Sonntag, 31. August 2014

Germania looks Westward


August 2014

Die Wacht am Rhein - Grandiose Ausblicke vom Niederwalddenkmal zum Weltkulturerbe "Oberes Mittelrheintal"


…..die Tour gibt’s nur bei geeignetem Bikerwetter! So steht‘s zumindest in meiner Tourausschreibung.

Nur, was ist schon „geeignetes Bikerwetter“? Darüber brauche ich mir „Thomas sei Dank“ seit der „Blechdosen-Tour“ keine Gedanken und Sorgen mehr zu machen :-)
Denn nun habe ich einen WG im Team, meinen eigenen WetterGuide.
Ein tolles Gefühl für mich, nicht mehr zu entscheiden, ob wir bei wechselhaftem Wetter fahren oder nicht – einfach „nur“ mitfahren wenn Thomas grünes Licht gibt ;-)
Den Ernstfall können wir gleich heute schon mal ausprobieren, denn die Wettervorhersagen sind schon seit Tagen nicht so ermutigend.
Thomas steigt sofort voll in seinen neuen Job ein und schickt mir um 07:15 die Info: „Ein Schauer um die Mittagszeit – wir fahren“ :-)
Also alle Systeme hochfahren, frühstücken, Tschüss sagen und Abfahrt zum TP1 in Erkelenz.


Birgit & Thomas und unser RL ThomasK stehen schon am Start – und ab geht’s, zum TP2, zur Raststätte Bedburger Land an der A61.


Unterwegs erreicht mich noch die Absage von Markus – er ist „Schönwetterfahrer“ – und das sieht heute nicht nach „schönem Wetter“ aus. Ich kann ihn gut verstehen, denn Schönwetterfahrer war ich früher auch einmal – Heute fahre ich, wie es aussieht – bei jedem Wetter ;-)
Da wir Olaf schon gestern an eine Erkältung verloren haben und Günters Christine mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf Betriebsausflug ist, sind wir heute mit überschaubaren 6 Bikes unterwegs.

Matthias wartet auf dem Rastplatz schon auf uns und nachdem Helmut und Günter eingetroffen sind, geht’s ab bis Mendig, kurz vor Koblenz.


Die 95 Kilometer bei 120 – 130 km/h auf der Autobahn gehen auch mit der kleinen Scheibe der „X“ ganz gut. Bei der Rückfahrt auf der A1/61, mit starkem Gegenwind und Böen, hätte ich schon gerne die größere Tourenscheibe gehabt :-(


Nachdem wir in Mendig die A61 verlassen haben, merke ich erst, dass wir unser RL verloren haben. Nachdem es nun auch noch anfängt zu regnen, ist die nächste Brückenunterführung unsere Rettung.


Helmut hatte als Vorletzter noch mitbekommen, dass ThomasK noch vor der Ausfahrt auf dem Standstreifen angehalten hatte. Ist aber alles nicht so schlimm – als RL hat er ja die Tour auf seinem TT. Und zusätzlich gibt es sogar eine Telefonverbindung zu seinem Helm.

„Ja, ok, bin gerade an der Abfahrt und komme gleich zur Brücke“.

Schon super, so ein VollRearLight.

Und was war der Grund? ThomasK hatte vergessen, den Deckel des Topcase zu verschließen. Das hat er dann nach 100 Kilometern bemerkt – aber zum Glück nichts verloren.


Den ersten Schauer haben wir gleich mit unserer ersten Pause unter der Brücke trocken überstanden.


Der Regen zieht vor uns her, die Straßen sind nass, aber wir bleiben trocken.
















Durchs "Schrumpftal" geht’s hinunter nach Hatzenport an der Mosel.
















Ein märchenhaftes Tal mit seinen vielen Mühlen.
















Da muss man unbedingt mal durchgefahren sein.
















Dann ist es auch immer schön, in Hatzenport an der Mosel entlang zu cruisen.
















So richtig romantisch ist der Ausblick auf den Fluss, die Berge und auf die mächtige „Burg Turant“.
















Dann geht es über die hohe Brücke über die Mosel und dann hinüber nach Boppard am Rhein, das wir nach kurviger Abfahrt erreichen.


Ab hier folgen wir einem Teil der „Rheingoldstraße“ Richtung St. Goar.

Auf der Strecke nach Holzfeld liegt ein schöner Aussichtspunkt mit tollem Blick aufs Rheintal.

