Die Jagd auf Belgische Passknackerpunkte geht weiter. Von 75 Pässen und Wasserscheiden habe ich in diesem Jahr bereits 52 geschafft, heute sollen noch einmal 12 aus den Lütticher Ardennen dazukommen. Die Wettervorhersagen sind zwar nicht so vielversprechend, aber es zieht mich mit unwiderstehlicher Kraft hinaus in die Ardennen.
Der Plan ist vielversprechend. In Tancrémont hole ich mir ein Stück dieser unvergleichlichen belgischen Reisfladen, ich freue mich, wieder einmal in La Roche-en-Ardenne zu sein, und am Stein-Monument Europalia liegt der südlichste Punkt meiner heutigen Reise.
Der verdrehte Kirchturm von Baelen
Straßenzug in Limbourg
Viadukt in Limbourg
Denkmal an die große Zeit der Tuchindustrie im Tal der Vestre
Über die A44 geht es bis Eupen und von dort aus über Verviers und Pepinster zum "Au Vieux Tancrémont". Die Konditorei, am Pilgerweg nach Banneux Notre-Dame, ist berühmt für seine Reisfladen. Vor ca. 25 Jahren fand ich dieses tolle Café nach einer schwierigen Suche. Das hat sich ja durch das Internet grundlegend geändert.
Ich mag es, hier ein Stück Tarte Au Riz zu bestellen und später, an einem schönen Ort mit Ausblick, mit einem Löffel, wie es hier Tradition ist, genüsslich zu essen. Aber Vorsicht, ein Stück Reisfladen hat hier die Abmessung einer achtel Torte von 32cm Durchmesser.
Am Weg nach Banneux Notre-Dame
Au Vieux Tancrémont
Die Qual der Wahl
Einige Kilometer weiter fahre ich am Wallfahrtsort Banneux Notre-Dame vorbei. Hier hatten wir vor einigen Jahren einmal einen Stopp eingelegt - das war schon interessant. Und ein Bilder-Video gibt's auch noch davon.
Fritten vor Banneux
Banneux
Kann man klicken - muss man aber nicht
Ein leichter Regen setzt ein, als in Banneux verlasse. Der Himmel ist trüb, aber wenn's nicht mehr wird, wird's den Spaß nicht verderben.
Wasserturm in Dolembreux
Der Col de la Haie des Pauvres liegt im Ort und sieht nicht wirklich nach einem Pass aus, obwohl es hier ein richtiges Passschild gibt.
Col de la Haie Pauvres
Nur einige Kilometer weiter nähere ich mich dem "Drehfunkfeuer" von Lorcé. Hier auf der Bank packe ich meinen Kaffeebecher und das Stück Reistorte aus und genieße meine Pause im Freien. Das Pausenfoto ist zwar etwas verrutscht, aber ich weiß noch, das die Tarte Au Riz hervorragend schmeckte.
Drehfunkfeuer von Lorcé
PK Lincé
Pause mit Coffee to Go und Tarte Au Riz
Über Aywaille, Harzé, Werbomont und Manhay geht es zum Col du Trou du Loup, umgeben von großen Waldflächen.
Brücke über die Amblevè in Aywaille
Col du Trou du Loup
Über griffigem Asphalt geht es durch die Ardennenwälder bis zum kleinen Weiler Beffe. Wie in so vielen Orten in den Ardennen steht auf dem Dorfplatz ein Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Gegenüber liegt das Grand Cafe Beffely Hills - das wäre doch mal ein schöner Stopp für eine Gruppenfahrt.
Gripp der Ardennenstraßen
Grand Café Beffelyhills
Panzer auf dem Dorfplatz
Auf dem Weg zu den nächsten beiden PK-Punkten begegne ich einem dieser Lost Places, die mit ihrem morbiden Charme eine große Anziehungskraft auf uns Sterbliche ausüben. Hier ist es eine längst aufgegebene Eisenbahnstrecke, auf deren, vor sich hinrostenden Geleisen, die Waggons dem langsamen Verfall preisgegeben sind.
Lost Places
Stillgelegte Bahnstrecke
Redeux-Houte
PK-Punkt 4 Bras der Gênes
Das Haus am Col de Halleux
Auf dem Weg nach La Roche-en-Ardenne
Am Panzer vorbei - der Blick auf die Burg ist durch einen Transporter verdeckt - fahre ich nach La Roche-en-Ardenne hinein. Habe ich da etwas übersehen? Über's Kopfsteinpflaster geht es, neben der Kirche entlang, steil den Berg hinauf. Sieht sehr nach Fußgänger- / Anliegerstraße aus. Mit mir spurten auch noch einige junge Radrennfahrer den Hang hinauf. Hier war ich in La Roche-en-Ardenne noch nie - hat Spaß gemacht.
Panzer vor La Roche-en-Ardenne
Route Trou Bourbon an der Église Saint-Nicolas
...spurten den Hang hinauf
Es geht die ganze Zeit hinauf. Nachdem die Häuser zurückbleiben folgt der Friedhof, dann dichter Wald. Schlussendlich erreiche ich den Col de Haussire. Schön ist es hier oben.
Friedhof oberhalb La Roche-en-Ardenne
Col de Haussire
Zurück auf der Straße halte ich vorsichtig am Ortsschild von Samrée. Die Fahrzeuge, die hier von La Roche-en-Ardenne hochkommen, befinden sich noch in einem regelrechten Fahr- und Kurvenrausch.
Cote de Samrée
Rechts ab - in den Wald. Forstwirtschaft wohin man sieht. "Harvester" - Holzvollernter - fällen im Minutentakt große Fichten und stählerne Greifer verladen die Stämme auf überlange Holztransporter. Technisch faszinierend, vom Gefühl her bedrückend.
Am Col de la Croix de Chafor
Jetzt geht es auf den Wendepunkt der heutigen Reise zu - das "Europalia-Denkmal"
Ein wenig Stonehenge für Europa.
Kirche von Nadrin
Vorne rechts liegt das Monument Europalia
Infopoint Europalia
Monument Europalia
Zeit für eine Pause. Im vergangenen Jahr war ich schon einmal an der Baraque de Fraiture. Für Fritten und Cola ist die Friterie immer gut. Die Umgebung ist ein beliebtes Wintersportgebiet. Im Sommer beliebt bei Mountainbikern und Wanderern.
Holztransporter überall
Baraque de Fraiture
Beliebte bei Skifahren, Wanderern und Mountainbikern
Der letzte Passknackerpunkt liegt am Col des Sets. Das Passschild habe ich leider übersehen, zum Glück reichte das Ortsschild auch als Nachweis.
64 Nachweise stehen nun auf der Länderpreis-Liste.
Am Col des Sets
Letzter Stopp - Frite d'Or in Lichtenbusch. Noch eine Schale Fritten Spezial - dann geht's auf der A44 ab nach Hause.