vor.
Das mache ich dann auch, aber nach einer Zeit endet sie, an der Grenze zu Belgien, bergauf in einen ausgewaschen Forstweg nach Le Mesnil. Ein spannender Schotterweg, der, nach den starken Regenfällen der letzten Woche, mir schon einiges abverlangt.
Erleichtert sehe ich den kleinen Weiler endlich vor mir auftauchen und positioniere die NC am Ortsschild von Le Mesnil. Dann setze ich mich auf die Bank in der Nähe und lege eine kleine Verschnaufpause ein.


Haybes

Hôtel de Ville
Blick zurück über die Maas

Schotterweg und später schlimmeres

Endlich angekommen...

in Le Mesnil
Zur "Chemin des Combes" geht es, auf der gut ausgebauten N990, gerade hinauf und kurvig wieder hinunter.


Dann kurvig hinunter
Durch schöne Ardennenwälder überquere ich die belgisch / französische Grenze nach Fumay - wieder ein hübscher Ort an der Meuse.
Die Strecke von Fumay, über Revin bis nach Monthermé, gehört zu den schönsten Streckenabschnitten entlang der Maas.
Hier, in Monthermé, mündet die Semois in die Maas, ab nun ist dieser tolle, ursprüngliche Fluss mein Wegbegleiter bis in die tiefsten Ardennen.


Wegbegleiter Semois

Der "Col de Liry" und der "Col du Loup" liegen in dieser wundervollen Landschaft, in der sich die Semois, in einer Abfolge von unendlichen Schleifen durch die Ardennen schlängelt.


Col de Liry

Col du Loup

Der Blick auf die eindrucksvolle Landschaft wird jetzt schon seit einiger Zeit durch das warnend gelbe Tanklicht meiner "X" gestört. Rund 300 Kilometer bin ich nun schon unterwegs und eine Tankstelle würde mich jetzt sehr beruhigen.
Bis zur belgischen Grenze ist es nicht mehr weit und der Sprit wäre dort auch günstiger - doch die Vorsicht siegt. Noch auf der französischen Seite kenne ich eine kleine 24h Tankstelle - das beruhigt schonmal die Nerven.
Ohne Tankwart tanke ich ja nicht so gerne - so alleine mit einem Tankautomaten, meiner EC-Karte und mir. Na hoffentlich klappt das auch.
Karte einstecken, Sprache wählen - es geht nur Französisch oder Englisch. Deutsch wäre besser, aber Englisch geht auch. PIN eingeben.
Da gehe ich halt mit meiner Karte und PIN in Vorleistung - hoffentlich bekomme ich auch meinen Sprit und vor allem die Karte aus dem Automaten zurück.
Die Karte kommt zuerst - die nehme ich schon mal erleichtert aus dem Automatenschlitz - und gleichzeitig summt die Pumpe der Zapfsäul. Jetzt schnell das Benzin bis zum Rand eingefüllt und nach dem Einhängen der Zapfpistole noch den Tankbeleg angefordert - geht doch.


Nervennahrung
Kurz darauf, in Bohan in Belgien, ist der Sprit zwar billiger, aber mit vollem Tank fährt es sich dort ganz leicht vorbei.


Bohan

Es folgen der "Col de Hérisson", der "Col de Conrad" und der Point de Vue du Jambon Membre - ein schöner Ort für eine Pause. Von dieser Stelle aus hat man einen tollen Blick auf eine Schleife der Semois in der Nähe von Sambre.


Col de Hérisson


Col de Conrad

Toller Blick
Drei Pässe weiter - Col de Suette, Col de la Bonne Idée, Bois Chênet - nähere ich mich der touristischen Attraktion der Gegend.


Col de Suette

Col de la Bonne Idée

Bois Chênet
Vresse-sur-Semois übt mit seinen Bistros, Restaurants und verschiedenen Freizeitaktivitäten eine große Anziehung auf die Menschen der Region aus. Besonders beliebt sind hier Kanufahren auf der Semois.
Heute kommt wohl noch ein Trödelmarkt hinzu - Menschen in allen Gassen und auf allen Plätzen.


Beliebt für Kanufahren

Über die Semois

Vresse-sur-Semois

Bistros und Restaurants

Markt
Eine Tankstelle als Nachweisfoto für den Col de la Haizette - auch mal ein schönes Motiv.


Station La Haizette
Wenn du nach Rochehaut kommst, parkst du am besten gleich am Anfang rechts - später kommst du wahrscheinlich nicht mehr dazu. Um den schönen Ausblick auf die Semois-Schleife bei Frahan zu genießen, bevölkern ganze Heerscharen den kleinen Ort, der in der Saison wohl komplett an Touristen vermietet ist. Dazu ist hier ein Sternekoch der ungekrönte König der Gastronomie.


Aussichtspunkt auf Frahan

100% Tourismus
Am Ortsausgang von Rochehaut gibt es noch ein Foto meiner "X" und später noch eins in Corbin.


Ortsausgang

Corbin
Kurze Zeit später bin ich auch schon in Bouillon - hier ist heute auch recht viel los. An der großen Festung des Kreuzritters "Gottfried von Bouillon" vorbei geht es hinauf zur "Chapelle de Bûhan". Von hieraus eröffnen sich weite Ausblicke auf das Tal der Semois.


Große Festung

Semois bei Bouillon

Chapelle du Bûhan
Eine Pferdekoppel, am Col des Hayons, ist ein weiterer schöner Hintergrund für die heutige Passknacker-Tour.


Hinunter nach Noirefontaine

Col des Hayons
Noch ein Foto an den "Les 4 Chemins" und eine Pause am "Col d'Auby", dann geht es auf schnellstem Weg zurück nach Hause.
Les 4 Chemins


Col d'Auby

Ardennen-Blick

Lüttich
Maas

Toutes Directions


Wieder bin ich meinem Ziel, im Tourjahr 2019 alle 75 Passknacker-Punkte in Belgien anzufahren, mit 19 weiteren Ardennen-Pässen, jetzt 41 Punkte, ein entscheidendes Stück näher gekommen. Noch je eine Tour in die Gegend von La-Rochelle-en-Ardenne, Saint Hubert und Saint Vith - dann sollte ich an allen PK-Pässen und Wasserscheiden  Belgiens gewesen sein.






Tourlänge: 604 km
Autobahn: 280 km
On Tour: 11h
In Bewegung: 08:17h
Temperatur: 28°C
Stopps: 22

Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert




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