Nach links rüber und die Maschinen abgestellt. Kaum sind die Helme runter, da zieht von hinten eine mächtige schwarze Wolkenfront auf uns zu. Schnell die Helme wieder auf, die Maschinen gestartet und nichts wie weg in der Hoffnung, dem Regen zu entkommen oder, wie beim ersten Schauer, einen Unterstellplatz zu finden. Hilft aber alles nichts, der Regen holt uns ein.

Am Fähranleger in St. Goar ist es uns aber auch schon egal. Ich teste dann die frisch erneuerte Imprägnierung meiner Jacke und Hose und meine Stiefel werden sicher wieder nicht ganz dicht sein.
Aber wie gesagt, es macht auch so Spaß, hier zu stehen und auf die Fähre zu warten.
Wir müssen verrückt sein :-))
Mit den Fotos ist es wegen des Regens etwas schwierig, deshalb schalte ich während der Überfahrt die wasserdichte Cam ein.
Mein Handy kommt bei der nächsten Regenfahrt auch in eine verschließbare Plastiktüte. Sicher ist sicher, denn es fühlte sich schon ein wenig nass und klamm an.


Die Überfahrt von St. Goar nach St. Goarshausen ist recht kurz aber sehr Eindrucksvoll. Der Rhein fließt eilig durch die enge Passage, die die hochragenden Felsen ihm zwischen den Ufern lassen.
Mächtig viel Wasser ist hier heute unterwegs – weißgrau sind die schäumenden Wellen.






Vom Fähranleger runter geht es die L338 hoch bis Weisel.













Man sollte es kaum glauben, aber es ist auch ein tolles Gefühl im Regen zu fahren und dabei die nassen Felsen der „Loreley“ zu erklimmen.





Dem Werkelbach folgend treffen wir am „GasthausKammerburg“ und der „Gaststätte Laukenmühle“ auf das „Wispertal“.


Als wir unseren Mittagsstopp an der „Wisperstube“ erreichen, liegen traumhafte Biker- Strecken und -Kurven hinter uns.


Tropfnass steigen wir von unseren Bikes. Aromatisch riecht die feuchte Luft nach Holzkohlefeuer – im August!
















Die „Wisperstube“ empfängt uns freundlich und mit der wohligen Wärme eines munter flackernden Kaminofens.
Wer hätte gedacht, dass wir uns im August einmal so über ein Kaminfeuer freuen würden.


Auch die Hand voll Biker, die sich nicht vom Regen hat abhalten lassen, sitzt in der warmen Stube und stärken sich mit den Gerichten aus der Wisper-Küche. An anderen Samstagen ist hier natürlich eine Menge mehr los.
Trocken werden wir während unseres Stopps natürlich nicht so ganz, aber alle sind wieder aufgewärmt und in der Zwischenzeit hat es draußen auch aufgehört zu regnen. Weitere Schauer bleiben uns nun erspart und nach einiger Zeit ist unsere Kleidung wieder vom Fahrtwind getrocknet.

Die Stimmung ist super und schon bald geht es weiter durchs Wispertal, durch Hausen vor der Höhe und Kiedrich im Rheingau.
Später geht es auch noch vorbei am „Kloster Eberbach“ – Dem Drehort und Schauplatz zum Film "Der Name derRose"
















Dann sind wir wieder am Rhein. Auch hier führt er mächtig viel Wasser auf der ganzen Breite.


Oestrich – Winkel – „Hotel Schwan“ 
Birgit hat es tatsächlich noch geschafft, den Schwan „einzufangen“. Um die wechselvolle Geschichte des aus 1628 stammenden Hotels, um den Familienbesitz, die prominenten Gäste und den  - ständigen Kampf gegen das Hochwasser, ging es einmal in einem eindrucksvollen TV-Bericht.

260 Kilometer haben wir inzwischen hinter uns. Da nehmen wir die nächste Tankstelle in Rüdesheim und füllen unsere Tanks auf. 3,2 L/100km für die "X" :-)
Danach geht es nach rechts die Bergseite hinauf und schon bald sehen wir von Ferne die Germania auf ihrer Anhöhe stehen.


Ein Euro Parkgebühr pro Bike – dafür wird der Platz aber auch in sehr gutem Zustand gehalten.  Und einen „Mengenrabatt“ bekomme ich auch noch für unsere 6 Bikes ;-)


Für Motorräder gibt’s sogar Stellplätze in der ersten Reihe – nur, der Planer kann kein Biker gewesen sein. Schön schräg mit Gefälle nach vorne. Um da wieder raus zu kommen, braucht so mancher einen freundlichen Helfer der ihn zieht.


