Juni 2014 – Tag 2 – Die Nord-Vogesen
| Riquewihr an der Elsässer-Weinstraße |
Grandiose
Landschaften – Phantastische
Ausblicke – Atemberaubende Pässe –
Bemerkenswerte Kulturgüter
Um 09:00 Uhr geht es heute in die Nord-Vogesen – das
heißt, um 7 aufstehen und um 8 zum Frühstück.
Das sieht doch alles super aus. Der Frühstücksraum
erinnert mich sofort an frühere Aufenthalte „in den Bergen“.
Sehr gemütlich, mit tollem Ausblick auf die Berge rund um
Munster, das tief unter uns liegt.
Am Frühstücksbuffet gibt es alles, was das Herz begehrt –
nur der heiß begehrte Kaffee, der die hier und da noch schlummernden Geister
wecken soll, muss erst noch durch die dampfende und zischende Maschine laufen –
zu groß ist die momentane Nachfrage.
Gut geschlafen haben wir alle – auch Christine. Sie hat im Schlaf noch mal alle Kurven und Kehren des Vortags durchfahren – und das
waren ja nicht gerade wenige. Kurz kommt bei ihr der Gedanke auf, ob sie nicht lieber
bei Günter als Sozia mitfahren sollte – doch zum Glück entscheidet sie sich, selbst mit ihrer rote BMW zu fahren. Die absolut richtige Entscheidung,
wie sich im Laufe des Tages herausstellen wird – alles klappt bestens und so
langsam stellt sich die „Kurvenroutine“ bei uns allen ein.
Um 9 holen wir unsere Maschinen aus den Garagen und
von den Stellplätzen und sitzen auf. Wir sprechen unseren heutigen Tour- Plan
noch mal kurz mit Gunter durch, denn in Riquewihr wollen wir uns noch mal
treffen um den Ort gemeinsam zu erkunden. Dann sehen wir uns erst wieder gegen
18:00 Uhr hier an der Auberge. Gunter bringt uns dann wieder ein paar Fläschchen
regionales Bier mit, das wir direkt aus dem Kofferraum genießen.
Wir steuern unsere Bikes zur Abfahrt ins Tal. In die
Nord- Vogesen soll es heute also gehen – an die Elsässer Weinstraße mit den tollen Orten Kaysersberg, Riquewihr und
Ribeauvillé, zur Haut-Koenigsbourg, zum Col de la Schlucht, über die Route des Crêtes bis Le Markstein und dann wieder zurück zum Obersolberg – Volle Programm
;-)
Toll ist ja schon wieder die Abfahrt nach Eschbach-Au-Val
und Munster. Unten angekommen ist man schon so richtig eingefahren und heiß auf
mehr.
In Munster schweift der Blick zum Himmel – immer wieder
sehen wir Störche über der Stadt kreisen. Die sind hier keine Seltenheit.
Wenn
man genauer hinschaut, findet man eine ganze Menge Storchennester auf den
Häusern. Manche Dächer sind gleich mit mehreren dieser tollen, großen Gebilde
ausgestattet. Munster hat schon ein tolles, besonderes Flair.
Auf der Route de la Schlucht verlassen wir das kleine
Städtchen, fahren in Stosswihr an unserer Tankstelle von Gestern vorbei und
schrauben und kurven uns immer höher.
Wir verlassen die Route de la Schlucht und folgen der
Route du Wettstein.
Mahnmalen des Ersten Weltkriegs werden wir in den Vogesen noch öfter begegnen.
Bald darauf sind wir auf der "Elsässer Weinstraße".
Toll ist es, durch die Weinbergen zu fahren.
In Ammerschwihr verlassen wir die Umgehungsstraße und
tuckern im Gänsemarsch durch den netten ruhigen Ort.
So was macht immer Spaß.
An Kaysersberg vorbei geht es rechts ab in den Wald.
Es
folgen Fréland und Aubure und dann geht es einfach nur noch durch den Wald.
Kilometerlang sind wir hier auf kleinsten, kurvigen Wegen unterwegs.
Rast im Wald.
Außer uns ist hier keine Menschenseele
unterwegs.
Die Wege sind oft nur einen Meter breit, bemoost und teils aus bröckeligem
Asphalt – Ein tolles Gefühl hier zu biken.
Auch die schönste Route Forestière geht einmal zu Ende – wir
erreichen "Riquewihr"
Die Parkplätze sind, natürlich auch am Freitag, alle
voll. Riquewihr gehört ja nicht umsonst zu den Touristenmagneten an der
Elsässer Weinstraße.
Aber ich war ja schon mal hier und weiß, wo wir unsere
Maschinen abstellen können. Gunter hat natürlich auch hierher gefunden und
schließt sich uns an.
Da Rainer sich freiwillig meldet, auf unsere Bikes mit allem Equipment aufzupassen, sind wir schon bald, durch den Torbogen
hindurch, auf der gepflasterten Dorfstraße unterwegs.
Die geht es dann einmal rauf und einmal runter.
Und
natürlich auch nach links zum blauen Haus. Ich rufe ganz schnell mal zu Hause
an: „Hey, weißt du noch als wir hier vor dem blauen Haus standen – da sind wir
jetzt. Und gleich gehen wir noch zum….“ Ist immer toll, wenn wir sowas schon
mal vorher gemeinsam gesehen haben, das verbindet.
Schön ist es hier, so romantisch die Häuser und die
Gastronomie in den Höfen. Alle Sprachen hört man hier, Menschen aus aller
Herren Länder. Aber zu voll ist es Ende Juni hier nicht, das geht noch.
Ein kleiner Markt ist auch geöffnet, da gibt es alle
Köstlichkeiten der Region.
Die Frauen schauen hier und da – und die Männer
warten da und dort – so wie immer ;-)

