Samstag, 21. Mai 2011

Venn und Seenroute Ostbelgien Eupen Malmedy

Natur im "Breitbildformat"


Auf den gut ausgeschilderten Themen-Routen durch das östliche Belgien ist es leicht, sich in die Landschaft und die bemerkenswerte Architektur unseres motorradfreundlichen Nachbarlandes zu verlieben.
Mir jedenfalls ist es so gegangen, als ich vor Jahren zum ersten Mal, damals mit meiner kleinen Virago, in die mir bis dahin noch unbekannten Ardennen fuhr. Vom ersten Moment an war ich von dieser beeindruckenden und erlebnisreichen Region zwischen Eifel, Belgien, Frankreich und Luxemburg gefangen - zahlreiche Touren bin ich seitdem dorthin gefahren.

Die Venn und Seenroute führt entlang der Stauseen Ostbelgiens und über das beeindruckende Hochplateau des Hohen Venn. Die rund 150 Kilometer lange Tour ist  im Uhrzeigersinn ausgeschildert durchweg auch für Motorrad-Anfänger und Fahrten mit Sozia geeignet. Auch mit dem Auto macht es großen Spaß, der Rundtour zu folgen und an den vielen schönen Aussichtspunkten Cafés und Bistros eine kleine Rast einzulegen - oft mit dem Gefühl - als wäre man in einer anderen Welt.
Mit der Zeit habe ich den Tourverlauf ein wenig angepasst und verändert, aber nach ein paar lohnenswerten Schlenkern geht es dann immer wieder auf die ausgeschilderte Route zurück.

Über die A44/E40 erreichen wir Eupen, wo wir unsere Rundtour starten. Der Name der Stadt taucht zum ersten Mal im 13. Jh. auf, doch ihren ersten Aufschwung erlebte die Stadt nach 1680. Das weiche Venn-Wasser trug dazu bei, dass hier eine wohlhabende Textilindustrie entstand.
Wir fahren vorbei an der barocken Sankt-Nikolaus-Kirche und den alten Patrizierhäusern der ehemaligen Tuchmacherfamilien



Über die Monschauer Straße verlassen wir Eupen in Richtung Deutschland. Im Kreisverkehr außerhalb der Stadtgrenze nehmen wir die zweite Ausfahrt und unternehmen einen Abstecher zur Wesertalsperre, die Eupen seit 1951 mit Trinkwasser versorgt. Die Auffahrt mit dem Bike und die Überquerung der Staumauer ist ein tolles und beeindruckendes Erlebnis.
Von der Sonnenterrasse des "Cafe- Restaurant" bietet sich dann  ein herrlicher Ausblick auf die Wald- und Seenlandschaft der Wesertalsperre - mit 124ha Wasseroberfläche.


Mai 2011 - "Weiches Wasser" mit Thomas & Birgit, Ute, Matthias & Ulrike, Albert, Sander, Helmut, Babs, Georg & Verena, Rolf, Günter,
Christine - TG Herbert, RL ThomasK





Auf dem Weg zurück nehmen wir im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt Richtung Monschau und folgen wieder den sechseckigen Hinweisschildern, die je nach Landessprache mit „VENN u.SEEN Route“ oder „Route FAGNES et LACS“ beschriftet sind.


Venn u.Seen Route ©

Die nun folgende Strecke, quer durch die Wald- und Vennlandschaft bis zum Haus Ternell, erfordert von Mensch und Maschine ein Höchstmaß an Rüttel- und Schüttelfestigkeit.
Haus Ternell ist ein naturkundliches Museum des Gesteins und der Mineralien dieses Gebiets. "Die Brasserie - Restauration" wird immer gerne von Bikern und Wanderern besucht.




Juni 2007 - Unterwegs auf der Venn und Seenroute mit Thomas, Brigitte, Wolfgang, Manuela, Peter, TG HerBert und Martina


Weiter in Richtung Monschau überqueren wir bei Mützenich die deutsche Grenze und fahren auf gewundenen Pfaden am Kloster Reichenstein, ein Kloster, das vor allem Pilgern und Reisenden als Herberge diente, nach Kalterherberg.

Ein kleiner Abstecher von der Route bringt uns nach Leykaul, zur Gleisanlage der stillgelegten Venn-Eisenbahn. Hier hat man die Möglichkeit, einmal auf einer  Draisine und mit eigener Muskelkraft, auf einer Strecke von 7 km die tolle Landschaft des Hohen Venn zu erobern. Wieder zurück am Ausgangspunkt warten schon ein Kaffee und eine Belgische Waffel in einem Waggon aus den 50er Jahren auf die hungrigen Abenteurer - ein tolles Erlebnis, das man so schnell nicht mehr vergisst.
Freizeittipp: "RailBike des Hautes Fagnes"



Kurz darauf sind wir wieder auf belgischem Gebiet. Die nun folgende Strecke lässt unsere Bikes nur so über das „Hohe Venn“ dahinfliegen. Ein herrliches Gefühl!
Mit Sourbrodt und Robertville erreichen wir den französisch sprechenden Teil Belgiens. Robertville mit seiner Burg Reinhardstein ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier stehen noch einige schöne Häuser aus dem 18. Jh.



