Sonntag, 4. Dezember 2016

Monument General Hoche - Ein Stück Frankreich auf deutschem Boden

September 2016 – Zum Obelisken in Weißenthurm am Rhein




Vom Durchreisenden kaum bemerkt, erhebt sich auf einer Anhöhe hoch über dem Rhein mitten in der Stadt Weißenthurm ein acht Meter hoher Obelisk. Auf seiner dem Fluss zugewandten Seite steht in erhabenen Lettern - aus dem Französischen übersetzt - „Die Sambre-Maas-Armee ihrem Oberkommandierenden Hoche“. Umgeben von einer gepflegten Parkanlage ruhen in dem an ein etruskisches Rundgrab erinnernden Mausoleum die sterblichen Überreste des französischen Generals Louis Lazare Hoche. Unter seinem Befehl überquerten im Jahr 1797 während der Ostertage 40.000 französische Soldaten den Rhein, um anschließend in der denkwürdigen Schlacht bei Neuwied die österreichisch-preußischen Truppen zu besiegen und dadurch den politischen Aufstieg Napoléon Bonapartes zu beschleunigen.
Fünf Monate nach diesen Ereignissen starb der hoch geachtete General in Wetzlar, gerade einmal 29-jährig. Seine Soldaten spendeten einen großen Geldbetrag, um das Grundstück auf dem Hügel am Rhein zu erwerben, von dem Hoche zuvor seine erfolgreichen Operationen leitete. Sie ließen das bis heute bestens erhaltene Monument errichten und sorgten für die entsprechende Pflege.
Bis 1978 galt das über 4.000 Quadratmeter große, bewachte Gelände als exterritorial. Dank eines Vertrages zwischen dem französischen Staat und der Stadt sind die schmiedeeisernen Tore mit den goldfarbenen Staatsinsignien Frankreichs (RF = République Francaise) heute für jedermann geöffnet.
Lediglich die Grabkammer mit der Urne, sichtbar hinter der Gittertür am Ende eines schmalen Ganges, bleibt verschlossen. Sehenswert sind die vier großen Bronzereliefs auf den Seiten des Obelisken. Sie wurden im Jahr 1800 von dem bekannten Pariser Bildhauer Louis Simon Boizot geschaffen und zeigen die wichtigsten militärischen Erfolge Hoches: die Eroberung des Forts Ponthiève bei Quiberon 1795, die Beendigung des Bürgerkrieges in der Vendée 1796, den Angriff auf die Weißenburger Linien im Elsass 1793 und die berühmte Schlacht bei Neuwied (1797).
Vom Obelisken hat man einen wunderbaren Blick auf das Rheintal mit der eleganten „Raiffeisen-Brücke“ bei Neuwied, dem dahinter liegenden Schloss und den Rheinhöhen bei Monrepos und Rengsdorf.


Je mehr ich nachlese und nachschlage, desto mehr interessiert mich die Geschichte des Mannes, der auf jenem Hügel in Weißenthurm, mit Blick auf den Rhein und Neuwied, seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Alt ist er nicht geworden. Mit nur 29 Jahre starb der erfolgreiche hoch geachtete General der Napoleonischen Armee im Jahre 1797 an einer schweren Lungen- bzw. Bronchialerkrankung.
Diese Geschichte scheint mir interessant genug, um das Monument General Hoche einmal auf einer unserer Touren zu besuchen.


Bei Thomas & Birgit warten schon Brigitte mit SAM, Christine und Günter und ThomasK. Mit der kompletten Truppe treffen wir uns dann kurze Zeit später in Bedburg. Dieses Mal aber nicht auf der Raststätte Bedburger Land an der A61 – die Auffahrt Jackerath zur A61 ist heute wieder einmal wegen Garzweiler II Bauarbeiten gesperrt.


Mal was anderes – Ute, Heike und Helmut und Paul & Mary warten an der Bäckerei Kraus in Bedburg auf uns. Ist gar nicht so schlecht, wer noch einen Kaffee oder ein Brötchen möchte wird hier gut bedient.


