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| Abfahrt vom Stilfserjoch |
Ein ganz besonderes Highlight ist auch der
Albulapass, den wir von St. Moritz, der Stadt der Schönen und der Reichen aus
angehen.
Ein kurzer Bummel durch Davos, die Stadt des gepflegten Schweizer
Wintersports, dann sollten wir, nach gut 300 Kilometern, gegen 18 Uhr wieder in
Nauders sein.
Die
Wetteraussichten sind so lala – in der Nacht hat es auf den Bergen Neuschnee
gegeben. Am Morgen ist es freundlich und zum Nachmittag soll es dann nicht ganz
so schön werden.
Aber
was hilft‘s – heute ist die letzte Möglichkeit für diese tolle Tour – und wir
sind ja schon bei (fast) jedem Wetter gefahren ;-)
Helmut und ThomasK sind startbereit
Punkt
9 Uhr geht’s los. Ein wenig aufgeregt sind wir schon wegen der Haarnadelkurven,
die uns am Stilfserjoch erwarten. Noch einmal machen wir uns klar, dass es mit
10 Bikes am Joch besonders darauf ankommt, einen genügend großen Abstand zum
vorfahrenden Motorrad zu halten. Ein wenig heikel sind hier die Rechtskurven,
die bei einem entgegenkommenden Fahrzeug recht eng sein sollen. Die einen sind gelassen
wie immer – man sieht aber auch ein paar gerötete Wangen – aber alle wollen
heute da hinauf :-)
Pass Nr. 1, der „Reschenpass“
– 1.519m, *** SG 1-2 Kaum wahrnehmbar, wir sind in Süd-Tirol in Italien.
Das
Highlight des Passes ist zweifelsohne die tragische Geschichte um das kleine
Bergdorf Graun, dessen Kirchturm der wohl der meist fotografierte der ganzen
Welt ist. 1948 wurde der Reschensee aufgestaut, dabei versank der Ort Graun in
den Fluten. Lediglich der Kirchturm des Ortes ragt bis heute trotzig aus den
Fluten hervor.
Noch
einmal geht es also am Reschensee vorbei und noch einmal liegt das weiße
Kloster Marienberg hoch über uns am Berg.
In
Glurns dann eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt. Während wir noch rangieren
und überlegen, ob wir die Sperrung austricksen können, kommt ein netter
Anwohner zu uns und rät, lieber die ausgeschilderte Umleitung über Spondinig zu
nehmen. Gleich hinter der Sperre warten die Carabinieri und deren
Protokolle seien ziemlich teuer. Ein gutes Argument, den empfohlenen Umweg zu
wählen ;-)
Christine und die Vorfreude vor dem Aufstieg
In
Prad sind wir dann wieder auf der geplanten Strecke und kurze Zeit später legen
wir, kurz vor dem Aufstieg, eine kleine Erfrischungspause mit Blick auf den
Gipfel ein.
Besonders
auf der Nord-Ost-Rampe reiht sich eine Spitzkehre an die andere – gut, dass wir
mittlerweile schon so viel Übung haben :-)
Der Aufstieg beginnt
Sage und schreibe 87 Kehren liegen nun vor uns, davon 48 für den Aufstieg
Auf 30km
Länge schrauben wir uns 1570m in die Höhe. Dabei ist die Streckenführung der
„Königin aller Passstraßen“ einzigartig. Wie in unendlichen Schleifen liegt
eine Fahrspur über der anderen.
Immer wieder schweift der Blick über das
gewaltige Panorama das sich uns bietet – aber Vorsicht – höchste Konzentration
ist gefragt.
Die Rechtskurven haben es in sich, sind Haarnadelkurven im engsten
Sinne. Tempo verringern, in den 2ten Gang schalten, kurz schauen ob ein
Fahrzeug von Oben kommt, in die Kurve legen und mit Gas hineinziehen.
Kommt kein Gegenverkehr kann man erleichtert aufatmen, dann holt man halt etwas
weiter aus und nutzt die gesamte Breite der Kurve. Die Linkskurven sind dagegen
die reinste Erholung ;-)
Da wir in der Woche und noch früh am Morgen unterwegs
sind hält sich der Gegenverkehr stark in Grenzen. Während der Hauptsaison und
an Wochenenden braucht es dann aber schon einigen Mut mehr als heute - an der
Nord-Ost-Rampe hat so mancher Biker seinen Aufstieg noch vor dem Gipfel abgebrochen und ist umgekehrt ;-)
Wir
sind nur noch einige Kehren vom Gipfel entfernt, da geht es nicht mehr weiter.
Vorsichtig halten wir in der Steigung an und warten, bis der Schneeräumer die Fahrbahn für uns freimacht.
