Freitag, 7. November 2014

Route des Crêtes – Traumstraße zum Verlieben IV

Juni 2014 – Tag 4 – Die Rückfahrt


Am Sonntag hieß es Abschied nehmen von den Vogesen.
Viel zu schnell vergingen die Tage zwischen einmaligen Landschaften, Kurvenrausch und vorzüglichem Essen.




Ein letztes reichhaltiges Frühstück und ein herzlicher Abschied von Gunter,
der seine Rückreise mit der Dose erfolgreich zurücklegen wird.
















Also starteten wir unsere Maschinen, warfen einen letzten Blick hinunter ins Munstertal
und zum letzten Mal kurvten wir den Obersolberg hinunter nach Eschbach-au-Val.

















„Unsere“ Tankstelle in Stosswihr machte auch heute am Sonntag wieder einen guten Job –
Toller Service für uns Motorrad - Touristen, die sonst in den Vogesen schon sehr suchen müssen,
um am Wochenende den begehrten Treibstoff zu bekommen.
Ohne weiteren Tankstopp sollten wir es, mit unseren bis zum Rand gefüllten Tanks, wohl schaffen,
das ferne, aber steuergünstige Herzogtum Luxemburg zu erreichen.

















Noch einmal stiegen wir die Route de la Schlucht hinauf, an deren Scheitelpunkt wir den Col de la Schlucht zum vorerst letzten Mal passierten.




Vom Gipfel ging es dann recht zügig hinunter nach Xonrupt-Langemer, wobei wir verzagten Blechlingen wiederholt unsere roten Rücklichter zeigen mussten – zu sehr puschte uns das Adrenalin dieser letzten Vogesenkurven.




Es sei uns verziehen – sonst gaben wir immer unser Bestes, einen guten Eindruck unseres Teams zu hinterlassen ;-)




Wie schmal die Vogesen doch sind.
Schon nach kurzer Zeit trauten wir unseren Augen kaum, dass vor uns alles schon wieder so flach war.




Ungläubig schauten wir in Saint-Die-des-Vosges in die Spiegel –
der Kurventraum Vogesen liegt leider schon wieder hinter uns.

















Gut eine Stunde später erreichten wir, über die N59 bis Raon-L Etape, die beliebte Freizeitregion am „Lac de Pierre Percee“

















Nach kurzer Erkundung fand sich wieder einmal ein schöner Rastplatz in freier Natur – kleine Brücken über kleinen Bächen am Wegesrand sind fast immer ein Garant für beschauliche Plätze abseits der motorisierten Welt.

















Während wir am Wegesrand unser Picknick hielten, passierten gut gelaunte Skater den schmalen Weg und grüßten uns mit ihrem freundlichen „Bonjour“.




Die D182 führte uns anschließend in tollen Windungen um den großen Stausee herum –
Eine tolle Strecke, auf der wir unsere Bikes im "Walzertakt" von der einen auf die andere Seite legten.
Ein herrliches Gefühl mit der Gruppe an den Buchten des Sees entlang zu tanzen.




Durch seine Form erinnert der aufgestaute See an das Blatt des Ahorns – und wird so auch „Little Canada“ genannt.

















Fühlte ich mich gerade noch als „Tanzmeister“ meiner Gruppe,
so war ich ein wenig später eher die „Spitze eines Speers“ auf seinem schnurgeraden Flug nach Norden.

















So folgten wir kilometerlangen, schnurgeraden Strecken durch goldene, wogende Weizenfelder - 
„Schon heute sehen, wer morgen zu Besuch kommt“ ;-)




Als wir in „Dieuze“, an der D999, ankamen, verließen gerade einige Biker den dortigen Marktplatz. 

















Ihre frei gewordenen Plätze in der „Bar de la Place“ wurden dann auch übergangslos von uns in Beschlag genommen.

















Der „Frühschoppen“ am Sonntagmorgen gehört hier wohl noch zur festen Tradition.
Der Duft von Bier und „Gauloises“ lag unverkennbar in der Luft und die Stimmung der Gäste war ausgesprochen fröhlich.




Auch der „Garson“ war freundlich und interessiert, woher und wohin wir wohl des Weges seien.
Kaum verwunderlich - es verirren sich wohl nicht so viele Fremde in diese Gegend, abseits der touristischen Routen.

















An Metz vorbei trug uns die E25 breit und zügig nach Luxemburg.

















Dort sieht auf einmal alles so "Wertig" aus.




Die Autobahn, die Gebäude - und irgendwie - auch die blühenden Landschaften.

















Der nächste Stopp am Computer geplant – lag mitten in LUX-Stadt – auf der „Place de la Constitution“.

















Oh la la, gar nicht so leicht dort hin zu kommen, wenn man zuletzt vor 20 Jahren oder so mal dort war.




Und immer auf der Hut sein, nicht von der Untertunnelung der Innenstadt verschluckt zu werden –
dann wären wir erst mal wieder „hinausgespült“ worden ;-)




Aber, na ja, nach ein paar Ehrenrunden durch die sehenswerte Innenstadt,
landeten wir dann doch auf dem vorgesehenen Platz und genossen das genial lebendige 3D-Panorama um uns herum.




Bei Ettelbrück haben wir die Reichweite unserer Tanks so weit ausgereizt,
dass mich schon die ersten besorgten Handzeichen erreichten.
Also „fütterten“ wir endlich unsere motorisierten Gefährte an der nächsten Füllstation
mit der flüssigen Nahrung aus dem herzoglichen Steuerparadies.
Damit kamen wir dann auch gut für den Rest der Reise zurecht.




