Montag, 29. September 2014

Sturm auf das "Ösling"


September 2014 - Mächtig thront die "Burgruine Bourscheid" über dem Tal der Sauer




Um von Menschen gezogene Grenzen schert sich unser nördlichstes- linksrheinisches Mittelgebirge natürlich nicht.

Dafür heißt es dann eben in jedem der drei umliegenden Länder anders.

Bei uns ist es die Eifel, in Belgien und Frankreich sind es die Ardennen und in Luxemburg heißt das Gebirge, dass wir bei unserer Tour „erstürmen“ wollen, Ösling.

Flüsse wie die Our und die Sauer haben es hier in Millionen von Jahren geschafft, tiefe Spuren in die steinige Landschaft zu graben.

Dabei haben sie uns Bikern eine einmalige Kurvenlandschaft hinterlassen, die anspruchsvoller und abwechslungsreicher kaum sein könnte.

Tolle Flusslandschaften, schroffe Felsabhänge und beeindruckende Ausblicke auf trutzige und wehrhafte Burgen wechseln sich beständig ab mit Steigungen, Gefälle und Kurven in allen Variationen – Ein großartiges Motorrad- und Landschafts- Abenteuer.



Blick vom Châto Bourscheid in's Tal der Sauer - LUX-Ardennen 2010


„Wir tanken nach ca. 270 km in Luxemburg“ (Tourbeschreibung)


Die Kunst bei einer Tour nach Luxemburg ist es ja, beim Verlassen des Herzogtums, den Tank seines motorisierten Bikes mit möglichst viel des dort so preiswerten Sprits zu füllen.


Tage vorher rechnet man dann schon mal hoch, wie man den Tank optimal leer bekommt, damit man an einer der gefühlten 20 Tankstellen, an der Grenze in Weiswampach, möglichst viel Treibstoff zum Schnäppchenpreis bunkern kann.


Kurz flammt dann auch schon mal die Idee auf, noch eine kleine Extrarunde zu drehen, damit noch so wenige Benzinreste wie möglich aus unserer teuren Republik vorhanden sind ;-)


Nicht nur beim Sprit wollen wir „sparen“, auch Zeit steht uns nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ute hat ihrem Gunter nämlich versprochen, ihn am Abend noch zum Brings- Konzert in Hückelhoven zu begleiten.






Zeit einsparen geht schon bei einem kleinen und erfahrenen Team von 6 Bikes und einem anderen Touren- Treff los.
Also starten wir heute mal nicht vom McD- Erkelenz, sondern vom B57- Parkplatz in Baal. Der liegt schon mal ein kleiiiiin wenig näher an Luxemburg, hat aber leider keine Möglichkeit zur Erfrischung.




Diesen Nachteil konnte ich damit ausgleichen, dass ich einen ersten Stopp schon nach einer Stunde Fahrzeit anbot und auch noch einen Link dazu nachschob.
Bingo!!! Das wurde gleich akzeptiert und alle freuten sich schon auf das Bauernhof- Café in der Nähe des Rursees.




Um 09:00 Uhr starteten wir die Maschinen und steuerten unsere Bikes auf bekannten und bewährten Wegen in Richtung RurEifel.




Dabei trug uns die A44 sicher und zügig von Aldenhoven bis nach Aachen Brand. Schön, dass nach jahrelanger Bauzeit die Durchfahrt durch Brand fertig ist. Denn auf keiner anderen Strecke gelangen wir zügiger und schöner an die "Rurtalsperre".




Kornelimünster, Venwegen, Mularshütte, Lammersdorf, Rollesbroich und die Bikerranch bei Strauch glitten im Frühnebel der Eifellandschaften an uns vorbei, bis wir an der Ampel bei Kestenich auf eine andere Gruppe von Bikern aufschlossen. 15 Maschinen von BMW-Kohl aus Aachen auf dem Weg ins Saarland.