Das war wohl schon immer so – Große Siege hinterlassen große Monumente.



 Eines dieser imposanten Bauwerke liegt im Rheingau oberhalb von Rüdesheim:  "Das Niederwalddenkmal", im Volksmund „Die Wacht am Rhein“ genannt.
















Das weltbekannte Bauwerk wurde in den Jahren 1877 - 1883 errichtet.
 Das 38 Meter hohe Monument gilt als „Deutsches Nationaldenkmal“ und symbolisiert die Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreiches nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71.


 Hauptfigur ist die „Germania“ mit der Kaiserkrone in der erhobenen rechten und dem Reichsschwert in der linken Hand, mit dem Blick "westwärts" ins „obere Mittelrheintal“.

 Zur Höhe des Niederwaldes führen von Rüdesheim und Assmannshausen eine Kabinenseilbahn bzw. eine Sesselbahn.
 Von der Bergseite her führt eine Straße zum Monument.


 Der wunderschöne Ausblick vom Denkmal reicht weit ins rheinland-pfälzische Landesinnere.


Die Germania ist auch heute wieder gut besucht. Reisegruppen aus aller Welt sind hier anzutreffen.
Heute war schon eine andere Bikergruppe der WSBiker hier und wollte uns überraschen – leider haben wir sie um etwas verpasst. Wäre cool gewesen – wir wussten ja nichts davon :-)
















Es war sehr beeindruckend, noch einmal hier zu sein.
Der Blick ins Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“ ist phantastisch und das frisch restaurierte Denkmal ist durchaus imposant.


Leider habe ich es dann doch noch versäumt, die Blickrichtung der Germania mit dem Kompass zu überprüfen. Aber einmal war es mir, als sehe Sie genau in meine Richtung – Westward ;-)



















Am Anleger in Lorch haben wir noch etwas Zeit, bis die nächste Fähre uns nach Niederheimbach bringt.





Da sie erst mal die Rheininsel Lorcher Werth umfahren muss, bleibt etwas mehr Zeit, die umliegende Landschaft zu bewundern.



















Nach Niederheimbach fahren wir durch den schönen Ort Oberheimbach, mit Häusern und Straßen wie jeder Tourist sie an Rhein und Mosel erwartet.





Die Mosel überqueren wir später bei Treis und fahren zu unserem nächsten Stopp in Pommern.


Leider hat unser beliebter „Moselimbiss“ wegen der Pommerner Kirmes heute geschlossen - auf dem Parkplatz an der Moselstraße herrscht heute der Trödel :-(


Gegenüber hat eine "Straußwirtschaft" geöffnet - für eine kurze Pause auch ok.



Von der Mosel aus ist es noch 2 x 1 Stunde zurück. Über Land geht es bis in die Nähe von Blankenheim. Mit Blick auf Rohr rasten wir noch einmal in freier Natur, bevor es auf die A1 an Bad Münstereifel vorbei zur A61 geht.

Später haben wir dann noch eine mächtige schwarze Wolkenwand im Nacken, der wir aber erfolgreich entfliehen können.
Das AK Jackerath erreichen wir fast punktgenau um 20:40, wo sich unser Team dann wieder fliegend auflöst.






Vielen Dank an meine Mittourer für den gemeinsamen Blick ins obere Mittelrheintal,
an mein RL ThomasK, der „verlorene“ immer wieder ranführen kann,
an Birgit, die uns, trotz erschwerter Wetterbedingungen, wieder tolle Tourbilder zur virtuellen Mitreise geschossen hat,
und an Thomas, der mir, neben seinem Job als mein „Flügelmann“, auch als „WetterGuide“ erfolgreich beigestanden ist :-) 


Kommentare:

  1. Gefält mir, schöner Tourbericht, gut gemacht...! Küstenbiker...

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    1. Hallo Küstenbiker und danke für die Grüße.
      Mit der „X“ gelingt halt alles gut – so hat sie meine Jahresfahrleistung gerade mal eben verdoppelt ;-)
      Deine Berichte und Bilder aus dem „Hohen Norden“ verfolge ich auch immer mit großem Interesse – macht Laune sie zu lesen.
      Grüße von Westward

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  2. HerBert, einen ähnlichen Tripp habe ich auch schon gemacht. Ist das nicht wunderschön dort? Wie üblich hast Du / habt Ihr wieder eine großartige Bild-Doku zu bieten. Tolle Fotos. Kompliment!

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    1. Toll Sonja, dass die Bilder Erinnerungen an deinen Tripp auslösen konnten. So fährt keiner für sich allein :-)

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