Samstag, 22. März 2014

April 2013 – „Niers End“

Expedition zur Mündung unseres heimischen Flusses

Die Niers unser heimischer Fluss am linken Niederrhein. Ruhig fließt er parallel zu Maas und Rhein, auf der östlichen Seite der deutsch-niederländischen Grenze.



Mit 10 Bikes treffen wir uns beim McD-Erkelenz. Heute ist unsere erste Tour der Saison 2013 und  volle 5 Monate liegt die letzte gemeinsame Tour zurück. Wir wären ja schon gerne eine Woche früher gefahren, aber leider war das Wetter zu schlecht. Als Entschädigung scheint dafür heute den ganzen Tag die Sonne, aber frisch ist es schon noch.



Punkt 10 Uhr geht‘s los in östlicher Richtung zur Quelle der Niers.

Schnell hat sich jeder auf seiner Position im Team eingerichtet, denn auch Eddy und Uli, die beiden „Gäste“ im Team, sind erfahrene TeamTourer.



Schon nach kurzer Zeit liegt links neben uns ein winziger Bachlauf, dem, zum ersten Mal in Kuckum, das Hinweisschild „Niers“ seinen Namen gibt.



Die "Quelle" des kleinen Flusses liegt auf einem Bauernhof in Kaulhausen bei Erkelenz. 116 Kilometer legt er von dort zurück, bis er bei Gennep in den Niederlanden in die Maas mündet.

Wobei, von einer Quelle, wie man sie sich so vorstellt, kann man bei der Niers leider nicht mehr sprechen.



Ursprünglich sprudelte sie hier aus ca. 30 Quellen. Durch den Braunkohletagebau Garzweiler wird aber seit den 1960er Jahren das Grundwasser der Region großflächig abgepumpt, damit die riesigen Bagger „trockenen Fußes“ Braunkohle schaufeln können.

Und so ist mittlerweile auch die letzte der natürlichen Quellen versiegt. Stattdessen wird die Niers über mehrere Einleitstellen „künstlich“ über Rohrleitungen von RWE-Power versorgt.

Unsere Tour geht auf kleinen und kleinsten Wegen durch schöne Niederrhein-Landschaften. Flaches Land mit fruchtbaren Äckern und Wiesen. Große Bauernhöfe wechseln sich ab mit noch größeren Gartenbau-Betrieben. Hier wird alles angebaut, was der Gärtner und der Hobbygärtner so braucht.



Bei Kevelaer erreichen wir unseren ersten Stopp, das Bauernhofcafé „Binnenheide“



Schön sieht es hier aus, typisch niederrheinische Landschaften ;-)



Nachdem wir die abgelegenen Gebäude gefunden haben, stellen wir unsere Bikes auf dem Hof, zwischen landschaftlichem Gerät und neugierigen Kühen im Hintergrund, ab und sichern uns einen Platz an der Sonne auf dem frisch gemulchten Sitzplatz.



Gleich kommt der Besitzer und fragt nach unseren Wünschen, die wir in Form von Suppe und/oder Kuchen dann auch zügig bekommen. Alles ist hier bestens.



Die Bedienung ist freundlich, die Aussicht ländlich schön und die Suppen und der Kuchen sind sehr lecker.



Frisch gestärkt und von der Sonne aufgewärmt geht es wieder zu den Bikes. Unser nächstes Ziel ist Gennep in den Niederlanden.

Nur von weitem können wir dort die Einmündung der Niers in die Maas erkennen. Näher hinein ins Naturschutzgebiet geht es mit unseren Bikes nicht.

Noch ein letztes Mal überqueren wir das kleine Flüsschen aus unserer Heimat, kurz bevor wir in Gennep hineinfahren.

Das gemütliche Städtchen hat eine interessante Vergangenheit als Festungsstadt. Im historischen Kern erinnern noch zahlreiche Gebäude an frühere Zeiten, so zum Beispiel das schöne Rathaus, die Kirche am Markt, der Martinusturm, und die mittelalterliche Stadtmauer.

Den Martinusturm kann man kostenlos besuchen. Von ganz Oben hat man einen herrlichen Blick über das historische Zentrum und die Niers-Landschaft rundum.

Schön ist es auch von einem der zahlreichen Terrassencafés auf dem Markt das lebendige Stadtbild zu beobachten.

Auf unserem Rückweg, auf der westlichen Seite der Maas, durchstreiften wir interessante Maas & Peel- (Moor) Landschaften. Schöne Möglichkeiten eine Pause einzulegen gibt es hier viele.



Kurz vor unserem nächsten Stopp geht’s plötzlich nicht mehr weiter. Die Straße ist von motorisierten Helfern gesperrt. Sie erzählen uns, dass gleich ca. 150 Trucks hier vorbeikommen, die Kinder mit Handicap auf eine Spaßfahrt in ihrem Führerhaus mitnehmen.



Etwas später rollt eine nicht enden wollende Kolonne von farbenfrohen und chromblitzenden Trucks an uns vorbei, aus deren Führerhäusern uns fröhliche Kinder begeistert zuwinken – einfach toll.



In Broekhuizen halten wir zunächst auf die Fähre zu, biegen dann aber mit unseren Bikes nach Rechts ab und parken unsere Maschinen hinter dem Café „Het Maaspaviljoen“. Dort können wir sie gut im Auge behalten.



Toll ist es, hier zu sitzen und bei Kaffee und Kuchen dem Fähr- und Schiffsverkehr auf der Maas zuzusehen.



Später erreichen wir Kessel a. d. Maas. Mit der Fähre geht es über den gemächlichen Fluss und einige Zeit später beenden wir, nach 230 Kilometern, unsere Niers-Expedition in Brempt am Hariksee.


Schöne Tour zum Saisonstart 2013 :-)



Gerade in der Zeitung gelesen:

Am Oberlauf der Niers fließt kein Wasser mehr, der Fluss ist verschwunden.Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Kläranlage Kückhoven Ende Januar geschlossen.




Das Klärwasser, das der Niersverband in das Quellgebiet eingeleitet hat, fließt seitdem nicht mehr.

Ein weiteres trauriges Stück verlorenen Kulturguts für die Anwohner der umliegenden Dörfer, die bis etwa 2027 ihre Heimat an die Bagger des Braunkohletagebaus verlieren sollen.




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