Vor dem Ortsausgang sah ich dann noch die kleine mobile Messanlage – aber unsere Geschwindigkeit stimmte genau, kein roter Blitz sprang uns entgegen. An WE gibt es in der Eifel mächtig viele dieser Kontrollen – mit Radar, Laser und Kamera- Bikes. Da darf halt die Gashand nicht allzu locker sitzen ;-)




Runter nach Einrur ging es in schönen Serpentinen, wobei der Fahrgenuss durch die vor uns fahrenden Biker leider ziemlich geschmälert wurde. Selbst der Guide, der die Gruppe als RearLight nach hinten absicherte, schüttelt ständig mit dem Kopf, wenn seine Vorderleute wieder einmal ihre Bikes um eine weitere Kurve „getragen“ hatten.
Unten angekommen bog die Gruppe zum Glück links nach Einrur ab – wir hatten nun freie Fahrt um unsere Maschinen ungehindert die Serpentinen bis zur „Ordensburg Vogelsang“ hinaufzuziehen.




Oben angelangt trieben wir unsere Bikes noch ein gutes Stück über die Hochebene und bald darauf bogen wir nach links ab zu unserem ersten Stopp, parkten unsere motorisierten Gefährten auf dem „Morsbacher Hof“ und freuten uns über den guten Griff, den wir mit dieser Auswahl getroffen hatten.




Ein schöner alter Fachwerkbauernhof wurde hier zu einem tollen Café umgebaut.


















Rundum gelungen und stimmig sind der Innenhof, der kleine Verkaufsraum und die mit schönen alten Möbeln eingerichteten Räume auf zwei offenen Etagen.

















Hier kann man, in wunderbarer „Holzbalken- Atmosphäre“, leckere Kuchen zu aromatischem Kaffee oder Tee genießen.

















Kaum waren die Damen im Verkaufsraum verschwunden, hörte man auch schon ihre erfreuten Ausrufe über die zur Auswahl stehenden Kuchen und Torten.




Gut dass man sich heute schon im Internet über das zu erwartende Angebot informieren kann. Dann braucht man schon nicht mehr so lange zu überlegen, für welches Stück man sich entscheiden möchte.



































Die Auswahl an Karten mit "lebensnahen Texten" sorgte zusätzlich für große Belustigung.

















Und so gibt es bereits am frühen Vormittag ein dickes Stück der feinsten Torte – und das schönste – auch noch umsonst.







Die stolzen Großeltern Christine & Günter lassen ihre kleine Enkelin hochleben – und wir stimmen gerne mit ein ;-)






















Hier kommen wir ganz bestimmt wieder hin.

















Gut gelaunt stiegen wir auf unsere Bikes, nahmen unsere Positionen ein und starteten unseren Flug über die Hochebenen der Eifel.

















Über Hellenthal kurvten wir uns die L117 hinunter nach Hallschlag.




Dabei war es wieder toll, in den Rückspiegeln mein Team zu sehen, wie sie mit ihren Bikes im Walzerschritt die laaaaanggezogenen Kurven hinuntertanzten ;-)

















Über Ormont striffen wir durch lange Waldpassagen und fuhren wieder einmal am „Schwarzen Mann“ vorbei.




Dabei haben die ein Grinsen im Gesicht, die hier schon einmal mit mir zusammen vor ein paar Jahren eingekehrt sind ;-)















In Bleialf war der nächste Stopp geplant, aber mittlerweile war die „Luftfeuchte“ für Lederkombis bereits zu hoch geworden. Ute stieß bis zur Teamspitze vor und beantragte einen vorzeitigen Regenkombi-Stopp.
Ab da blieb es bis zum späten Nachmittag trocken :-)

















Immer tiefer stießen wir in die Ardennen hinein, über Lützkampen nach Dasburg, wo wir die Luxemburger Grenze überschritten.

















In gemütlichem Tempo bikten wir an der "Our" entlang.

















Beschattet von großen alten Bäumen war es ein Traum, den Windungen des Ourtals zu folgen.




Bei Stolzemburg ging es dann steil hinauf nach Purtscheid.

















Und hinter Lipperscheid erhaschten wir einen ersten Blick auf die mächtige Burgruine des Château de Bourscheid.

















