Sonntag, 27. Juli 2014

Route des Crêtes – Traumstraße zum Verlieben I

Juni 2014 – Tag 1 – Anfahrt in die Vogesen






Grandiose Landschaften - Phantastische Ausblicke - Atemberaubende Pässe - Bemerkenswerte Kulturgüter



Da steht Sie wieder auf ihrem Platz – meine „X“ – und träumt ganz sicher von ihren tollen Erlebnissen der letzten 4 Tage und den 1547 Kilometern zu-in-und zurück von den Vogesen.

In Gedanken legt Sie sich ganz bestimmt wieder in die unzähligen Kurven und Spitzkehren, klettert wieder wagemutig auf den bemoosten „Routes des Forrestier“ herum und fliegt mit mir über die unvergleichliche „Route des Crêtes“.

Ganz sicher wird Sie das tolle Erlebnis „Vogesen 2014“ nie vergessen, ebenso wie die starken Gefährten, mit denen Sie gemeinsam auf Ihrer ersten großen Tour unterwegs war.

Gut gemacht meine "X" – es war toll mit Dir auf „Großer Fahrt“ zu sein ;-)



Vogesen? ….. Ja schööön, in die Vogesen fahrt ihr!

Hm, wo liegt das gleich noch mal?



Nicht so viele kennen bei uns die Vogesen.


Elsass, da fällt der Groschen. Da denkt man sofort an Frankreich, urige Weinorte mit jahrhundertealten Fachwerkhäusern, einladende Weinlandschaften und gemütliche Weinstuben.

Jaaa, und dahinter liegen dann die Vogesen, nur wenige Kilometer von Straßburg und der deutschen Grenze entfernt. Waldreiche, schroffe Gebirgszüge, nur 20km breit und 125km lang.


Eine einmalig schöne, traumhafte Motorradregion mit dichten Wäldern, berauschenden Passhöhen, tiefen Schluchten und abenteuerlichen, kurvigen Pfaden.

Es geht über eine Menge Berggipfel die hier „Col“ heißen. Und über allen thront der Grand Ballon mit seinen 1.424m, auf den uns die unvergleichliche „Route de Crêtes“ hinauf führt.



Um 7:00 soll es bei Birgit & Thomas in Erkelenz losgehen. ThomasK und Rainer sind auch schon da, nur mein TomTom will sich nicht mit seinem Partner SkalaRyder verbinden. Bluetooth am Handy aus – jetzt klappt’s. Muss ich später noch mal durchspielen - aber telefonieren möchte ich während des Bikens sowieso nicht.

Über die A41 sind wir, ab AK Jackerath, schnell an der Raststelle Bedburger Land, wo Ute und Christine & Günter schon auf uns warten. Herzliche Begrüßung – jetzt sind wir komplett für unsere Tour in die Vogesen.

Freudige Erwartung ist unter uns acht Bikerinnen und Bikern zu spüren. Für vier Tage sind wir mit sieben Bikes auf ca. 1.500 Kilometern unterwegs – toll, dass auch unser wichtiger Begleiter, das schöne Wetter, mit uns zusammen auf Tour gehen will.

Im Moment ist es zwar noch etwas „Schattig“, aber bis Mittag werden wir schon das „Schönwettergebiet“ erreicht haben, das uns für die komplette Tour treu sein wird.


Als Anfahrt werden wir eine schön gemischte Strecke von 540 Kilometern unter den Reifen haben, kein Problem für unser Team, genügend Tankstopps und reichliche Pausen sind eingeplant. Der Autobahnanteil ist mit 3x ca. 50km gering - aber möglichst effektiv gewählt. Um 18:00 wollen wir in der Auberge sein. Das sollte klappen – wenn nichts dazwischen kommt.


Fast pünktlich geht es um 07:30 von der Raststätte Bedburger Land los. Über die A61 bis zum Kreuz Meckenheim und von dort aus, über tolle Kurven durchs Ahrtal bis wir unseren ersten Stopp, die Aral-Tankstelle in Adenau erreichen. Rund 5 Kilometer ist der Nürburgring von hier entfernt, aber das Brüllen und Fauchen der Motoren ist hier sehr eindrucksvoll zu hören.

Wie uns Gunter später sagt, findet vom 19.-22.06. das ADAC ZURICH 24H-Rennen 2014 hier statt. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Utes Mann Gunter mit dem Auto ebenfalls auf dem Weg in die Vogesen, um sich mit uns in unserer Auberge auf dem Obersolberg bei Munster zu treffen.


