Samstag, 14. August 2021

Weißer Stein - Schwarzer Mann

Samstag 14. August 2021 - Flutschäden an Rur, Vicht und Urft

PK Weißer Stein

Tolles Wetter ist für heute in der Eifel angesagt. Dann holen wir doch die Juli-Tour nach, die wir bisher, wetterbedingt, nicht fahren konnten.

Schönes Wetter in der Eifel

Durch die schlimme Flutkatastrophe in Wesreuropa, Mitte Juli, wurden auch erhebliche Infrastrukturen in der Eifel, dem Bergischen Land, an der Ahr und in der Provinz Lüttich und Süd Limburg zerstört.
Diese Regionen sind seit gut zwanzig Jahren das Kerngebiet der Touren, die ich in dieser wunderschönen Landschaft gefahren bin. Ich trauere mit den Menschen, die so vieles verloren haben.
Unsere heutige Tour durchquert einige der Gebiete an Rur, Vicht und Urft, in denen die Flutschäden auf den Durchgangsstraßen soweit beseitigt werden konnten, dass der Durchgangsverkehr wieder möglich ist.
Für die nähere Umgebung habe ich, für dieses Jahr, noch ein paar Passknackerpunkte offen. Mit denen lässt sich noch eine schöne Tour fahren.
So treffen wir uns um 9:15 auf dem Parkplatz in Baal - Birgit und Thomas, Christine, Rainer und ich - und freuen uns auf den gemeinsamen Tag.
Über Aldenhoven, Heistern und Mausbach erreichen wir Vicht. Hier war der sonst so beschauliche Vichtbach zu einem reißenden Fluss angeschwollen und hatte die Hauptstraße überflutet.
Mit einem großen Transparent bedanken sich die Vichter Bürger bei den vielen, oft ortsfremden Helfern und der großen Spendenbereitschaft in der deutschen Bevölkerung.

Die Voreifel bei Mausbach

Vicht sagt DANKE!

Meterhoch stand hier das Wasser des Vichtbach

Aufräumarbeiten überall

Auch in Zweifall ist der Ortskern, am Zusammenfluss von Vicht- und Hasselbach, sehr zerstört. Erst weiter die Jägerhausstraße hinauf, in Richtung Hürtgenwald, sieht alles wieder so aus, als wäre nichts gewesen.
Am Parkplatz Altes Forsthaus, gegenüber dem Sägewerk, halten wir für eine kurze Rast am Hasselbach, der nun wieder munter und idyllisch an uns vorbei fließt.

Der Hasselbach bei Zweifall

Durch das Kalltal führt uns die Route nach Rollenbroich, Simmerath und Imgenbroich. Von dort geht es über schöne Serpentinen, mit weitem Blick über Monschau, hinunter ins Tal der Rur.
Kurz bevor wir die Rur überqueren liegt links, bei Dreistegen 1, ein altes Industriegebäude - die "Kunstfabrik". Einige Werke des Kupferschmiede-Meister Peter Sußner fallen hier ins Auge.

Im Kalltal

Kunstfabrik

Die Linke zum Gruß

Wenige Minuten später fahren wir durch das historische Monschau-Höfen und nähern uns unserem Kaffee-Stopp - der "Alten Molkerei". Hier wartet Rainer schon auf uns, wir hatten ihn kurzfristig verloren.
Mit Milchwirtschaft hat das historische Bruchsteingebäude schon lange nichts mehr zu tun. Es wurde zu einem Gasthaus mit rustikal-modernem Ambiente umgebaut.
Wir sitzen auf der große Außenterrasse, bestellen eine Erfrischung und genießen den herrlichen Blick auf das Perlenbachtal. Eine tolle Location!

Wandern auf dem Höfener Heckenweg und Eifelsteig

Zur alten Molkerei

Auf der Terrasse

Ausblick ins Perlenbachtal

Es muss ja nicht immer WC heißen

Genug gechillt. Jetzt gilt es den ersten Passknackerpunkt zu holen. Über Hellenthal, Schwalenbach und Udenbred erreichen wir die Wintersportregion Weißer Stein auf 693m Höhe. Der knapp 30m hohe Aussichtsturm wurde 2014 eröffnet und gewährt weite Ausblicke in die Schneifel, zur Hohen Acht und zur Nürburg. Im Winter sind hier Wandern, Skiewandern und Rodeln angesagt, im Sommer zieht es viele Wanderer in den Naturpark Hohes Venn - Eifel, im belgisch - deutschen Grenzgebiet.