Weiter geht es über die Weinstraße, unser nächstes Ziel
ist die "Hochkönigsburg"
Weit vor uns erhebt sich der Berg auf dem mächtig die Hochkönigsburg
thront, eines der touristischen „Must-haves“ der Franzosen.
Toll windet sich die Straße den Berg hinauf, unterwegs
die schönsten romantischen Orte durchquerend.
Mit den Bikes kann
man hoch bis zum Zugang zur Burg fahren.
Dort gibt es ein paar wenige
Extraparkplätze für Bikes, die sind aber schnell belegt.
Etwas früher, genau
gegenüber vom Kiosk, würde ich die Maschinen beim nächsten Mal abstellen um dann den phantastischen Ausblick ins Rheintal zu genießen.
Die Existenz der von den Hohenstaufen erbauten Burg ist,
seit dem Jahre 1147, urkundlich bekannt. Die, damals Staufenberg genannte Burg,
bietet aus fast 800 Metern Höhe einen perfekten Blick über die Rheinebene, mit
den Hauptverkehrswegen der Region.
Gebaut auf einen Felsvorsprung, ist die Burg ein idealer
Beobachtungspunkt und gleichzeitig ein strategischer Rückzugsposten. Erst im
Jahre 1192 ist von der Haut-Koenigsbourg (königlicher Burg) die Rede.
Toll ist es auch, die sehr gut restaurierte Burg zu
besichtigen – nur für uns drängt die Zeit – zu vieles gibt es noch auf unserer
Tour zu sehen.
Nun geht es wieder hinunter zur Weinstraße, wobei wir auch
durch Tannenkirch fahren, wo ich schon einmal für einige Tage war. Schön, wieder
mal hier zu sein.
Kurvig geht es wieder hinunter, jetzt
nach "Ribeauvillé", einem weiteren romantischen Städtchen im Elsass.
Einen günstig gelegenen Parkplatz kenne ich noch vom
letzten Mal und tatsächlich ist für unsere Bikes auch noch ein wenig Platz übrig.
Die paar Meter bis zum Marktplatz schaffen wir locker zu
Fuß.
Dann sitzen wir schon wieder gemütlich in Korbstühlen vor dem nächsten
Restaurant.
Mittagessen ist leider schon vorbei. Haben wir schon öfters erlebt –
da sind die Franzosen anscheinend Kompromisslos ;-)
Aber Kaffee und Kuchen mit den letzten News gibt’s
natürlich ;-)
Man mag es kaum glauben: Durch die Fußgängerzone von Ribeauvillé kann man tatsächlich mit dem Motorrad fahren. Das hatte ich bereits mit Street View abgeklärt :)

Wieder einmal geht es wie „Schwan kleb an“ hintereinander durch eine beruhigte
Zone – die überraschten Blicke der Touristen lasten schwer auf uns ;-)