Weiter geht’s über Kelberg zur A1.



Wieder ein kurzes Stück Autobahn und nach einer Stunde haben wir unseren nächsten Stopp, den „Moselblick“ an der Panoramastraße bei Piesport erreicht.


Toll ist es hier  Weinberge soweit man schaut.

Unter uns schlängelt sich die Mosel ihren Weg an Piesport vorbei, ganz ruhig ihrem Ziel am Dreiländereck in Koblenz entgegen.
In zwei Tagen stehen wir dann an der Quelle der Mosel in den Vogesen - einer der Hot-Spots unserer Tour.
















Verpflegung aus dem Topcase - später gibt's auch noch was leckeres in unserer Auberge - Birgit :-)




















So lange kann es dauern - Seit vier Jahren wollte ich hier wieder einmal stehen und das Panorama genießen - Einfach grandios der Blick ins Moseltal



Vom Aussichtspunkt geht es in Serpentinen hinunter nach Piesport.
Ein schöner Weinort an der Mosel, der so früh am Morgen noch ruhig und friedlich vor uns liegt.

Später hätten wir auch nicht hier durchfahren dürfen, die Vorbereitungen für den traditionellen Fronleichnamszug laufen schon.


Einige Zeit später verlassen wir die Mosel mit einem wunderschönen Blick zurück auf Trittenheim und die umliegenden Weinberge. Schön romantisch war's, an der Mosel entlang zu fahren.



Auf geht’s nach Saarbrücken.
 















Ein wenig hab ich's mir hier auch so vorgestellt.



Bei Hermeskeil geht es wieder auf die A1 und nach 1,5 Stunden finden wir eine nette Bäckerei  in der Nähe von Saarbrücken, wo wir uns Kaffee und Kuchen gut schmecken lassen.


Es ist nicht mehr weit bis zur französischen Grenze - also wollen wir gleich noch mal unsere Tanks füllen. Aber plötzlich und unvermittelt sieht rund um uns alles ganz anders aus. Toll sieht‘s hier aus - wir sind in Frankreich.


„Gut, dass wir noch mal in Deutschland getankt haben“ lacht Thomas mir bei der nächsten Gelegenheit zu ;-)



Es sind ja nicht die Preise, die mir beim Sprit in Frankreich ein Problem machen, es sind die Tankstellen selbst. Vielen ist nur mit einer speziellen Karte der begehrte Stoff zu entlocken, vor allem an Wochenenden. Heute, an Fronleichnam, ist aber in Frankreich ein normaler Arbeitstag - da sollte es schon klappen. Also immer in den etwas größeren Städten die Augen auf nach Tankstellen mit Shop – da ist dann schon jemand drin, der was verkaufen möchte.


Das klappt sehr gut - in Sarre-Union wird nachgetankt, das reicht dann schon mal bis zur Total-Tankstelle in Stosswihr an der Route de la Schlucht im Munstertal. Dort ist sogar sonntags ab 9 Uhr geöffnet.


Mit der leicht erhöht gelegenen Böschung auf der linken Seite scheint etwas nicht zu stimmen!
Wasser quillt aus der saftig-grünen Erde und fließt in kleinen Rinnsalen über den Asphalt.

Spätestens dann, wenn ein kleines Schiff oder ein Kahn neben, unter oder "über" uns auftaucht, löst sich das Rätsel auf:
Wir haben den Canal de le Marne au Rhin erreicht.

Ursprünglich wurde der Kanal von Vitry-les-Francois in Nord-Frankreich bis Straßburg gebaut um die Flüsse Saône, Marne, Maas, Mosel und Saar mit dem Rhein zu verbinden.


Als er endlich fertig war, wurde er nicht mehr benötigt, da inzwischen die Eisenbahn zum Transportmittel Nummer Eins aufgestiegen war.

Trotzdem kein Grund für die Franzosen zu jammern - sie bauten ihn einfach zu einer top Touristen-Attraktion aus.
Und so befahren unzählige Freizeitkapitäne mit ihren schönen Pénichetten das traumhafte Gewässer.


Ein richtig dickes Highlight des Kanals liegt kurz hinter Lützelbourg.

Das Schiffshebewerk Plan incliné de St-Louis-Arzviller ist eine Schleusentreppe die seit 1969 17 herkömmliche Schleusen ersetzt.