Dann rollen wir vorsichtig wieder an und durch den glitschigen Schneematsch erreichen wir den Passo dello Stelvio.
Hier
oben ist touristisch schon einiges los. Restaurationen, Souvenirläden und „Bruno’s
Wurst mit Sauerkraut“ – wer‘s mag – für
(fast) jeden ist was dabei.
Brunos Wurst mit Sauerkraut
Ute und der Erlkönig
Heike und der Nord-Ost-Wind
Eine
halbe Stunde reicht, dann wird wieder aufgesessen.
War
die Auffahrt dunkel und kalt, so ist die Abfahrt sonnig und warm – und auch
erheblich leichter zu fahren.
Landschaftlich sehr eindrucksvoll – besonders schön
der Wasserfall. Die Strecke kennen wir ja schon aus der entgegengesetzten
Richtung, als wir vom Gaviapass kamen. Da war’s im leichten Regen und nach der
langen Fahrt nicht ganz so angenehm wie heute.
Zügige Fahrt mit gutem Grip
Birgit & Thomas - Schöne Aussichten auf fantastische
Berglandschaften
Kurz
vor dem Fascognopass gibt’s einen heftigen Schauer – aber als wir den Pass
erreichen dampfen die Straßen und die Feuchtigkeit wird von der Sonne aufgezehrt.
Tolle
Aussichten aufs Bergmassiv im herrlich sonnigen Skigebiet Eira.
Das
Schöne am Livignopass sind die tollen Berge rundum. Auf guter Piste geht es
zügig die Passstraße entlang, immer die mächtigen Drei- und Viertausender im
Blick. Die Strecke sind wir schon zum Gaviapass gefahren, aber jeder Kilometer
ist diese zweite Begegnung wert.
Es
ist wieder einmal Zeit für eine Pause – da kommt am Gipfel die „Foresteria
2315“ gerade recht.
Latte Macchiato
Das alte Gebäude ist super stilistisch aufgemacht, man
bekommt für 2€ einen tollen Latte Macchiato im Café und preiswerte, zollfreie
Spirituosen im Laden. Unbedingt besuchen ;-)
Brigitte & SAM 2315m ü.NN
Nachdem
wir die Grenze passiert haben erklimmen wir den legendären „Berninapass“, der zu den
berühmtesten Schweizer Pässen zählt. Nicht besonders schwierig aber fahrerisch
abwechslungsreich mit schönen, gut ausgebauten Kurven, begeistert vor allem die
grandiose Landschaft mit der gewaltigen 4.000er Berninagruppe.
Lange Zeit geht
es an den Geleisen der Rhätischen Bahn entlang, aber dem Bernina-Express
begegnen wir heute leider nicht.
HeliSwiss
Im Winter der bekannteste Treff des internationalen Jetsets,
hat Sankt Moritz, durch seine traumhafte Lage am Rande der Oberengadiner Seen,
seinen ganz besonderen Reiz.
Im
Schritttempo bummeln wir durch die
historischen Gassen, in denen an über 300 Sonnentagen im Jahr „Champagner-Klima" herrscht :-)
Huch - vertan :-)
Die schmale, wenig befahrene Strecke geht so nach und nach in eine
herrliche, hochalpine Lage über.
Auf der Passhöhe am Albulasee können wir uns
gar nicht sattsehen an dem, was uns hier geboten wird.
Das schlichte
Albula-Hospiz ist dann das iTüpfelchen in dieser großartigen Kulisse.
Christine & Günter
Als
wir uns dem Parkplatz nähern startet dort gerade eine Gruppe von hochpreisigen
Sportwagen – schade – die hätten wir gerne aus der Nähe betrachtet.
Die
Einkehr im Hospiz ist cool – vor der Haustüre liegt der Neuschnee, innen gibt’s
stilechtes Schweizer Interieur, und mit rund 6 € den teuerste Latte Macchiato den ich bisher getrunken habe ;-)
SAM sagt Grüerzi
ThomasB entdeckt den HSV-Aufkleber :-)
Bei
der Abfahrt vom Albula zeigt TomTom eine Bahnlinie neben mir an, die ich aber nirgendwo
sehen kann. Wir überqueren sie – und auch das ist nicht zu sehen. Die Lösung
zeigt sich dann in Preda. Dort verschwindet die Bahn im Berg. Große Erdbewegungen
lassen ahnen, dass dort ein weiterer Tunnel durch den Berg gebohrt wird. Mit
Förderbändern in durchsichtigen Röhren wird der Abraum der Tunnelbohrung zunächst
auf eine große Halde befördert und dann abtransportiert – ein interessantes und
großes Projekt.