Super, super schöne Strecken bis Sainte-Marie-aux-Mines.
Hier
nutze ich die wieder einmal notwendige Pause, um TomTom ein wenig zu korrigieren.
Trotz aller Sorgfalt habe ich einen Wegpunkt nicht optimal gesetzt.
Der Fehler
ist schnell behoben – und er blieb der Einzige von 4x48 Wegpunkten, der auf der kompletten Tour nicht
einwandfrei funktionierte.
Und dann geht es endlich auf die "Route des Crêtes"
Die „Route des Crêtes“ zählt
zu den schönsten Pass- und Motorradstraßen der Welt. Tolle Urlaubsbilder,
gleich Postkartenmotiven, sind hier garantiert. Grandiose Ausblicke und überwältigende
Eindrücke „lauern“ hinter jeder Kurve. Und davon gibt es auf der 75km langen
Panoramastraße zwischen dem Col du Bonhomme und Cernay unendlich viele.
Was auffällt ist, dass die Passstraße, wie sonst
üblich, keine Orte miteinander verbindet. Im ersten Weltkrieg wurde sie von
französischen Truppen als Versorgungsstraße in den Fels geschlagen. Dabei
verläuft sie, von Nord nach Süd, in einer Höhenlage von fast durchweg 1200
Metern mit schönen, aussichtsfreien Gipfeln.
Der Pass ist eine wichtige Wegkreuzung für die Vogesen
und ein Muss für jeden Biker, der in diese Region kommt. Natürlich gibt es hier
einen Bikertreff und auf dem großen Parkplatz davor drängt sich jederzeit Bike
an Bike.
Auch wir schießen unser „Wir-waren-hier-Foto“, dann geht
es aber gleich wieder auf die Route des Crêtes. Die Passstraße ist phantastisch
zu fahren. Die Kurven sind lang gezogen, der Asphalt ist in sehr gutem Zustand
und Blechlinge können praktisch zu jeder Zeit überholt werden.
Die Umgebung ist sehr beeindruckend, immer wieder gibt es
rechts und links, nah und fern und am Himmel etwas tolles zu sehen. Ende Juni
ist es hier überhaupt nicht voll – ich war im Juli/August schon einmal mit Rainer hier, da
war es einfach kaum zu ertragen. Alles war total überfüllt und das schlimmste
waren die Raser-Gruppen, die zu jeder Zeit rücksichtslos über die überfüllten
Straßen bretterten.
![]() |
| Hier kommen die tollen Bilder her ;-) |
Hab ich das so programmiert? Muss wohl. Mitten im schönsten
Kurvenwedeln sagt mir mein TomTom „In 200 Metern rechts abbiegen“. Na gut, dann
hab ich das schon so geplant.
Es geht runter nach Wildstein – und zwar ziemlich heftig, denn die Straße ist frisch mit einer dicken Packung Rollsplitt ausgelegt. Das
zerrt bei dem Gefälle so richtig an den Nerven. Erleichterung, als wir die
Passage endlich hinter uns haben.
Am Lac de Kruth-Wildstein biegen wir auf dieD27 ab, die
uns auf tollen Wegen bis nach Le Markstein trägt.
Eigentlich ist das hier ein Skigebiet, wie man leicht an
den umliegenden Hütten erkennen kann.
Auch die Tour de France ist hier schon
des öfteren vorbei gekommen.

Da wieder einmal eine kleine Pause angesagt ist, suchen
wir uns einen Platz in einer der Hütten.

Coole Leute sind das hier. Lustig, fröhlich und
aufgeschlossen – schön hier zu sitzen und den Spätnachmittag zu genießen.
Die letzte Etappe führt uns über die D27/10 wieder zurück
nach Munster. Unsere Tanke wird gerade von einer größeren Bikergruppe belagert –
dann tanken wir eben morgen früh.
Pünktlich um 18:00 Uhr sind wir wieder auf dem Berg,
trinken mit Gunter ein Fläschchen Bier aus seinem Kofferraum und essen ein
tolles 3-Gang-Menü in der Auberge.
Heute Abend sitzt neben uns am Tisch eine französische Gruppe beim Familientreffen. Die haben mächtig Spaß beim Essen, huldigen
dem Koch mit stehenden Ovationen und sind mächtig gut drauf :-)
Draußen endet der Tag mit Musik & Tanz und
Deutsch-Französischer Verständigung – Ein toller Tour- Tag…..
Westwards Vogesen Nord
Den Download zur Tour findest du "Hier"
Westwards Vogesen Nord
Den Download zur Tour findest du "Hier"





























Wieder ein gelungener Mix aus Motorradfahren und Besichtigungen. So begeistert, wie Du schreibst, wird das doch bestimmt nicht Dein/Euer letztes Mal in den Vogesen sein. Wir waren im Mai dort, da war mäßiger Betrieb auf den Straßen und im September werde ich noch einmal mit einer Gruppe die Route de Cretes entlang fahren (sofern das Wetter mitspielt...).
AntwortenLöschenIhr seid schon zu beneiden, mit solch tollen Motorradregionen in eurer Umgebung – wir werden ganz sicher wieder zurückkommen.
AntwortenLöschenFürs Septemberwetter drücke ich euch die Daumen. Ich selber habe ja jetzt einen eigenen WetterGuide. Ich glaube, wir fahren jetzt bei jedem Wetter ;-)
Schöner Bericht, tolle Bilder! Da werden Erinnerungen wach :)
AntwortenLöschen