Nicht nur die Maschinen mussten versorgt werden,
auch für uns wurde es Zeit etwas zu essen, zu trinken – und überhaupt – mal aus dem Sattel zu kommen.




Und so saßen wir eine Weile später in Hoscheid auf der Terrasse des „Hotel des Ardennes“,
aßen Currywurst & Pommes und schauten, schräg gegenüber, einer Familie bei ihrer Hausrenovierung zu.
Was hatten wir es doch gut.
Während die Männer in der Sonne schwitzten, saßen wir im Schatten und genossen das dörfliche Panorama.

















Nachdem wir dem fleißigen – Sonntagstreiben mit Betonmischer – eine gute Stunde zugesehen hatten,
wurde es leider Zeit, diese ländliche Idylle wieder zu verlassen.




Also machten wir uns auf, stiegen auf unsere Bikes und verließen diesen gastlichen Ort,
nicht ohne den auf der Baustelle spielenden Kindern zuzuwinken.




Auf unserer letzten Etappe glitten wir durch das fast fahrzeuglose Belgien.
Über St. Vith,  Malmedy und das Hohe Venn erreichten wir Eupen.
Dort wurden wir von der großen Kirnes  verschluckt und erst nach heftiger Gegenwehr wieder freigegeben :-)




Nun zog es uns aber mächtig nach Hause – wen wundert's nach den erlebnisreichen Kilometern der letzten Tage.
Und wieder einmal endete eine tolle Tour fliegend in Hückelhoven-Baal an der B57, das wir um 19:45 erreichten.



Rückfahrt Munster Metz
Westwards Vogesen Rückfahrt

Den Download zur Tour findest du "Hier"



Am Ende der Reise…

...kann ich wieder einmal sagen:
Die Vogesen sind ein supertolles Bikergebiet, das auch vom Niederrhein aus recht gut als Tagestour zu erreichen ist.

Unsere Hinfahrt nach Munster, über tolle „Mischstrecken“, betrug 560 Kilometer und war durch ausreichende Pausen gut zu schaffen.

Die Rücktour betrug nur 470 Kilometer und führte über verkehrsarme Straßen durch Frankreich, Luxemburg und Belgien – Super!!!

Die beiden Vogesentouren betrugen 270 / 250 Kilometer und zeigten uns die landschaftlichen und touristischen Highlights der Vogesen.

...hatten wir 1550 Kilometer mehr auf dem Tacho

...beliefen sich die Tourkosten auf ca. 70 € / Tag und Person

...war die Reisezeit, Ende Juni, wieder einmal Top für eine Frankreichtour. Nirgendwo war es zu voll und die Temperaturen waren für eine Bikertour optimal. Mit der Wetterlage muss man natürlich auch immer etwas Glück haben.

...möchte ich die touristenfreundlichen Öffnungszeiten „unserer“ Tankstelle in Stosswihr erwähnen.

...möchte ich die „Auberge Obersolberg für ihre tolle Lage, das gute Frühstück, das tolle Abendessen und die freundliche Aufnahme loben.

...möchte ich mich bei Birgit & Thomas, Ute & Gunter, Christine & Günter, Rainer und ThomasK bedanken, dass ihr zu dieser tollen Tour beigetragen habt sie überhaupt erst möglich gemacht habt. Immer gute Laune, immer tolle Stimmung – was will man mehr auf solch einer Reise.

...möchte ich mich auch noch einmal für euer erstklassiges TeamTouring bedanken. Als TourGuide weiß ich das sehr zu schätzen.

...möchte ich mich bei Thomas und ThomasK für ihren Job als WingMan und RearLight bedanken. Ihr erleichtert mir das TourGuiding kolossal.

...noch ein gaaanz dickes Dankeschön an Birgit. Deine tollen Tourbilder bringen wieder einmal unser „Kopfkino“ zum Laufen. Wie schnell würde man sonst das Eine oder das Andere unserer Erlebnisse wieder vergessen ;-)



Kommentare:

  1. Schön, dass es Euch in "meiner" Ecke gefallen hat. Allerdings reizen mich die Vogesen (schon wegen des sonntäglichen Tankproblems) weniger. Ich fahre dann doch lieber in die Schweiz oder wie jetzt, wo die meisten Bruchstrichfahrer unterwegs sind auch mal wieder in heimischen Gefilden, sprich im Schwarzwald.

    Das Dosen-Überholen in der Gruppe praktizieren wir nicht so gern. Aber normalerweise, wenn 12 bis 15 Harleys hinter einem her bollern, macht der Dosenfahrer von ganz alleine Platz für die "Rocker" ;-)

    Wieder ein sehr schöner Bericht, HerBert. Dankeschön.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, der Schwarzwald ist auch bald mal wieder dran. Die Anfahrt nach Bad Peterstal-Griesbach steht schon seit einiger Zeit :-)

      Löschen
    2. Na, Bad Peterstal ist ja quasi bei mir umme Ecke.

      Löschen
  2. Da habt Ihr ja wirklich ein traumhaftes Wetter gehabt! Das macht richtig Lust, sich auch einmal aufzumachen in diese Gegend!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bis zum Kurvenspaß Vogesen ist‘s doch nur ein „Gesa- Sprung“ :-)

      Löschen