Die Technik ist einzigartig. In einem Schrägaufzug mit einem übergroßen Trog überwinden die Boote einen Höhenunterschied von ca. 44,5 m und schleust die Pénichetten in gerade mal 4 Minuten, wozu vorher ein ganzer Tag benötigt wurde.













An der Route de Darbo, unterhalb des Schiffshebewerks, halten wir zum nächsten Stopp.


Das Café ist einer Glasbläserei und Schleiferei angeschlossen. Von der Außenterrasse aus sieht man gelegentlich den Schrägaufzug mit seiner schwimmenden Last den Berg entlang fahren.














Nun geht es so richtig los mit den tiefen Wäldern, den Bergen und Tälern, so dass selbst TomTom manchmal denkt, er hätte uns auf die falsche Fährte gelockt – zu dicht sind die Wälder für die Sicht auf seine Satelliten. Aber nach kurzem Grübeln ist immer wieder alles in der Spur.












Über Dabo und Schirmeck sind wir nun in der Gegend bei Natzweiler.
















Dicke Lagen Rollsplitt haben uns über längere Strecken so einiges abverlangt. Hohe Konzentration und körperliche Anspannung fordern ihren Tribut. Immer öfter zieht sich unsere Gruppe auseinander – ein sicheres Zeichen für den TG, dass wir Kräfte nachtanken müssen.


Es wird Zeit für eine Erfrischungspause.


Einsam und abgelegen erreichen wir einen Gipfel und plötzlich ragt vor uns ein Mahnmal in den Himmel, eine gewaltige Flamme in Beton gegossen.

Unvermittelt befinden wir uns an der Gedenkstätte Natzweiler – Struthof.
Viel gelesen, gehört und im TV gesehen – aber noch nie bin ich in der Nähe eines solchen Lagers gewesen.


Da wir schon vorbei sind gebe ich das Zeichen zum Wenden - wir fahren langsam wieder zurück und stellen unsere Bikes auf einer ruhigen Fläche abseits ab.
















Von hier aus kann man den Lagerkomplex mit seinen Gebäuden, Wachtürmen, Stacheldrahtzäunen und dem stark gesicherten Eingangstor überblicken.

















Heute gehen Besucher hin und zurück durch das Eingangstor um sich über das Geschehene zu informieren und der Menschen zu gedenken, die hier unfassbares Leid erlitten haben


















Weiter geht es durch die Vogesen - 
dabei werden die Pässe immer höher und die Landschaft immer eindrucksvoller, wie hier am "Champ du Feu".



Immer wieder tolle Ausblicke - hinter jeder Kurve, auf jedem Gipfel



Verträumte Dörfer - von denen sich viele noch ihre Ursprünglichkeit bewahrt haben














Hier, in den Mittelvogesen, fahren wir noch deutlich unter der 1.000 mMarke. 


In Plainfaing dann ein Hinweisschild, dass das Tal der „La Meurthe“ am anderen Ende nicht passierbar ist.
















Einfach mal probieren, bisher sind wir noch fast überall durchgekommen ;-D


Ein tolles Tal, immer am kleinen Fluss entlang durch wunderschöne Natur.


Als die „Auberge Lorraine“ in Le Valtin dann so malerisch vor uns liegt, ist es auch schon wieder Zeit für eine Pause.


Hier gefällt es uns, hier könnten wir uns auch vorstellen einmal länger zu bleiben. 

Am Ende des Tals kommen wir leider nicht weiter. Nur wenn wir unsere Bikes  auf die Schulter nehmen, kommen wir durch die Baustelle am Pass. Der Kellner  rät uns, bis zum Anfang des Tals zurückzufahren und dann den Weg am „Lac Blanc“ und „Lac Noir“ vorbei zu wählen.

















Das sind zwar wieder 10 Kilometer zurück aber das schöne Tal, der Blick über die schönen beiden Seen und die Fahrt über den „Col du Wettstein“ entschädigen uns allemal.

 Die lange Abfahrt über die „Route du Wettstein“  und die „Route de la Schlucht“ nach Munster ist einfach nur traumhaft.















Zum Glück fahren wir in den nächsten Tagen noch mehrmals hier entlang.















In Stosswihr können wir auch endlich unsere reichlich geleerten Tanks füllen, danach sind wir für morgen schon mal mit Treibstoff versorgt.


Im wohl schönsten Tal der Vogesen, dem "Munstertal", liegt unserer Basis für weitere erlebnisreiche Exkursionen in den Vogesen.

Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten können wir von hier aus gut erreichen.