Unser Ziel wollen wir über die Höhen des Westerwalds erreichen und zu Mittag  an der Gaststätte „Zur Isenburg“ sein.

Vorbei an den großen RWE-Kohlekraftwerken Neurath und Niederaußem geht es bei Köln-Bocklemünd auf die Autobahn, im Halbkreis um Köln herum und an der Abfahrt Sankt Augustin wieder runter von der Bahn.


Ruckzuck ist so schon eine Stunde rum und es wird Zeit für eine erste Pause. Die gibt’s beim Café Hard in der Netto-Filiale in St. Augustin.
Schnell haben wir die noch wenigen freien Plätze für uns belegt – die Bäckereien haben den Outdoor-Bereich der Discounter und Baumärkte schon längst erobert und sorgen mit duftendem Kaffee und frischen Brötchen und Teilchen für allseits gute Laune :-)

Die wird nun aber doch noch getrübt als Günter feststellt, dass sich am Vorderrad seiner GS eine kleine Pfütze ausbreitet. Nach genauerer Betrachtung stellt sich dann heraus, dass das rechte Federbein undicht ist und Öl verliert. Leider bleibt Günter jetzt nur übrig die Tour abzubrechen und mit Christine im Geleit den Heimweg anzutreten. Schon Anfang der Woche kann Günter uns dann mitteilen, dass sein freundlicher BMW-Händler gleich beide Federbeine wieder auf neu gebracht hat.

Für uns geht es weiter über Asbach, Neustadt (Wied), Niederbreitbach und Rüscheid, immer tiefer in den Westerwald hinein.


Die Ortschaften die wir durchqueren wirken ruhig und gepflegt. 


Überhaupt ist die Gegend  sehr abwechslungsreich und das Landschaftsbild wechselt ständig zwischen schönen Wäldern und tollen Aussichten auf den Höhenzügen – ein ideales Gebiet, um mit seinem Motorrad eine Menge Spaß zu haben.


Wo ist er nur – der Wind  der so kalt über die Höhen des Westerwalds pfeifen soll? Aber das macht er wohl nur im Winter ;-)


Von Thalhausen aus fahren wir, immer am Iserbach vorbei, schon seit einiger Zeit durch ein dichtes Waldstück. Vorne rechts steigt Rauch auf und ein herzhafter Geruch nach geräucherten Forellen dringt in unsere Nasen. Im Vorbeifahren sehen wir die „Fischerhütte Meißel“ in einer Lichtung am Fischteich liegen. Wenn wir uns nicht auf die „Gaststätte zur Isenburg“ gefreut hätten, wären wir jetzt zur Fischerhütte abgebogen – aber was nicht ist, das wird ganz bestimmt noch einmal werden ;-)


Die „Gaststätte zur Isenburg“ ist schön gelegen am Zusammenfluss des Ommelsbach mit dem Saynbach.


Im Biergarten sitzen wir gemütlich unter großen Bäumen und „erholen“ uns bei einem leckeren Mittagessen von den Strapazen der bisherigen Tour :-)


Günter hat uns mittlerweile per WA mitgeteilt, dass Christine und er sicher Zuhause angekommen sind und dass sein Bike schon auf dem Hof seines  BMW-Händlers steht.

Gastraum Zur Isenburg

Bikerinnen-WC
Vergessen

Die Strecke von Isenburg nach Wittgert ist eine sehr schöne Strecke. Wald wechselt sich mit saftig grünen Feuchtgebieten ab, durch die sich die kleine L304 schlängelt.


Nun geht es wieder weiter südlich Richtung Alsbach. In der Nachbetrachtung war es dann Grenzau – dieser schön gelegene Ort am Brexbach – mitten im Westerwald und zu Füßen der 800 Jahre alten Burg Grenzau.