Bei P-Wahlerscheid

Windräder bei Schöneseifen

Hinweisschild von der B265 zum Parkplatz Weißer Stein

Aussichtsturm am PK Weißer Stein (Eifel) auf 693m Höhe


Bis zum nächsten PK Punkt sind es nur ein paar Minuten über die B265 bis zum Losheimer Graben. Dort dient das Hotel, Restaurant, Café Schröder, an der deutsch-belgischen Grenze, als Bildnachweis.

Die B256 bekommt eine neue Fahrbahndecke

PK Losheimer Graben auf 677m Höhe

Immer an der Grenze zur Wallonien entlang führt uns die schnelle B265 weiter südlich in Richtung Prüm. An der Kreuzung mit der L20 liegt der PK Punkt Hotel Schneider, an dem wir rechts abbiegen in Richtung Schwarzer Mann.

PK Punkt am Forsthaus Schneifel auf 654m Höhe

Das "Blockhaus zum Schwarzen Mann" ist heute ziemlich gut besucht. Mit Glück finden wir noch fünf freie Plätze, die von einem Sonnenschirme beschattet werden. Die neuen Paletten-Sitzplätze vermitteln gleich ein moderneres Ambiente und auch der freundliche Umgang und das Essen treffen unseren Geschmack - das war hier auch mal anders. Jetzt freue ich mich schon auf den Besuch im nächsten Jahr.
Blockhaus zum Schwarzen Mann - gefällt mir

PK Punkt Schwarzer Mann auf 693m Höhe


Wir fahren noch ein kurzes Stück in südlicher Richtung, dann haben wir unseren Wendepunkt erreicht. Nur leider soll die Strecke über Sellerich und Sellericherhöhe gesperrt sein. Aber, es ist Samstag und wir lieben das Abenteuer ... und es klappt. Die Strecke ist super.
Gondenbrett, Olzheim, Neuendorf, Ormont, Stadtkyll, Dahlem und endlich das Milzenhäuschen an der Kreuzung mit der B258. Da wurde doch tatsächlich renoviert.

PK Punkt Milzenhäuschen auf 587m Höhe

Marmagen und dann Urft. Während der Flut hat sich auch hier der Fluss Urft eigene Wege gesucht.
Dann Kall. Die Trierer- und die Gemünder Straße sind wieder befahrbar, aber nach links, zur Urft, kann man ahnen, was hier los gewesen sein muss.
Die L204 ist im Moment nur als Einbahnstraße in Richtung Gemünd befahrbar. Die Bahnlinie links ist in weiten Teilen zerstört. Ausladende Müllhalden wurden an Kalls Stadtgrenze aufgeschüttet. Der schöne Parkplatz rechts, auf dem wir im Frühjahr, auf unserer Tour "Dieter's Imbiss Radioteleskop", einen Stopp eingelegt hatten, ist voller Schlamm und unbenutzbar.
In Gemünd wird die Aral-Tankstelle komplett neu aufgebaut und im Zentrum, wo die Fluten von Urft und Olef die größten Zerstörungen hinterlassen hat, sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange.
Hoch zum Kermeter und hinunter nach Heimbach. Im Hausener Kaffestübchen hatte ich noch eine Pause mit Kaffee und Kuchen eingeplant, aber daraus wird jetzt nichts. So langsam merke ich, dass ich unsere Ankunftszeit um 17 Uhr in Baal wohl schwerlich einhalten kann.
Also halten wir nur kurz am Minigolf in Heimbach, dann geht's auf die letzte Etappe.
Dann sind wir um 17:20 Uhr in Baal - so gerade noch in der Toleranzgrenze :)

Zurück von einem tollen Tourtag

Platz 241 bei 22 Pässen

Viel Spaß & tolle Touren
HerBert

Geplant mit MyRoute-app und Google Maps