Freitag, 5. Juni 2020

Die Rhön - Mittelgebirge mit weiten Ausblicken - Tag 2

Fr 05. Juni 2020 - Tag 2 - Point Alpha - Hohe Geba - Ostheim vor der Rhön - Wasserkuppe

Am Roten Moor

Gut geschlafen, jetzt geht's zum Frühstück. Am Eingang setzte ich die Maske auf und hinter der Eingangstüre sprühe ich mir die Hände am Gerät mit dem Desinfektionsmittel ein. Am Platz angekommen kann die Masken ab. Und gleich ist es wieder da, dieses tolle Gefühl, mit den Gefährten unterwegs zu sein - dieses Mal, coronabedingt, leider nicht in Vollbesetzung.
Das Frühstücksbuffet steht im Nebenraum. Dazu setzt man die Maske wieder auf und bedient sich an der reichhaltigen Auswahl. Dann kommt auch noch unser freundlicher Gastwirt und fragt nach unseren Wünschen - gekochtes Ei, Spiegelei oder Rührei - kommt sofort. Alles ist super!
Heute fahren wir unsere Nordrunde zum Point Alpha, hinauf zur Hohen Geba, nach Ostheim vor der Rhön und zum Abschluss zur Wasserkuppe. Der Himmel ist bewölkt, die Straßen sind trocken und es ist recht frisch. Also ziehen wir die Regenkleidung über und sind so auf alles vorbereitet.
Um 9 Uhr starten wir die Motoren, verabschieden uns bis zum Nachmittag von Gunter - der auch schon seine Pläne für die Umgebung von Fulda hat - und fahren ersteinmal in Richtung Neuhof und umfahren Fulda großzügig über Hofbieber und Nüsttal.
Am Heilsbach entlang führt uns mein TomTom nur, weil ich "Offroad Strecken" noch nicht ausgeschlossen habe. Aber es hat sich gelohnt, die Strecke war auch mit unseren Bikes befahrbar.
Am Ende der Strecke geht es durch Rasdorf. Die Papperts-Bäckerei gleich rechts ist die Gelegenheit für eine erste Pause.
Nach der Erfrischung ist es nur eine kurze Strecke bis zum Point Alpha.
"Point Alpha" war ein US-Beobachtungsstützpunkt an der innerdeutschen Grenze während des Kalten Krieges. Heute ist das Gelände, an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen, eine Gedenkstätte an der Straße von Rasdorf nach Geisa.

Point Alpha

Haus auf der Grenze

Heike auf der Grenze

Auf dem Weg hinunter nach Geisa sind wir zum ersten Mal in Thüringen. Dort folgen Oechsen, Dermbach und Zella a.d. Rhön. In Thann a.d. Rhön sind wir kurz wieder in Hessen, dann geht's aber sofort wieder mit, Unterweil, Kaltenwestheim, Kaltensundheim, Aschenhausen, Oberkatz und Stepfershausen, an den Fuß der Hohen Geba in Thüringen.
Über Träbes und Geba fahren wir hinauf bis zur Spitze der "Hohen Geba", auf 751 Meter Höhe.
Zunächst fahren wir in weiten Bögen über eine Hochebene auf ein Areal mit heftig flatternden  Fahnen zu. Es ist kalt und windig und die dunklen Wolken ziehen nur knapp über uns hinweg.
Das "Geba Begstübchen" ist coronabedingt geschlossen, auch die Meininger Hütte beherbergt keine Gäste. Keine Menschenseele ist zu sehen, alles wirkt verlassen.

Meininger Hütte

Mit einem Mittagessen, oder wenigstens einem Kaffee, wird das hier nichts. Gut, dass wir immer etwas zu essen und zu trinken dabei haben.

Geba Bergstübchen

Dann bewegt sich doch etwas. Zunächst kommt ein Wanderer mit seinen beiden großen, zotteligen Hunden vorbei und danach zwei Frauen, die, wie wir gleich erfahren werden, der "Rainbow-Family" angehören. Die beiden sind überaus freundlich und interessieren sich für unser woher und wohin, für unsere Motorräder und dass wir so viele Frauen in unserer Gruppe haben finden sie ganz toll.
Sie erzählen auch etwas von sich, dass sie zur Rainbow-Family gehören, die ihr Treffen schon seit einigen Jahren hier oben auf der Geba abhält.