Eines von vielen Viadukten
Als
wir Bergün erreichen, ein Ort mit vielen schön bemalten Häusern, beginnt es
leicht an zu regnen. Und das ändert sich auch leider nicht auf unserer Strecke
nach Davos.
Schweizer
Postbus im Einsatz - Schweizer
Postbusfahrer blinken rechts und lassen Motobikes vorbei :-)
In
„Davos“ haben wir noch einen
Bummel über die Promenade geplant. Aber, da es sich so richtig eingeregnet hat,
bleiben wir lieber auf der Talstraße und stellen uns bei der Migrol-Tankstelle
unter. Auch so klappt es ganz gut mit einer kleinen Pause.
Pass Nr. 8 der „Flüelapass“ – 2.383m, *** SG 2
Als
uns kurze Zeit später LKWs mit dickem Schnee auf der Front entgegenkommen ahnen
wir nichts Gutes.
Je höher wir kommen, umso mehr Schneeflocken mischen sich in
den Regen. Die Temperatur sinkt auf den Gefrierpunkt und die Sicht verringert
sich im Schneetreiben auf wenige Meter. Es schneit nun so heftig, dass ich mir
den Schnee fast im Sekundentakt mit der ganzen Hand vom Visier wischen muss. Das
Visier muss ich nach einiger Zeit leicht öffnen, sonst sehe ich durch den
Beschlag überhaupt nichts mehr. Dafür schlagen mir jetzt die Eiskristalle recht
heftig ins Gesicht. Trotz Handprotektoren und Heizgriffen wird meine rechte
Hand eiskalt, da ich sie immer wieder vom Griff lösen muss um für bessere
Sicht zu sorgen. Ein Reisebus kriecht vor uns den Berg hinauf. Kann ich den,
bei dem Matsch auf der Straße, überhaupt überholen?
Gleich hinter einer Kurve
wage ich es – und die Gefährten kommen hinterher. Jetzt habe ich aber kein Rücklicht
mehr vor mir und Sicht ist quasi nicht mehr vorhanden. Weit kann es nicht mehr
bis zur Passhöhe sein – da muss ich einfach durchhalten, danach kann es ja nur wieder
besser werden.
Wir
sind über den Berg, die Temperatur steigt und der Schnee wird zu Regen, der
bald danach aufhört. Ein einzelner Biker kommt uns entgegen und grüßt euphorisch
– wann begegnet man schon einmal einer schneeverkrusteten Bikertruppe – auf
jeden Fall ahnt er jetzt schon mal, was ihn da Oben erwartet :-)
So
langsam zieht die Wärme der Heizgriffe in meine Fingerspitzen. Hey wie toll ist
es doch, Handprotektoren und Heizgriffe an
seinem Motorrad zu haben – und dass alles wieder einmal so gut gelaufen ist :-)
Gefahren: 320 km von 09:00 bis 18:00 Uhr
Maut: 0.00 €
Aussicht: **** ein Highlight
Fahrtrichtung der Tour: Eine Grandiose Tour in der für mich richtigen
Fahrtrichtung - besonders für das Stilfserjoch und den Albulapass
Schwierigkeit: SG3 - sein Motorrad muss man schon sehr gut beherrschen
Glossar
Spaßfaktor nach „Alpenrouten“
*Naja
**Ganz nett ***Hinfahren lohnt sich ****Ein Highlight
*****Absolut grandios
Schwierigkeit nach „Denzel“
SG1
Strecke sehr leicht, SG2 Strecke ohne nennenswerte Anforderung SG3, Strecke
erfordert Erfahrung im Gebirge
Online-Tourenplaner, wie z.B. Tyre, Google
Mapps, MotoPlaner, in den Wintermonaten
Bei
Verwendung von Online-Tourenplanern werden die Rundtouren bei gesperrten Pässen
und Strecken, wie z.B. in den Wintermonaten, nicht wie geplant dargestellt.
Navis im Offline-Modus stellen die geplante Route dagegen richtig dar.
Die TourDatei gibt’s "HIER"
Viel Spaß & tolle Touren wünscht HerBert ;-)

























































Hach, da werden Erinnerungen wach, HerBert. Wieder eine spektakuläre Tour und tolle Bilder. Ich find auch, dass das Stilfser Joch mit zu den anspruchsvolleren Passstraßen gehört (besonders, wenn man auf Harley unterwegs ist).
AntwortenLöschenPuh, da kommt meine Höhenangst ja schon beim Lesen hochgekrochen! Meine Güte! Das ist ja recht anständig.
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