Auf dem Weg hinauf zur Festung genossen wir das ganze Panorama der umliegenden Bergwelt, auf „Camping du Molin“, „Camping Um Gritt“ und auf die "Sauer", die sich in unzähligen Schleifen durch das Tal windet.

















Und dann haben wir unser Ziel erreicht - Das "Château de Bourscheid"




Nach heftigem Blitzlichtgewitter „erkämpften“ wir uns den Zugang durch die vordere Burganlage.

















Dort scheiterten wir nur am Eintrittsgeld und einem verschlossenen Zugang.


















Nach kurzer Lagebesprechung beschlossen wir, die Burg noch ein wenig zu belagern um dann, nach einigen heftigen Fotoshootings, den geordneten Rückzug anzutreten.


















Zwischen Bourscheid, Wiltz und Clervaux folgen wir unzäligen Flusswindungen, erklettern zahllose Höhenmeter und „fallen“ hinunter in tiefe Täler.




Zwischendurch geht dann ein heftiger Regenschauer runter. Unterstellen – Regenkombi an – und weiter geht’s. Regen kann uns in dieser Saison nicht mehr schrecken.


















Die Luxemburger Ardennen sind ein rechtes Burgenland.
Auch über "Clervaux" thront eine mächtige weiße Festung über der Stadt.




Wir stellten unsere Bikes vor der Altstadt ab, verstauten unsere Regenkleidung in den Packtaschen und schlenderten über die Grand Rue hinüber zum „Maison de la Gautre“. Dort besetzten wir zwei freie Tische mit den dazugehörenden Stühlen.
Schnell einigen wir uns mit dem freundlichen Kellner, dass wir uns, bis auf ThomasK, denn der ist ja schon ganz groß ;-), den Schnitzel – Pommes – Salatteller jeweils zu zweit teilen möchten. Kein Problem! Alles ist super, hier dem munteren Treiben zuzuschauen. Nur die vorherrschende Sprache ist nicht so verständlich – Letzeburgisch hört man ja nicht so oft.




Weiswampach, an der Grenze zu Belgien. Hier drängen sich die Tankstellen auf engstem Raum. Wer auch noch Zigaretten und Alkohol einkaufen möchte, kann hier schon so manchen Steuer € sparen.




Als ich den Tank meiner „X“ bis zum Stehkragen befüllt hatte, bedauerte ich zum ersten Mal, dass sie nur 3,2 Liter pro 100 Kilometer verbraucht hatte :-(


















Über den kleinen Höhenweg erreichten wir Ouren.
















Von dort folgten wir wieder der Our über Oberhausen, Stubach und Burg Reuland bis in ihr Quellgebiet.


















Im wieder einsetzenden Regen nutzte ich die „Abkürzung“ über den Fuß-Radweg unterhalb der riesigen Autobahnbrücke der E42 bei Steinebrück.


















Nach Weppeler und Alfersteg folgten Schönberg, Andermühle und schon bald waren wir über Manderfeld und Rocherath wieder in unserer Eifel.





















Einen kurzer Stopp gab es noch im McD Imgenbroich und später noch einen ganz kurzen in der Nähe des Blausteinsees, wo Ute uns eilig in Richtung zu Hause verließ.
Baal erreichten wir pünktlich, wo wir unsere Fahrt um 19:30 beendeten.
























Danke - Birgit für deine schönen Tourbilder – jetzt mit der neuen Kamera, - Thomas für deine Unterstützung als Flügelmann und WetterGuide, - Ute, wir haben uns dann ja tatsächlich noch bei „Brings“ getroffen, - Christine & Günter – unsere stolzen und spendablen Großeltern und - ThomasK, der wie immer alles zusammengehalten hat, wenn auch dieses Mal kein Top Case Deckel unverschlossen war ;-)


1 Kommentar:

  1. Wenn man sich den Niederrhein so betrachtet, wundert man sich schon ein wenig, dass es nur ein paar Kilometer weiter so schön ist :-)

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