Wir überqueren den Lac Robertville, der 1928 eingeweiht wurde und gelangen durch eine bezaubernde Naturlandschaft über kleinste Straßen und Dörfer über Champagne zum Ort Weywertz. Dieses Dorf ist vom Krieg sozusagen verschont geblieben und hat sich somit sein typisches Aussehen eines Venndorfes erhalten. Einige alte Bauernhäuser sind umgeben von kurz geschnittenen Hecken und Laubengängen. Die alte Linde vor der Kirche wurde im Jahre 1668 gepflanzt.



Nach Nidrum folgt Bütgenbach, ein alter Burgort, der heute vor allem ein Sport- und Freizeitzentrum ist.
Einkehrtipp: "Café Heinen in Bütgenbach"


Mai 2014 - "Kleine Ardennen-Weiler" mit Birgit & Thomas, Ute, Matthias & Ulrike, Helmut, Uli, Rainer. TG HerBert, RL ThomasK

Durch ein großes Waldgebiet fahren wir entlang des Stausees Büttgenbach, überqueren diesen und gelangen zum sympathischen Dörfchen Wirtzfeld.
Diese Ortschaft zählt nicht weniger als 11 Brücken. Die St.-Anna-Kirche stammt aus dem 11.Jh. Der Predigtstuhl stammt noch aus der Zeit Ludwigs XIV.
Mit Rocherath erreichen wir, mit immerhin 650m NN, das höchstgelegene Dorf Belgiens.
Nach Büllingen folgt Amel und ab dort durchqueren wir herrliche, typisch Eifler Wiesenlandschaften.
Es folgen Schoppen, Faymonville, Remonval, Montenau.
Einkaufstipp: "Montenauer Schinken-Räucherei"

Weiter geht es über Born, Kaiserbaracke und Recht. Hier begegnet man dem „Rechter Blaustein“ auf Schritt und Tritt. Fenster- und Türrahmen, Kreuze und feine Bildhauerarbeiten zeugen heute noch von einer hohen Handwerkskunst.



Entlang des Rechter Bachs erheben sich vereinzelt kleine Hügel in der Landschaft. Diese Hügel wurden nach und nach von Goldsuchern abgetragen, die hier seit der Antike ihr Glück suchen.
Dann geht es nach Pont und Ligneuville. Dieser Ort  gilt als die inoffizielle Metropole der Forellenzucht. Hier befindet sich die größte Forellenzucht Europas.
Der Ort Belleveaux macht seinem Namen alle Ehre. Bei der Bergfahrt genießen wir das herrliche Panorama auf den schroffen Felsen und über das liebliche Warchetal.
Einkehrtipp: "Brasserie de Bellevaux"



Über Falize, ein beliebtes Wanderziel, gelangen wir nach Malmedy,  die älteste Stadt der Region, aus dem Jahre 648. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Malmedy dank der Papier und Lederindustrie zu einer wohlhabenden Stadt. Sehenswert sind die Kathedrale und die daran angegliederten Klostergebäude. Auf der Place Albert 1er, direkt im Schatten der Kathedrale, lohnt sich immer eine kleine Pause in einem der romantischen Straßencafés.






Der Weg aus Malmedy heraus schraubt uns über einige schöne Serpentinen hinauf aufs „Hohe Venn". Dort geht es in fliegender Fahrt durch typische Venn-Landschaften. An einer Weggabelung passieren wir die Cafe-Restaurationen "Mont Rigi". Kurz darauf folgt "Baraque Michel". Die Einsiedelei hat eine bewegte Geschichte. Die Restauration ist das Zentrum des „Hohen Venn“ und der Ausgangspunkt zahlreicher Wanderwege.




 




In weiten Schwüngen durchfahren wir anschließend den Hertogenwald bis hinunter nach Eupen. Hier geht es wieder auf die A40 und nach 270 km und einer reinen Fahrzeit von 5:30 Std. sind wir - bei unserer Tour 2007 - wieder am Ausgangspunkt bei Elly’s, an der B57 angelangt.

Auf der Venn und Seenroute ca. 150 km
Den Download zur Tour gibt's  "hier"


Viel Spaß & tolle Touren
wünscht HerBert