Rainbow-Family

Bei der Recherche nach unserer Tour erfuhr ich, dass das Treffen und das Camp später von der Polizei aufgelöst wurde, da es an diesem Wochenende noch gegen die Corona Einschränkungen verstieß.
Auch die Bedeutung der Flaggen auf der Bergkuppe klärte sich wie folgt auf.
Hohe Geba: Funksprüche und Fahnen für den Frieden
Auf der Hohen Geba in der thüringischen Rhön ist zum 75. Jahrestag an das Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnert worden: Amateurfunker sendeten Funksprüche in alle Welt mit der Botschaft: "Freundschaft und Frieden, 75 Jahre Frieden".

Flaggen und Wimpel und Bikes

Zurück in Geba biegen wir rechts ab in Richtung Erbenhause. Wir überqueren die B265 nach Frankenheim Rhön und Birx und kurz darauf sind wir im Hochmoor "Schwarzes Moor" und im Freistaat Bayern. Dass man so schnell in Bayern sein kann, hat mich doch sehr erstaunt. Die Landschaft, die wir nach der Hohen Geba durchfahren haben, waren durch ihre Weite und großartigen Ausblicke sehr beeindruckend. Ein tolles Gefühl, in solch großen Bögen seine Bahnen zu ziehen.

Großartige Ausblicke - tolles Gefühl

Wir kommen aus dem Wald heraus und sehen, rechts vor uns, eine Berghütte liegen. Da gibt es keine Frage, eine Pause in der zünftigen bayerischen "Thüringer Hütte" kommt gerade wie gerufen.
Trotz Corona ist die Hütte gut besucht und wir haben Glück, dass gerade vor uns ein Tisch frei wird. Schnell ist die Bestellung mit der freundlichen Hüttenbetreiberin besprochen: Bayrischer Schweinsbraten mit Semmelknödel und dazu ein alkoholfreies Weizenbier.
Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis auf solch einer Hütte zu sein um diese ganz besondere Atmosphäre zu genießen.

Thüringer Hütte

Tolle Atmosphäre

Toller Ausblick

Unser nächstes Ziel ist "Ostheim" vor der Rhön, mit einer der bedeutendsten Kirchenburgen Deutschlands.
Der kleine Ort hat eine nette Marktstraße mit einigen Cafés, von wo aus man die sehenswerte "Kirchenburg" gut zu Fuß erreichen kann. Möchte man die Kirche direkt anfahren, folgt man der Ausschilderung zum Parkplatz der Kirchenburg.
Über Oberelsbach und Frankenheim beenden wir unseren Abstecher nach Bayern und über Gersfeld, wo wir an der bft-Tankstation unsere Tanks wieder füllen, erreichen wir das Rote Moor.
Hier liegt das NABU "Haus am Roten Moor", dass auch einmal ein guter Stopp für eine schöne Pause wäre.
Aber für uns geht es weiter - nur ein Passknacker-Foto mit der "X" und ein Gruppenfoto ohne "X".

... mit "X"

... ohne "X"

Nicht weit entfernt fahren wir an der Fuldaquelle vorbei und dann sind wir auch schon an der "Wasserkuppe", wo es bei gutem Wetter sicherlich sehr schön ist. Aber heute ist es hier oben, auf 950 m ü. NHN, bei kräftigem Wind und einstelligen Temperaturen, ziemlich ungemütlich.
Und dann vermisst Christine, als es weitergehen soll, ihre Handschuhe. Bei diesem Wind könnten sie leicht davongeweht worden sein. Nach dem ersten und zweiten Schrecken finden sie sich dann doch noch, sicher untergebracht im Topcase. Erleichterung pur.

Flugplatz geschlossen

Restaurant geschlossen

Toiletten zum Glück nicht geschlossen

Leichter Regen setzt ein, aber bis zum Landgasthof Imhof sind es jetzt nur noch ca. 40 km, wo wieder ein tolles Essen und ein erfrischendes Weizenbier auf uns warten.

Die ersten Regentropfen des Tages

Point Alpha - Hohe Geba - Ostheim vor der Rhön - Wasserkuppe
Erstellt mit MyRouteApp und Google Maps

Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert

Fortsetzung folgt


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