Sonntag, 2. März 2014

Juni 2013 – „Das Salz der Opalküste“ II


„JAAAA“ dröhnt es aus dem Smartphone wie aus einem Eimer. Thomas ist unterwegs und verkündet über sein Helmmikrophon, dass er sich nur wenige Meter vorm McD befindet. Und schon biegt er mit seiner KTM Duke um die Ecke.



Nun kann sie losgehen, unsere abenteuerliche Fahrt an eine unbekannte Küste. Bis Dinant ist mir die Gegend mittlerweile  gut bekannt, aber dahinter liegt das, was ich immer suche - unbekanntes Land. Bin wie immer gespannt, was uns hinter jeder Kurve neues erwartet.


Die Regensachen bleiben verpackt, der leichte Nieselregen trocknet fast sofort wieder im Fahrtwind. Kurze Zeit später sind auch die Straßen nicht mehr feucht und bis zum späten Nachmittag sind wir trocken unterwegs - 7 Bikerinnen und Biker des GoWestTeam in vielfach erprobter Formation durch die Ardennen und die Pikardie zur Pas-de-Calais.

Bei “nur“ 5 Bikes kommt es unserem RL so vor, als wäre er bei unseren Touren noch nie so weit „Vorne“ gefahren. Aber natürlich sind wir so schön zügig und erfreulich wendig unterwegs.

Die kurze AB-Anfahrt bis Eupen ist schnell geschafft und schon geht es durch die schönsten Bikerlandschaften der Lütticher Ardennen in Richtung Comblain-au-Pont.

In den Ardennen kennen wir uns mittlerweile bestens aus – eine tolle Gegend ist das hier. Im Vorbeifahren sehe ich einen unter uns vorbeifließenden kleinen Fluss, schön gelegen im Grünen. Schnell das Zeichen zum Wenden und schon geht’s runter ans Wasser.



Wir picknicken bei unseren Bikes im Grünen und haben ein großes Hallo mit bunt gekleideten Radsportlern, die man immer und überall in Belgien trifft.

Weiter geht’s, und immer noch befinden wir uns auf vertrautem Gebiet, bis dann Dinant, das „Schönste Mädchen der Maas“ vor uns liegt.



Immer wieder ist es total cool durch Dinant zu cruisen. Faszinierend, die Atmosphäre dieser einzigartigen Stad im Tal der Maas.


Zu Ehren ihres berühmten Sohnes „Adolphe Sax“ sind überall in der Stadt überdimensionale Saxophone aufgestellt – einfach genial die Wirkung.

Westlich von Dinant sind wir dann - in unbekanntem Gebiet.



Ging es bis eben noch gemütlich durch die Ardennen, so geht es ab jetzt zügig über gut ausgebaute Landstraßen der Küste entgegen. Ein wenig das „Route 66-Feeling" - langgezogene Nationalstraßen, soweit das Auge reicht.

Es wird dringend, unsere Bikes mit neuem Sprit zu versorgen. An Wochenenden ist das in Belgien und Frankreich aber immer leichter gesagt als getan. Nach einigen missglückten Versuchen an geschlossenen Tanken, die „natürlich“ unsere EC-Karten verweigerten, klappte es dann endlich kurz vor der belgisch/französischen Grenze. Unserer Ute fiel hörbar ein Stein vom Herzen – sie hatte Sorgen, dass ihre BMW F800R sie keinen Kilometer mehr weiter getragen hätte.



Abseits der Nationalstraßen fahren wir durch kleine Städtchen und Dörfer. Dabei ist nicht zu übersehen, dass das Hinterland der nördlichsten Region Frankreichs von finanziellen Nöten geplagt ist.



Selbstverpflegung ist angesagt. Cafés und Bistros sind in der Pas-de-Calais nur selten zu finden.

Wir stemmen uns gegen den Wind, der uns von der Küste her kräftig entgegenweht. Noch eine Stunde und wir sind am Ziel.

Glücklicherweise sind wir nach der letzten Pause vorsorglich in unsere Regensachen gestiegen, denn nun fängt es doch noch an zu regnen.

Vom „Kampf mit den Elementen“ stecke ich so voller Adrenalin, dass ich das einladende gelbe M in Cambrai nicht bemerke. Erst als Thomas & Birgit mich im Kreisverkehr überholen und „wild gestikulieren“, „kämpfen“ wir uns zurück und sind heilfroh über Hamburger, Pommes und Cola…..


Kommentare:

  1. Offensichtlich doch eine Überlegung wert. Ich pack auf jeden Fall schon mal meine Tasche :)

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  2. Und nicht die Aspirin, gegen die Kopfschmerzen beim Verlassen des Heimatkreises, vergessen :)

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    1. Ach du meinst wegen des Smogs außerhalb des Kreises Viersen? Das habe ich ja noch gar nicht bedacht ... *aspirin auf packliste notier* ... :)

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