Nach furioser Auffahrt durch Eschbach-au-Val thront ganz oben am Berg die
wo uns Gunter schon erwartet

Von hier oben hat man einen phantastischem Blick auf Munster und das umliegende Tal.
















Nach einem erlebnisreichen Tourtag lassen wir es uns, bei gutem Elsässer Essen und einem Glas des vortrefflichen Weins, gut gehen und sammeln Kraft für einen neuen Tag voller toller Abenteuer…..


Anfahrt in die Vogesen, Saarbrücken - Munster

Westwards Vogesen Anfahrt

Den Download zur Tour findest du "Hier"


Kommentare:

  1. Nur ihr wa't an ein' Pieps_ort? Weil ich wa' au' schomma in die Ruh' de Krätt mit meine Tzwännja ... jaaaaa_haaaaa, wa' ich!

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    1. Abba da wa' ich no' klein, als wir schomma in Frong_kreisch wa'n ...

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    2. Sehe ich auch so Pieps,
      Heute kannst du schon von gaaanz vielen Erlebnissen berichten – bist quasi schon ein „alter Hase“.

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  2. Ich bin immer wieder begeistert von dem, was du uns so alles zeigst und ich bin gespannt, wie es weiter geht.

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    1. Danke Funny :-) Die Tour war meine dritte in die Vogesen – und ich bin immer wieder begeistert. Sind halt so “kleine Alpen“. Dieses Mal war’s das Beste. Morgens über tolle Kurven mit super Ausblicken zu unseren Zielen aufgebrochen und abends wieder auf den Obersolberg zurück – einfach super.

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  3. Wenn ich das lese, fühle ich den Fahrtwind und wünsche dass es nie endet;-)

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    1. Hey ihr Beiden, den Fahrtwind werden wir wohl nie vergessen! Da kommt aber immer noch neuer dazu ;-)

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  4. Hey Pieps, schön von dir zu hören! Na klar, weiß ich doch, dass du mit deiner Svenja in den Vogesen und auf der Route das Cretes warst. Kenne übrigens alle Abenteuer von dir und deiner Svenja – zumindest die, die auf ihrer tollen Seite stehen ;-)
    Auf einer anderen Tour haben sich unsere Wege übrigens schon einmal gekreuzt. Aber davon später mal.

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    1. Nur ich hab' ja au' ein' eing'nen Block ... Jaaaaa_haaaa, hab' ich ... *bekräftigend mit dem köpfchen nick* ... Un' da sin' au' meine eig'nen Reiseberischte drin. So von Frong_kreisch ... un' voooon Schottlaaaaand ... un' vooooooon ... ääääh ... alles möglische ... un' au', wie ich abgehaut bin ei'ma' ...

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  5. "Auf einer anderen Tour haben sich unsere Wege übrigens schon einmal gekreuzt. Aber davon später mal."

    Nur is' jez einglich spät gä_noooo_hoooch? Weil ich bin extra no' ma' aufgestand'n aus mein' Betti in heimläsch ... un' Zähne hab' ich au' schon geputz' un' mein Schlaffanzuch an ... *neugierig guck* ...

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  6. Herbert, das war ja wieder eine großartige Tour. Danke für den tollen Bericht und die gelungenen Bilder. Wir haben die Vogesen ja quasi um die Ecke, aber im Sommer halten wir uns fern. Wir werden dort wieder im Herbst "spielen", wenn die Saisonkennzeichen gewisser Zweirad- (und Vierrad-)Fahrer auslaufen ;-)

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    1. Hallo Sonja, aus dem gleichen Grund fahren wir unsere Touren in Frankreich am letzten oder vorletzten Wochenende im Juni. Dann haben dort die Ferien noch nicht angefangen und das Wetter war bisher immer recht gut. Auch Euch weiterhin viel Spaß bei Euren Touren.

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  7. Ja, die Vogesen sind doch was schönes, und von hier aus tatsächlich nur ein Katzensprung entfernt.
    Allzeit gute Weiterfahrt!
    VG, Heike

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    1. Hallo Heike, danke für die guten Wünsche. So nah wie du hätte ich auch schon gerne die Vogesen. Aber dann wäre es auch wieder weiter für mich in die Eifel und in die Ardennen – Man kann leider nicht alles haben ;-)

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    2. Nein, leider nicht...freu mich aber schon auf weitere Berichte. Immer wieder schön, zu lesen, wie begeistert die Fahrer von den Vogesen sind. Da weiß man wieder zu schätzen, was wir hier so haben :o)

      Bis zur nächsten Tour!
      VG, Heike

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