Über die Raiffeisen-Brücke fahren wir über den Rhein, von Neuwied nach Weißenthurm. Nach der Einsamkeit des Westerwalds ist hier auf der Brücke schon mächtig was los.
In Weißenthurm sind wir – fast – am Ziel unserer Reise angekommen. Da es am Monument nicht genügend Stellplätze für unsere Bikes geben soll, halten wir auf dem Parkplatz der Realschule auf der Kirchstraße.


Von hier aus brauchen wir jetzt „nur“ noch die Stufen bis zum Grab-Denkmal hinaufzusteigen. Da machen aber, bei den heutigen Temperaturen, die Gefährten nicht mehr mit ;-) Es ist zu heiß  der Weg zu weit  viel zu steil – und überhaupt könnte man doch bestimmt auch bis ganz nach oben fahren :-)


Na gut, dann fragen wir mal die Passanten, wo es hier mit den Bike eine Straße höher den Hügel hinauf geht. Und zu unserer Überraschung hat hier niemand eine Ahnung, wo sich das Denkmal mit dem acht Meter hohen Monolithen befinden soll – noch nie gesehen oder davon gehört :-o
Unsere „Rettung“ ist ein Mitarbeiter der Stadt Weißenthurm, der unsere Umfrage mitbekommen hat. „Natürlich kenne ich unseren Hosch und wenn ihr wollt, fahre ich vor und zeige euch den Weg hinauf“


Und das machen wir dann auch und einige Minuten später sind wir an der Rückseite des Monuments und können dort bequem unsere Bikes abstellen. Nochmals vielen Dank an den freundlichen „Führer“ der Stadt Weißenthurm – er hat mich – eventuell – vor einer Meuterei meiner Gefährten bewahrt ;-))


Der Besuch eines Denkmals, wie die Grabstädte des General "Louis Lazare Hoche", ist immer ein Blick in die Vergangenheit und was seitdem daraus geworden ist.



Auf dem Weg zur Grabkammer

Zwei der vier großen Bronzereliefs

Abgang zur Grabkammer

Türe zur Grabkammer

Die verschlossene Gittertüre des Mausoleums

Blick auf die Urne in der Grabkammer

Nun sind wir auf dem Rückweg. Neuwied, Datzeroth, St. Katharinen und durchs Siebengebirge kommen wir nach Königswinter, wo wir zunächst unsere mechanischen Rösser versorgen.

Tankwart SAM

Danach genießen wir auf der Rheinallee ein Eis und den Blick auf den Rhein.



Im Vorfeld macht man sich Gedanken darüber, wo man hier wohl die Bikes parken kann – ging aber ganz prima zwischen den Bäumen – man muss sie nur weit genug nach vorne stellen, damit sie die Straßenbahn nicht umfährt ;-)


Am Anleger warten wir auf die nächste Fähre nach Bad Godesberg, bei Rheinbach geht es auf die A61 und gegen 20 Uhr sind wir, nach ca. 400 tollen Kilometern, wieder Zuhause.




Es hat Spaß gemacht durch den Westerwald zu biken, wieder einen tollen Tourtag zu erleben, und dem Bericht Birgits Bilder zuzufügen :-)


Die Datei zur Tour gibt's - "HIER"

Erstellt mit Tyre und Google

Start: Bedburg - 5 Sankt Augustin - 10 Asbach - 22 Isenburg - 24 Grenzau - 27 Am Hoche - 36 Königswinter - Ziel: AD Jackerath
Erstellt mit Motorrad Tourenplaner


Viel Spaß & tolle Touren wünscht HerBert ;-)


Kommentare:

  1. Ist ja interessant, dass es auch dort offensichtlich Einheimische gibt, die solche Denkmäler und ihre Geschichte nicht kennen. Das passiert mir im Schwarzwald auch oft... ist wohl ähnlich wie ein Pariser, der noch nie auf dem Eiffelturm war... (nun ja, wenigstens wissen die meisten, wo dieser steht...).

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    1. Es ist nur schade Sonja, dass ich denen, die nicht wussten wo ihr Monument liegt, noch nicht einmal sagen kann, dass es tatsächlich da oben liegt :-)

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